Aktuelles – Juli 2026

Wer Zusammenhänge sucht, kann hier vielleicht neue Anregungen und Perspektiven finden.
Wer (noch) nicht über den Moment hinausblicken möchte, findet anderswo genügend Angebote und Ablenkungen.

01.07.26

🎬 TV-Tipp(s) und 🔍 Einordnungen

03:10 | ARTE
42 – Die Antwort auf fast alles: Können wir uns ändern?
Ist unsere Persönlichkeit von Geburt an festgelegt – oder können wir sie bewusst verändern? Lässt sich Gelassenheit lernen, Gewissenhaftigkeit trainieren und Kontaktfreudigkeit steigern? „Persönlichkeit ist nicht in Stein gemeißelt“, sagt Persönlichkeitspsychologe Franz Neyer, und widerspricht dem langen vertretenen Dogma, dass der Charakter nach dem 30. Lebensjahr festzementiert ist.

🔍 Hintergrund: ► ZeitenwendeDie vier Bewusstseinssprünge der Menschheit

11:45 | ZDFinfo
Büro 39 – Nordkoreas schwarze Kassen
Wie ist es möglich, dass Nordkorea, eines der ärmsten Länder der Welt, ein Atomwaffenprogramm finanziert, mit dem es sogar die USA herausfordern kann? Antwort: dank „Bureau 39“.

🔍 Hintergrund: ► NordkoreaOrganisierte_Kriminalität

15:15 | phoenix
Epstein-Files: Die Jagd nach Models in Europa
Diese Doku enthüllt mit exklusiven Recherchen, den Epstein Files und Interviews mit Betroffenen, wie Jeffrey Epstein offenbar über die internationale Modelbranche auch in Europa junge Frauen rekrutieren ließ. Die Recherche verfolgt sein Netzwerk bis nach Paris, Stockholm und New York. Betroffene schildern, wie aus dem Traum vom Modeln mutmaßlicher Missbrauch wurde. Mehr als 1.000 Frauen sollen weltweit Opfer geworden sein. Doch bis heute wurde kein Mann aus Epsteins Netzwerk verurteilt.

Hintergrund und Vertiefung: ► Epstein-Files

19:35 | ARTE
Mit offenen Karten – Im Fokus: Europa: die Gründe für die Hitzewelle
Nach dem Westen ist nun auch Osteuropa von der Hitzewelle betroffen, mit 40,5 Grad Celsius in Polen und 41,7 Grad Celsius in Deutschland; die Slowakei, Ungarn und der Balkan befinden sich in höchster Alarmstufe. Laut dem IPCC erwärmt sich Europa doppelt so schnell wie die anderen Kontinente: +2,5 Grad Celsius seit dem vorindustriellen Zeitalter gegenüber weltweit durchschnittlich 1,3 Grad Celsius. Was sind die Gründe?

🔍 Hintergrund: ► KlimawandelEnergiewendeKlimaschutz zwischen Verantwortung und Blockade (Essay) ► Zeitenwende

03:45 | ZDF
City Vibes: Wie kühlen wir unsere Städte ab?
Viel Beton, dichte Bebauung, wenig Grün: Im Sommer verwandeln sich Städte in Hitzefallen – für viele Menschen mit gefährlichen Folgen. Ideen für kühle und lebenswerte Städte sind gefragt.

📰 Schlagzeilen und 🔍 Einordnungen

Katholizismus: Piusbruderschaft weiht neue Bischöfe gegen den Willen des Papstes
Die erzkonservative Piusbruderschaft hat vier neue Bischöfe ernannt. Die Vereinigung will so ihr »Überleben« sichern. Der Vatikan erkennt die Weihen nicht an.
🔍 Die Bischofsweihen gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes sind mehr als ein innerkirchlicher Machtkampf. Sie stehen für den Versuch, ein Weltbild zu bewahren, das zentrale Entwicklungen der katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ablehnt – von der Religionsfreiheit über den Dialog mit anderen Konfessionen bis hin zu einem offeneren Verhältnis zur modernen Gesellschaft. Die Piusbruderschaft verteidigt ein Kirchenverständnis, das viele als rückwärtsgewandt empfinden. Eine Kirche, die sich dauerhaft gegen historische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen abschottet, riskiert jedoch, den Anschluss an die Lebenswirklichkeit der Menschen zu verlieren. Tradition kann Orientierung geben – sie darf aber nicht zum Gefängnis werden.
🔍 Einordnung und Hintergrund: ► Von Gilgamesch bis zur Zeitenwende – Die Entstehung der Bibel und die Evolution der ReligionenVatikan

»Das werden Sie noch bereuen«: Ärger um angebliche AfD-Ansage von Döpfner an Kanzler Merz
Der Chef des Springer-Verlags versuchte schon in der Vergangenheit, die Politik in seinem Sinne zu beeinflussen. Nun soll Mathias Döpfner es erneut probiert haben – an höchster Stelle. Springer spricht von »absurden« Vorwürfen.

🔍 Wenn an diesen Berichten etwas dran sein sollte, wäre der Vorgang von erheblicher demokratiepolitischer Brisanz. Medien haben selbstverständlich das Recht, politische Positionen zu vertreten und Regierungen kritisch zu begleiten. Eine unmittelbare Einflussnahme eines der mächtigsten deutschen Verleger auf die strategische Ausrichtung einer Bundesregierung – insbesondere mit Blick auf den Umgang mit der AfD – würde jedoch grundlegende Fragen nach der Grenze zwischen publizistischer Macht und politischer Einflussnahme aufwerfen. Solange Aussage gegen Aussage steht, gilt die Unschuldsvermutung. Umso wichtiger wäre eine transparente Aufklärung der Vorwürfe.
🔍 Rückblick und Aussicht: Die Weimarer Republik – Geschichte als Warnung

Extremtemperaturen in Europa: Spanien meldet mehr als Tausend Hitzetote im Juni
Tödliche Hitze: Die jüngsten Rekordtemperaturen haben in Spanien etlichen Menschen das Leben gekostet. Im Juni starben mehr als doppelt so viele wegen des Extremwetters wie vor einem Jahr.

Copernicus meldet Temperaturrekord: Meere waren im Juni so warm wie noch nie
Im vergangenen Monat waren die Ozeane der Welt so warm wie noch nie zuvor in einem Juni. Das ergeben Messungen des EU-Klimadienstes Copernicus.

🔍 Die Warnungen der Natur kommen immer häufiger und werden immer eindringlicher. Rekordtemperaturen der Meere, Hitzewellen, Dürren, Starkregen und schmelzende Gletscher sind längst keine Ausnahme mehr, sondern Ausdruck einer sich beschleunigenden Klimakrise. Die eigentliche Frage lautet nicht mehr, ob wir handeln müssen, sondern warum wir trotz der immer eindeutigeren Warnsignale noch immer so zögerlich reagieren. Jede weitere Verzögerung erhöht die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Kosten – und verlagert die Folgen auf kommende Generationen. Die Natur verhandelt nicht. Sie folgt den Gesetzen der Physik.
🔍 Einordnung und Hintergrund: ► KlimawandelEnergiewendeKlimaschutz zwischen Verantwortung und Blockade (Essay) ► Zeitenwende
„Je höher der CO2-Anteil und weiterer Treibhausgase in der Atmosphäre, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer die Zivilisation auf unserem Planeten bedrohenden Klimakatastrophe.“ – Volker Zorn (1999)
“Wie lange wollen wir noch ernsthafte Maßnahmen gegen die drohende Katastrophe auf die lange Bank schieben? Wie lange hat noch Wirtschaftswachstum Vorrang vor dem Lebensrecht zukünftiger Generationen? Ein auf Wirtschaftswachstum ausgelegtes Wirtschaftssystem wird die Klimakatastrophe jedenfalls nicht verhindern!“ – Volker Zorn (2009)
„Jede weitere Zunahme des CO2-Anteils und weiterer Treibhausgase in der Atmosphäre erhöht mit stetig steigender Wahrscheinlichkeit die Zerstörung der Zivilisation durch eine Klimakatastrophe, die das Potential hat, sämtliches Leben auf der Erde zu vernichten“ – Volker Zorn (2019)
„Rückblickend aus dem Jahr 2029 zeigt sich: Da die Menschheit es versäumt hat, den CO₂-Ausstoß rechtzeitig und drastisch zu senken, ist der Kampf gegen die Erderwärmung endgültig verloren. Die Warnungen der Wissenschaft wurden ignoriert, und kurzsichtige Interessen dominierten – mit irreversiblen Folgen wie steigenden Meeresspiegeln, Extremwetter und massiven klimabedingten Fluchtbewegungen. Die Frage ist nun nicht mehr, ob wir das Klima retten können, sondern wie wir mit dieser neuen, harschen Realität leben werden.“ – Volker Zorn (2029 bzw. 2024)

Klimawandel Hitzetest – bei 50 Grad leben
Wie würde es sich anfühlen, wenn eine Stadt sich auf 50 Grad aufheizt? Genau das können Menschen gerade in einem Hitzebus, der derzeit durch Frankreich tourt, am eigenen Leib erfahren.

Reformpaket: Um diese Reformpläne geht es im Koalitionsausschuss
Steuer, Arbeitszeit, Rente: Die Spitzen von Union und SPD wollen sich vor der Sommerpause auf Reformen einigen. Wie stehen die Chancen, dass das gelingt? Ein Überblick

🔍 Bei Markus Lanz am 28. Mai bezeichnete der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch CDU und SPD ab Minute 45:35 als „historische Antagonisten“. Damit brachte er einen Grundkonflikt der deutschen Nachkriegspolitik auf den Punkt.
Tatsächlich unterscheiden sich beide Parteien seit ihrer Entstehung vor allem in der Antwort auf eine zentrale Frage: Wie sollen Wohlstand, Chancen und gesellschaftliche Lasten verteilt werden? Die SPD, die bereits 1863 als Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (ADAV) gegründet wurde und damit zu den ältesten demokratischen Parteien Deutschlands zählt, steht traditionell für einen stärkeren sozialen Ausgleich, den Ausbau des Sozialstaats und eine höhere Beteiligung großer Einkommen und Vermögen an der Finanzierung des Gemeinwesens. Die CDU entstand dagegen erst 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich aus dem christlich-sozialen und christlich-konservativen Milieu, insbesondere aus dem katholischen Zentrum und liberal-konservativen Strömungen. Sie betont Eigentum, Eigenverantwortung, die Soziale Marktwirtschaft und eine möglichst geringe steuerliche Belastung von Unternehmen und Vermögenden.
Dieser Gegensatz zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Bundesrepublik – von der Ausgestaltung des Sozialstaats über Mitbestimmung und Rentenpolitik bis zur heutigen Debatte über Spitzensteuersatz, Erbschaftsteuer und Vermögensbesteuerung. Wenn die SPD heute höhere Beiträge sehr hoher Einkommen und großer Erbschaften fordert, während die Union dies ablehnt, zeigt sich genau dieser historische Konflikt.
Der eigentliche Streit dreht sich deshalb nicht um einzelne Steuerparagraphen, sondern um zwei unterschiedliche Gesellschaftsbilder: Soll wachsende Ungleichheit durch stärkere Umverteilung begrenzt werden, oder vertraut man darauf, dass wirtschaftliches Wachstum und private Investitionen allen zugutekommen? Diese Frage prägt die politische Auseinandersetzung seit über 150 Jahren – und erklärt, warum Roland Koch von „historischen Antagonisten“ spricht.

🔍 Hintergrund: ► Kapitalismus – NeoliberalismusReschke Fernsehen: Wie Reiche Milliarden am Staat vorbeistiftenEigentum verpflichtet

Neue Grundsicherung in Kraft Bürgergeld ist Geschichte: Es kostete 93.885.000.000 Euro
Seit heute gilt die neue Grundsicherung, das Bürgergeld ist Geschichte. Eine Bilanz in Zahlen zeigt, wie sich die Sozialleistung in den vergangenen Jahren ausgewirkt hat. Von Sebastian Scheffel

🔍 93,885 Milliarden Euro – wie aus einer Zahl ein politisches Narrativ wird
Die Überschrift klingt eindeutig: „Bürgergeld ist Geschichte: Es kostete 93.885.000.000 Euro.“ Für viele Leser entsteht damit unweigerlich der Eindruck, die Einführung des Bürgergelds habe Kosten in dieser Größenordnung verursacht. Genau hier beginnt das Problem.
Tatsächlich addiert der Artikel die im Bundeshaushalt vorgesehenen Ausgaben für die Grundsicherung während der dreieinhalbjährigen Laufzeit des Bürgergelds. Anschließend verweist er auf den Anstieg der Haushaltsansätze von rund 21 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 29,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 und bezeichnet dies als Bilanz des einstigen „SPD-Herzensprojekts“. Damit wird eine Verbindung nahegelegt, die sich aus den präsentierten Zahlen allein nicht ableiten lässt.
Denn verglichen werden Jahre mit völlig unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Zwischen 2022 und 2025 stiegen Regelsätze, Wohn- und Heizkosten infolge der Inflation erheblich. Gleichzeitig wurden seit Juni 2022 viele ukrainische Kriegsflüchtlinge vom Asylbewerberleistungsgesetz in das Bürgergeldsystem überführt. Auch diese Ausgaben flossen in die Haushaltsansätze ein. Der Artikel trennt diese Einflussfaktoren jedoch nicht voneinander.
Die entscheidende Frage bleibt deshalb unbeantwortet: Welche Ausgaben wären auch unter dem früheren Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angefallen, und welche Mehrkosten sind tatsächlich auf die Einführung des Bürgergelds zurückzuführen? Erst eine solche Gegenüberstellung würde eine seriöse Bewertung der Reform ermöglichen. Die Summe von 93,885 Milliarden Euro beschreibt dagegen in erster Linie die Gesamtausgaben der Grundsicherung während der Laufzeit des Bürgergelds – nicht die reformbedingten Mehrkosten.
Gerade darin zeigt sich ein Kommunikationsmuster, das auch in populistischen Debatten häufig zu beobachten ist: Es werden zutreffende Einzelinformationen präsentiert, zugleich fehlen jedoch entscheidende Einordnungen. Die große Zahl bleibt im Gedächtnis, während die Ursachen der Ausgaben im Hintergrund verschwinden. Aus einer Gesamtsumme wird so leicht eine vermeintliche Kostenbilanz der Reform.
Das bedeutet nicht, dass die genannte Zahl falsch wäre. Problematisch ist vielmehr, dass sie ohne den notwendigen Kontext präsentiert wird. Wer Gesamtausgaben, Reformeffekte, Inflation, gestiegene Unterkunftskosten und kriegsbedingte Leistungen für ukrainische Geflüchtete nicht voneinander trennt, ermöglicht Schlussfolgerungen, die die Daten selbst nicht tragen.
Genau darin liegt die Verantwortung seriösen Journalismus: Zahlen nicht nur korrekt wiederzugeben, sondern sie so einzuordnen, dass Leser Ursache und Wirkung auseinanderhalten können. Wo diese Einordnung fehlt, entstehen Deutungen, die eher politische Narrative verstärken als zu einer sachlichen Meinungsbildung beitragen. Aufklärung beginnt nicht mit möglichst großen Zahlen, sondern mit ihrer vollständigen und fairen Erklärung.

🔍 Einordnung: ► Macht und Manipulation

Rekord fürs erste Halbjahr: Erneuerbare liefern 58 Prozent des Stroms in Deutschland
Wind, Sonne und Wasser haben in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Strom erzeugt als noch ein Jahr zuvor. Dabei geholfen hat etwa der Wind auf See.

🔍 58 Prozent erneuerbarer Strom sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Energiewende, deren entscheidende Weichen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz unter der rot-grünen Bundesregierung von Gerhard Schröder und dem maßgeblichen Einsatz von Hermann Scheer gestellt wurden. Dieses Modell wurde weltweit zum Vorbild. Umso gravierender waren die späteren Einschnitte: Vor allem unter Schwarz-Gelb und in den folgenden unionsgeführten Bundesregierungen wurde der Ausbau von Solar- und Windenergie zeitweise deutlich gebremst – etwa durch Kürzungen der Solarförderung und restriktivere Regeln für die Windkraft. Dass die Erneuerbaren heute dennoch den deutschen Strommix dominieren, ist daher auch ein Erfolg gegen politische Widerstände. Umso mehr stellt sich die Frage, warum Bundeskanzler Friedrich Merz ausgerechnet auf Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin setzt – eine Politikerin, die bereits als Parlamentarische Staatssekretärin unter Peter Altmaier in einer Phase tätig war, in der der Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich an Dynamik verlor.
🔍 Hintergrund: ► Klimaschutz zwischen Verantwortung und Blockade (Essay)

BSW-Chef bei „Markus Lanz“: Duell statt Duett: BSW fordert Weidel heraus
Das Bündnis Sahra Wagenknecht fordert das Ende der Brandmauer zur AfD. Bei „Markus Lanz“ erklärte Fabio De Masi den Plan für neue Regierungsmodelle im Osten der Republik. Von Bernd Bachran
🔍 Das BSW verkauft seinen Vorstoß als Beitrag zur Entpolarisierung und als Einladung zum politischen Duell. Tatsächlich trägt die Initiative dazu bei, die AfD als normalen politischen Verhandlungspartner erscheinen zu lassen. Obendrein verschwimmen einmal mehr die politischen Abgrenzungen zwischen links und rechts. Unter dem Vorwand pragmatischer Lösungen und „überparteilicher“ Regierungsmodelle wird die Brandmauer schrittweise infrage gestellt – und damit genau jene Normalisierung befördert, von der die AfD seit Jahren profitiert. Zugleich verschafft sich das selbst ums politische Überleben kämpfende BSW maximale Aufmerksamkeit.
Dabei geraten die eigentlichen politischen Auseinandersetzungen zwischen den historischen Gegenspielern SPD und CDU, die trotz aller Differenzen fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, erneut in den Hintergrund. Gerade zwischen diesen beiden Parteien bestehen in zentralen Zukunftsfragen erhebliche Unterschiede – etwa beim Tempo der Energiewende, beim Klimaschutz, bei der Steuer- und Sozialpolitik oder bei der Rolle des Staates in der wirtschaftlichen Transformation. Wer stattdessen den Konflikt zwischen demokratischer Mitte und AfD zum politischen Hauptthema macht, verschiebt den öffentlichen Fokus und stärkt ausgerechnet jene Partei, die von dieser Aufmerksamkeit am meisten profitiert.
Der eigentliche Gewinner ist die AfD: Sie erhält zusätzliche Aufmerksamkeit, mehr politische Legitimität und die Bestätigung ihres Narrativs, dass die Brandmauer Stück für Stück bröckelt.

🔍 Einordnung: AfD Rechte Gruppierungen Linke Gruppierungen Sahra Wagenknechts vielsagender Versprecher

Finanzen des US-Präsidenten: Trump nahm 2025 mehr als 1,4 Milliarden Dollar mit Kryptogeschäften ein
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hofiert der US-Präsident die Kryptobranche hemmungslos. Sehr zu seinem Vorteil, wie aus einem Finanzbericht hervorgeht: Allein der Verkauf seiner ⁠Memecoins ⁠brachte 635 Millionen Dollar ein.

🔍 Wenn ein amtierender Präsident politische Entscheidungen trifft, von denen seine eigenen Geschäfte unmittelbar profitieren, stellt das einen erheblichen Interessenkonflikt dar. Wer gleichzeitig die Kryptobranche politisch fördert und privat Hunderte Millionen Dollar mit Kryptowährungen verdient, beschädigt das Vertrauen in die Unabhängigkeit staatlichen Handelns. Demokratie lebt davon, dass politische Macht dem Gemeinwohl dient – nicht der persönlichen Bereicherung.
🔍 Hintergrund: Die Trump-Connection – Das Geschäft mit der Macht

Krieg gegen die Ukraine:Putin-Kanonenfutter: Sterben für Russland
Russland braucht Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine. ZDF-Recherchen zeigen, wie ausländische Rekruten mit Geld und falschen Versprechungen in die russische Armee geraten. Von Arndt Ginzel

🔍Putin behauptet gern, Russland verteidige sich gegen den Westen und kämpfe aus patriotischer Überzeugung. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Weil der Krieg enorme Verluste fordert, wirbt der Kreml weltweit Männer aus armen Ländern mit hohen Löhnen, schnellen Verträgen oder irreführenden Versprechungen an. Wenn Menschen aus wirtschaftlicher Not als Kanonenfutter an die Front gelockt werden, zeigt das, dass Putins Krieg längst nicht mehr von patriotischer Überzeugung, sondern zunehmend von Armut und finanziellen Anreizen getragen wird. Diese Form der Rekrutierung steht im klaren Gegensatz zu den Werten von Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde, auf die sich demokratische Gesellschaften berufen. Der Krieg wird damit zunehmend mit Armut finanziert – nicht nur in Russland, sondern weltweit. Das verdeutlicht, wie groß der Personalbedarf inzwischen ist und wie weit Putins Propaganda von der Realität entfernt ist.
🔍 Hintergrund: ► Ukraine-Krieg

Aufgegriffen in Kursk: Südkorea und Ukraine führen Gespräche über Kriegsgefangene aus Nordkorea
Nordkorea unterstützt Russland im Angriff auf die Ukraine – und hat schon Tausende Soldaten verloren. Nun wird Südkorea in den Konflikt gezogen: Zwei von der Ukraine gefangene Soldaten wollen nicht in die Kim-Diktatur zurück.

Moskaus Angriffskrieg: Russland beschießt mehrere Tankstellen in der Ukraine
Mit gezielten Angriffen auf Raffinerien hat die Ukraine eine Benzinkrise in Russland ausgelöst. Nun scheint sich der Kreml an einer Antwort zu versuchen.

Abschaffung des Bürgergelds: Das ändert sich mit der neuen Grundsicherung
Die neue Grundsicherung löst das Bürgergeld ab. Künftig gelten strengere Regeln. Was ändert sich konkret? Und was kann die Reform tatsächlich einsparen? Der Überblick

Geburtenrate in Deutschland: Deutsche Geburtenrate fällt auf tiefsten Stand seit 1997
1,32 Kinder bekommt eine Frau in Deutschland durchschnittlich, so wenige wie seit knapp 20 Jahren nicht. Am wenigsten Kinder werden in Sachsen geboren.

Kommunikationspanne: Regierung schiebt WM-Kommentar von Merz auf »Abstimmungsfehler«
Mehrere Tweets sollen vorbereitet gewesen sein, verschickt wurde dann wohl der falsche: Der »Stolz«-Tweet von Kanzler Merz zum WM-Aus der Herrenmannschaft wurde viel kritisiert. Nun gibt es eine Rechtfertigung.

Eurobarometer: Mehrheit der Befragten sieht EU-Mitgliedschaft positiv
Seit Jahren war die EU-Zustimmung nicht mehr so hoch wie aktuell: Drei von vier sehen die Mitgliedschaft positiv. Die Mehrheit empfindet die EU als »Ort der Stabilität«.

Schutz heimischer Industrie: EU halbiert zollfreie Stahlimporte – und setzt gleichzeitig Versprechen an Trump um
Deutschlands Stahlindustrie ist die größte in der EU. Um die Produktion zu schützen, sollen auf Stahl aus Drittstaaten nun schneller Abgaben fällig werden. Parallel macht die EU Zugeständnisse an die USA.

Streit über Nutzung US-Regierung hebt Exportbeschränkungen für Anthropics KI-Modelle auf
Zwei KI-Modelle von Anthropic sind besonders umstritten – Kritiker fürchten, sie könnten zur Cyberwaffe werden. Die US-Regierung hatte die Programme Fable 5 und Mythos 5 deshalb nur für Amerikaner erlaubt. Davon rückt sie nun ab.

Neues Gesetz: Schweden will zurück zum Bargeld
Scheine und Münzen sind in Schweden fast vollständig aus den Läden verschwunden. Doch nun müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken wieder Bargeld annehmen. Ein neues Gesetz verpflichtet sie dazu. Was steckt dahinter? Von Charlotte Littgen, ARD-Studio Stockholm