
China – Aufstieg einer Weltmacht
China ist innerhalb weniger Jahrzehnte von einem verarmten, weitgehend abgeschotteten Land zur wirtschaftlichen, technologischen und geopolitischen Weltmacht aufgestiegen. Dieser Aufstieg hat Hunderte Millionen Menschen aus extremer Armut geführt, globale Lieferketten verändert und China zum wichtigsten industriellen Konkurrenten der USA und Europas gemacht. Zugleich entstand unter Führung der Kommunistischen Partei ein hochmodernes autoritäres System, das wirtschaftliche Dynamik mit digitaler Überwachung, Zensur und umfassender politischer Kontrolle verbindet.
Unter Staats- und Parteichef Xi Jinping wurde die Macht weiter zentralisiert. Der Staat fördert Zukunftstechnologien, erneuerbare Energien und eine langfristig angelegte Industriepolitik, unterdrückt jedoch Opposition und unabhängige Medien. Die Verfolgung der Uiguren, der politische Zugriff auf Hongkong, die Eingliederung Tibets und der wachsende militärische Druck auf Taiwan zeigen die Kehrseite des chinesischen Machtmodells.
Auch ökologisch verkörpert China einen fundamentalen Widerspruch: Das Land ist der weltweit größte CO₂-Emittent und setzt weiterhin massiv auf Kohle. Gleichzeitig baut kein anderes Land Windkraft, Photovoltaik, Stromnetze und Elektromobilität in vergleichbarer Geschwindigkeit aus. China ist damit zugleich Teil des Klimaproblems und unverzichtbarer Teil seiner Lösung.
Die „Neue Seidenstraße“ verbindet Infrastrukturprojekte, Rohstoffsicherung, Absatzmärkte und politischen Einfluss. Sie eröffnet vielen Ländern Entwicklungsmöglichkeiten, kann aber auch neue Abhängigkeiten schaffen. Europas eigene Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen, Vorprodukten, Solarmodulen, Batterien und Absatzmärkten zeigt, wie tief China bereits in die Weltwirtschaft eingebunden ist.
China lässt sich deshalb weder auf das Feindbild einer expansiven Diktatur noch auf die Erfolgsgeschichte wirtschaftlicher Modernisierung reduzieren. Entscheidend ist, die Wechselwirkung von Geschichte, gesellschaftlicher Formung, wirtschaftlicher Macht, technologischer Kontrolle und geopolitischen Interessen zu verstehen. Die hier versammelten Dokumentationen sollen dazu unterschiedliche Perspektiven eröffnen.
Vom Kaiserreich zur Volksrepublik
Das Ende des chinesischen Kaiserreichs

Zum 125. Jahrestag des Boxerprotokolls erzählt die Dokumentation „Der Boxerkrieg – Das Ende des chinesischen Kaiserreichs“ vom Aufstand chinesischer Bauern gegen ausländische Kolonialmächte, darunter Frankreich und Deutschland. Seltene Bildquellen zeigen einen Krieg, der von extremer Gewalt geprägt war und der im Westen – anders als in China – weitgehend vergessen ist.
Mao – Chinas roter Kaiser (1/3) Langer Marsch

Der junge Revolutionär Mao Zedong erlebt ein China am Boden. Nach Ende des Kaiserreichs befindet sich das Land im festen Griff von imperialistischen Mächten. In Mao wächst der Traum von einer kommunistischen Gesellschaft, die das Land wieder zu alter Größe führt. Mao und seine Bewegung sind in einen blutigen Bürgerkrieg verwickelt, bis er 1949 vor den Toren Pekings steht.
Nach der Ausrufung der Volksrepublik beginnt Mao mit der Umgestaltung des Landes in einen sozialistischen Staat, doch der Koreakrieg holt ihn ein. Als er die industrielle Entwicklung vorantreibt, führt er das Land an den Abgrund: Eine der größten Hungerkatastrophen der Geschichte mit Millionen Toten ist die Folge.
Nach dem Desaster des „Großen Sprungs nach vorn“ ist Mao von innerparteilichen Feinden umzingelt. Er plant den Gegenangriff: „Die große proletarische Kulturrevolution“. Dabei kann er sich auf die Hilfe der Jugend verlassen, die als Rote Garden Jagd auf „Konterrevolutionäre“ machen. Das Land versinkt im Chaos, doch Mao geht als Sieger hervor und wird Staatschef auf Lebenszeit.
Rückkehr der Diktatoren? – Von Mao zu Xi Jinping

Maos Nachfolger öffneten China zum Westen, ersetzten Alleinherrschaft durch kollektive Führung. Xi Jinping dreht die Entwicklung wieder zurück. Erfindet er die Diktatur neu?