Kapitalismus

Diese Seite beleuchtet den Kapitalismus nicht nur als Wirtschaftssystem, sondern als tiefgreifende gesellschaftliche und psychologische Struktur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Macht, Konkurrenz, soziale Ungleichheit und Manipulation das Denken und Verhalten von Menschen prägen – oft über Generationen hinweg.

Die Beiträge verbinden politische, historische und psychologische Perspektiven miteinander. Dabei geht es um Themen wie Neoliberalismus, Medienmacht, Finanzsysteme, soziale Spaltung und die Auswirkungen globaler Krisen. Die Seite versteht sich nicht als reine Kapitalismuskritik, sondern als Versuch, die tieferen Ursachen heutiger Konflikte sichtbar zu machen und in größere historische Zusammenhänge einzuordnen.

INGLOP knüpft dabei an die Idee eines notwendigen „Bewusstseinssprungs“ der Menschheit an: weg von kurzfristigem Konkurrenzdenken hin zu einer globalen Perspektive, die Empathie, Bildung und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Die Seite verbindet aktuelle Ereignisse mit langfristigen systemischen Analysen und versteht sich als Teil einer umfassenden Zeitenwende-Debatte.

Der Dokumentarfilm blickt hinter die Kulissen im weltweiten Kampf gegen die Steuerflucht von Großkonzernen. Das Thema ist von großer Bedeutung: Steuereinnahmen dienen in Zeiten zunehmender Ungleichheit und eines erstarkenden Populismus dazu, den Sozialstaat und den Kampf gegen den Klimawandel zu finanzieren.

Coronapandemie, Ukrainekrieg, Inflation, Klimakrise, weltweit zunehmende Ungleichheit und Armut, erstarkender Populismus. Die Politik ist in Misskredit geraten. Den Staaten fehlen die Gelder für ein flächendeckendes Gesundheits- und Bildungssystem, für die Rente – und erst recht für den Kampf gegen den Klimawandel, der mittlerweile eine existenzielle Dimension angenommen hat. Dabei gibt es Ansätze für eine gerechtere und nachhaltige Gesellschaft. Einer von ihnen fußt auf der Beendigung der Steuerflucht von Großkonzernen. Thomas Piketty, Joseph Stiglitz, Eva Joly, Gabriel Zucman und Jayati Ghosh haben sich diesem Ziel verschrieben und 2015 die Unabhängige Kommission für die Reform der Internationalen Unternehmensbesteuerung (ICRICT) gegründet. Sie schrieben Berichte, kontaktierten Ministerien, gaben zahlreiche Konferenzen und unterstrichen immer wieder die Dringlichkeit einer Neuordnung des globalen Steuersystems. Nach sechs Jahren wurden ihre erst als utopisch abgetanen Forderungen zum Leitfaden für eine historische Steuerreform, die im Oktober 2021 von 140 Staaten unterzeichnet wurde. Sie könnte den Staaten um die 220 Milliarden Dollar an zusätzlichen Steuereinnahmen verschaffen. Das wäre zwar immer noch nicht genug, aber immerhin ist es die erste derartige Veränderung in diesem Jahrhundert. Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt mehr und wird härter geahndet. Der Dokumentarfilm zeichnet die Überzeugungsarbeit dieser Wirtschaftsweisen nach: wie sie die öffentliche Meinung für sich gewannen und sich gegen die mächtigsten Konzerne der Welt behaupten konnten.

Dokumentarfilm von Hege Dehli und Xavier Harel (F/N 2024, 93 Min)

Wie sind die Finanzmärkte entstanden? Und was für Menschen bevölkern sie? Autorin Marije Meerman begleitet unter anderem den Begründer des Marktes für Öl-Termingeschäfte, einen der ersten Händler und eine Neuropsychologin, die Börsenhändler und Hedge-Fonds-Manager bei riskanten Entscheidungen mental berät – und zeigt, wie Planet Finance zu dem wurde, was es heute ist.

Dokureihe, Regie: Marije Meerman (NL 2022, 52 Min)

Autorin Marije Meerman führt die Zuschauerinnen und Zuschauer durch eine wundersame Parallelwelt, in der man Geld verdienen kann, wenn man glaubt zu wissen, was die Zukunft bringt. In dieser Folge: Auf Planet Finance gibt es für fast alles einen Markt. Auch für Katastrophen, die noch gar nicht eingetreten sind – und vielleicht nie eintreten werden!

Auf Planet Finance gibt es für fast alles einen Markt. Auch für zukünftige Natur- und sonstige Katastrophen, die noch nicht eingetreten sind und vielleicht nie eintreten werden. Sogenannte Cat Bonds, also Katastrophenanleihen, spekulieren darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es zu einer Katastrophe kommt. Und vor allem, wie viel Schaden sie anrichten könnte. Denn der Klimawandel ist eine Tatsache und es stellt sich heraus, dass seine Folgen – zum Beispiel verheerende Waldbrände, Überschwemmungen oder Wirbelstürme – für herkömmliche Versicherer immer schwieriger zu handhaben sind. Entsprechend wächst der Markt für Katastrophenanleihen. Städte wie New York haben nach den immensen Schäden durch Hurrikan „Sandy“ vor gut zehn Jahren in Cat Bonds investiert, um sich gegen die Risiken zukünftiger Katastrophen abzusichern. Wie funktioniert dieser Markt genau? Und was ist mit denen, die sich nicht gegen solche Katastrophen absichern können?

Autorin Marije Meerman führt die Zuschauerinnen und Zuschauer durch eine wundersame Parallelwelt, in der man Geld verdienen kann, wenn man glaubt zu wissen, was die Zukunft bringt. In dieser Folge: Leerverkäufer wetten auf fallende Kurse. Vorgestellt werden drei Unternehmen, die nach dem Börsenhype tief gefallen sind.

Auf Planet Finance scheint der Einzelne gegen das System wenig ausrichten zu können. Aber auch dort gibt es immer wieder Leute, die gerne gegen den Strom schwimmen: die sogenannten Leerverkäufer. Manche nennen sie auch die Aasgeier auf Planet Finance. Leerverkäufer leben von den Fehlern der anderen. Sie gewinnen nur, wenn andere verlieren. Ein Leerverkäufer profitiert von der Tatsache, dass sich viele Anleger von Börsenhypes verführen lassen und investieren. Statt auf steigende Kurse zu hoffen, wettet er darauf, dass sie fallen werden – zum Beispiel weil die Firma überbewertet ist oder Anleger mit Tricksereien getäuscht wurden. Diese Folge stellt drei Unternehmen vor, die mal als Börsenlieblinge galten und sogar den Status von „Einhörnern“ hatten. So nennt Planet Finance die seltenen Firmen mit Börsenbewertungen von einer Milliarde und mehr: das flämische Spracherkennungs-Unternehmen Lernout & Hauspie, der deutsche Finanzdienstleister Wirecard und die US-amerikanische Computerspiel-Kette GameStop. Alle drei Unternehmen fielen tief und rissen dabei viele gutgläubige Anleger mit in den Abgrund. Was für Menschen sind also Leerverkäufer, die es wagen, gegen einen übermächtigen Börsenhype zu wetten?

Jahrelang profitierten Planet Finance und das kommunistische China voneinander – bis es beim geplanten Börsengang von Chinas Börsen-Superstar Jack Ma und seiner Ant Group zur offenen Konfrontation zwischen Staat und Börse kommt. Was der gigantischste Börsengang in der Geschichte der Menschheit werden soll, endet in einer Katastrophe. Wer bestimmt die Regeln auf Planet Finance?

In der schillernden Welt von ʺMoneylandʺ verwandelt sich schmutziges Geld auf Knopfdruck in sauberes. Regisseur Marc Wiese taucht tief ein in die Welt der Banken und beleuchtet die Schattenseiten der internationalen Finanzindustrie. Er spricht mit ehemaligen Bankern und Finanzexperten über die Finanzskandale rund um die Deutsche Bank. Zinsmanipulationen, Geldwäsche und risikoreiche Derivate – Wetten auf Kreditausfälle – nennt der Film als Beispiele für ein System, in dem der Profit moralische Fragen in den Hintergrund drängt. So unterhielt die Deutsche Bank jahrelang Geschäftsbeziehungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein – selbst nachdem die Bank JPMorgan Chase, bei der Epstein zuvor Kunde war, die Zusammenarbeit beendet hatte.

Seit der Finanzkrise von 2008 gelten strengere Regeln für die Branche. Doch reichen diese aus? Wer trägt die Verantwortung, wenn Vorschriften gebrochen oder umgangen werden? Regisseur Wiese will mit seinem Film auf die dunklen Seiten der Finanzwelt aufmerksam machen – und stellt dabei die Frage nach der persönlichen Verantwortung in den Chefetagen der Banken.