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Libertäre in New Hampshire: Der Staat als Feind
Das „Free State Project“ will 20.000 Libertäre in den US-Bundesstaat New Hampshire bringen. Wie dort bereits jetzt der Staat ausgehöhlt wird und was weitere Ziele sind.
Q. meint: Der eigentliche Konflikt verläuft oft nicht zwischen „Freiheit“ und „Unfreiheit“, sondern zwischen unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wer die Kosten und Lasten einer Gesellschaft trägt. Wenn Steuern, Regulierung und gemeinsame Finanzierung möglichst weit zurückgedrängt werden, profitieren davon zunächst häufig jene stärker, die bereits über Vermögen, Eigentum oder hohe Einkommen verfügen – weil sie weniger auf öffentliche Infrastruktur, soziale Sicherung und Umverteilung angewiesen sind.
Befürworter sehen darin mehr Eigenverantwortung und wirtschaftliche Dynamik. Kritiker warnen dagegen vor einem bekannten Nebeneffekt: Wenn gesellschaftlicher Ausgleich geschwächt wird, wachsen langfristig Vermögenskonzentration und soziale Ungleichheit – mit Folgen für Zusammenhalt, politische Stabilität und Vertrauen.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: mehr oder weniger Staat? Sondern: Wie viel gemeinsame Verantwortung braucht Freiheit, damit sie nicht nur für die Stärksten funktioniert?

Spiel mir das Lied vom Tod
Es war einmal im Wilden Westen: Mit dem Zug kommt ein wortkarger Revolverheld an einem gottverlassenen Viehbahnhof inmitten der Wüste an. Dort erwarten ihn bereits drei Revolvermänner, um ihn im Auftrag des Gangsters Frank zu ermorden. Doch der Fremde, den alle nur „Mundharmonika“ nennen, da er statt zu reden meist auf seinem Musikinstrument spielt, ist schneller. Er erschießt die Männer.
Q. meint: Spiel mir das Lied vom Tod ist weit mehr als ein Western. Hinter Staub, Eisenbahn und Revolvern erzählt der Film von einer Gesellschaft im Übergang – und davon, wie Gewalt, Macht und wirtschaftliche Interessen die Welt formen.
Im Zentrum stehen Menschen, die von ihrer Vergangenheit angetrieben werden: Rache, Verlust, Gier und das Streben nach Kontrolle. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass Gewalt selten nur im Moment entsteht – sie hat Vorgeschichten, hinterlässt Spuren und prägt Entscheidungen über lange Zeiträume hinweg.
Besonders spannend ist der Gegensatz zwischen alter und neuer Welt: Während einzelne Figuren noch nach den Regeln persönlicher Macht handeln, kündigt sich bereits eine neue Ordnung an – symbolisiert durch die Eisenbahn. Fortschritt erscheint dabei nicht automatisch menschlicher; oft verändert sich nur die Form der Macht.
Gerade darin liegt die Tiefe des Films: Er stellt die Frage, ob Geschichte wirklich überwunden wird – oder ob sich alte Muster nur in neuen Strukturen fortsetzen. Zwischen den Zeilen erzählt er von den Kosten des Fortschritts und davon, wie schwer es Menschen fällt, sich aus den Logiken von Gewalt und Vergeltung zu lösen.

Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses
1964 kämpft die schwarze Bevölkerung im US-Bundesstaat Mississippi mit wachsendem Erfolg für Gleichberechtigung. Dann aber verschwinden eines Nachts in der Kleinstadt Jessup County drei führende Vertreter der Bürgerrechtsbewegung – es besteht kaum Zweifel daran, dass sie von fanatischen Anhängern des rassistischen Ku-Klux-Klans ermordet wurden. Von den Leichen fehlt jede Spur.
Q: meint: Mississippi Burning erzählt nicht nur von einem Verbrechen im Amerika der 1960er Jahre. Der Film führt in einen viel grundsätzlicheren Konflikt: Wie entsteht Hass – und warum kann er sich über Generationen hinweg in Strukturen, Gewohnheiten und Weltbildern festsetzen?
Im Zentrum steht nicht nur offener Rassismus, sondern ein gesellschaftliches Klima aus Angst, Anpassung, Schweigen und Macht. Der Film zeigt, wie Menschen nicht als Täter oder Mitläufer geboren werden, sondern wie Vorurteile durch Umfeld, Erziehung, Gruppendruck und soziale Belohnung verstärkt werden können. Genau darin liegt seine eigentliche Stärke: Er macht sichtbar, dass Gewalt selten aus dem Nichts entsteht.
Gleichzeitig erinnert der Film daran, dass Wegsehen Systeme stabilisiert. Veränderung beginnt oft nicht dort, wo Menschen bereits überzeugt sind, sondern dort, wo Angst, Gewohnheit und Schweigen durchbrochen werden.
Der Titel „Die Wurzel des Hasses“ weist damit über die historische Handlung hinaus: Wer Hass überwinden will, muss seine Entstehungsbedingungen verstehen. Bildung, Begegnung und die Fähigkeit zur Selbstreflexion sind keine Nebensache – sie sind Voraussetzung dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Die Schatzinsel (1-4)
Bristol im 18. Jahrhundert: In dem alten Gasthof seiner Eltern erlebt Jim Hawkins seine Jugend. Er muss früh helfen und kennt mit 17 Jahren noch nicht einmal die große Hafenstadt Bristol.
Q. meint: Auf den ersten Blick ist Die Schatzinsel ein klassischer Abenteuerfilm über Piraten, eine Schatzkarte und die Suche nach Reichtum. Doch hinter der Geschichte steckt mehr: Es geht um Vertrauen und Verrat, um Einfluss, Gruppendynamik und die Frage, wie Menschen sich unter Druck verändern. Gerade die Figur des Long John Silver zeigt, dass Macht oft nicht mit Stärke beginnt, sondern mit Sprache, Charisma und der Fähigkeit, andere zu lenken. Ein TV-Klassiker, der auch heute noch zum Nachdenken anregt.


Seit Jahrtausenden versetzen sich Menschen in Trance, um Körper und Geist zu heilen. Längst interessiert sich auch die Wissenschaft für diesen faszinierenden Zustand. Für die Forschenden eröffnet dies neue Perspektiven für die Behandlung chronischer Leiden wie Depression, posttraumatische Belastungsstörung oder Suchterkrankung
Q. meint: Die ARTE-Dokumentation „Trance – Die Heilkraft der inneren Reise“ verweist auf eine Entwicklung, die weit über einzelne neue Therapieformen hinausgeht. Immer deutlicher zeigt sich, dass psychische Erkrankungen nicht isoliert betrachtet werden können, sondern eng mit Stress, Traumata, sozialem Druck und den Bedingungen unserer modernen Lebenswelt zusammenhängen.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Wissenschaft zunehmend Bereiche untersucht, die lange als irrational, esoterisch oder rein spirituell abgetan wurden. Neurowissenschaftliche Forschungen zu Trance, Bewusstseinszuständen und Gehirnplastizität eröffnen inzwischen tatsächlich neue Perspektiven bei Depressionen, Traumafolgestörungen oder Suchterkrankungen.
Möglicherweise kündigt sich hier eine tiefere Zeitenwende an — auch im therapeutischen Denken selbst. Weg von einer rein symptomorientierten Sichtweise, hin zu einem umfassenderen Verständnis des Menschen, seiner Erfahrungen, seiner Prägungen und seines Bewusstseins. Entscheidend wird dabei sein, wissenschaftliche Offenheit mit kritischer Prüfung zu verbinden. Denn gerade auf diesem Feld liegen Hoffnung, Missbrauchsgefahr und gesellschaftliche Verantwortung oft sehr nah beieinander.

Zeitenwende

Geheimnisse einer Seele – Spielfilm (1926)
Rezeption: „Nein, hier wird nicht graue Theorie gelehrt, hier erleben wir in einem dramatisch starken und durchweg menschlich leichtest verständlichen Seelenkonflikt, was uns allen naheliegt. Und begreifen wir mit einem Schlage an diesem geschickt aus dem Leben gegriffenen Exempel, was das ist: ‚Psycho-Analyse‘! … Dieser Film trifft die großen Fragen unserer Zeit.“ – Georg Victor Mendel: Lichtbildbühne vom 25. März
Q. meint: Die Dokumentation „Geheimnisse einer Seele“ wirkt heute fast wie ein historischer Vorbote jener therapeutischen und gesellschaftlichen Zeitenwende, die sich inzwischen immer deutlicher abzeichnet. Sigmund Freud rückte (Psychologie) einst das Unbewusste ins Zentrum — und stellte damit die Vorstellung infrage, der Mensch handle ausschließlich rational und bewusst. Viele seiner Thesen gelten heute als überholt oder umstritten, doch die grundlegende Erkenntnis bleibt hochaktuell: Erfahrungen, Verdrängung und seelische Verletzungen prägen unser Denken und Verhalten oft weit stärker, als uns bewusst ist.
Gerade die moderne Trauma- und Hirnforschung knüpft inzwischen in überraschender Weise wieder an diese Fragen an. Immer deutlicher wird, dass psychische Belastungen nicht isoliert im Individuum entstehen, sondern tief mit Familie, Gesellschaft, Erziehung und kollektiven Erfahrungen verbunden sind. In diesem Sinne erscheint Freud rückblickend weniger als Endpunkt — sondern eher als früher Wegbereiter eines erweiterten Verständnisses menschlicher Psyche und gesellschaftlicher Dynamiken.

La mala educación – Schlechte Erziehung
Nachwuchsregisseur Enrique erhält Besuch von seinem Jugendfreund Ignacio. Dieser bietet ihm einen Filmstoff über die gemeinsame Jugendzeit im Klosterinternat an. Ignacio selbst will die Hauptrolle spielen, doch Enrique ist skeptisch … – Meisterhaftes Drama (2003) des zweifachen Oscarpreisträgers Pedro Almodóvar über repressive religiöse Erziehung im Spanien der Franco-Ära
Q meint: Pedro Almodóvars „La mala educación – Schlechte Erziehung“ zeigt auf beklemmende Weise, wie tief frühe Erfahrungen und traumatische Prägungen in das spätere Leben hineinwirken können. Der Film verweist damit auf ein Thema, das heute zunehmend auch wissenschaftlich und gesellschaftlich ins Zentrum rückt: die langfristigen Folgen von Gewalt, Missbrauch, Angst und autoritären Strukturen.
Gerade in Verbindung mit Dokumentationen über Trauma, Bewusstsein und therapeutische Ansätze entsteht dabei ein größerer Zusammenhang. Viele psychische und gesellschaftliche Verwerfungen erscheinen dann nicht mehr als bloße „individuelle Schwächen“, sondern als Folgen von Erfahrungen, die verdrängt, weitergegeben oder gesellschaftlich tabuisiert wurden.
Möglicherweise steht die Menschheit deshalb auch therapeutisch vor einer Zeitenwende: weg von reiner Symptombehandlung, hin zu einem tieferen Verständnis dafür, wie eng persönliche Biografien, soziale Systeme und kollektive Traumata miteinander verflochten sind. Genau darin könnte langfristig eine der wichtigsten kulturellen und psychologischen Lernbewegungen des 21. Jahrhunderts liegen.