31. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Großspeicher gestartet: Wo Kalifornien einst Öl förderte, verschwindet jetzt CO₂
Ein neuer CO₂-Speicher in Kalifornien soll Industrie-Emissionen tief unter der Erde lagern. Die Technik bleibt umstritten.
Nachfrage 9 Prozent gesunken: Und plötzlich kommt die Welt mit weniger Öl aus
Trotz Hormus-Krise bleiben Ölpreise erstaunlich stabil. Dahinter steckt ein stiller Nachfragerückgang – mit Folgen für Verbraucher weltweit
Wissenswertes
Armut wegen Depressionen: Kranksein macht arm, Armsein macht krank
Tanja möchte arbeiten, doch ihre Gesundheit lässt es nicht zu. Statt Hilfe erlebt sie Vorurteile – und die Gesundheitsreform könnte alles noch verschlimmern. Von Poliana Baumgarten und Lucie Liu
Q. meint: Der Fall von Tanja macht auf bedrückende Weise sichtbar, wie eng Armut, psychische Belastungen, Krankheit und gesellschaftliche Vorurteile miteinander verknüpft sind. Wer dauerhaft unter finanziellen Sorgen lebt, trägt oft einen enormen psychischen Druck – und genau dieser Druck kann Erkrankungen verschärfen oder überhaupt erst auslösen. Die Forschung spricht seit Jahren von einer sozialen Ungleichheit der Gesundheitschancen: Armut macht krank, Krankheit kann zugleich in Armut führen.
Besonders problematisch wird es, wenn Betroffene nicht als Menschen in einer schwierigen Lebenslage gesehen werden, sondern als Kostenfaktor oder vermeintlich „nicht leistungsbereit“. Wer arbeiten möchte, aber gesundheitlich nicht kann, braucht Unterstützung, Therapie und Perspektiven – nicht zusätzliche Hürden. Eine Gesellschaft sollte daran gemessen werden, wie sie mit ihren verletzlichsten Mitgliedern umgeht. Sonst droht sich ein Teufelskreis aus Krankheit, Ausgrenzung und sozialem Abstieg immer weiter zu verfestigen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Umwelt und Sozialisation
Die Wissens-Kolumne von NANO und Terra X: Was der Trend „Manosphere“ mit jungen Männern macht
Fitness, Geld, Macht – und Frauenhass: Die „Manosphere“ zieht junge Männer in ihren Bann. Warum hinter radikalen Aussagen aber oft ein übersehener Hilferuf steckt.
Social-Media-Verbot: Bildungsexperten fordern Verbot von Social Media an Grundschulen
Experten des Aktionsrats Bildung raten zu einem Verbot sozialer Medien an Grundschulen. Als neues Bildungsziel schlagen sie »mediale Integrität« vor.
Bundesregierung 2025
Brüchige Waffenruhe: Wadephul warnt Israel vor weiterer Eskalation im Libanon
Israel rückt im Südlibanon weiter vor, die Waffenruhe gerät zunehmend ins Wanken. Außenminister Johann Wadephul zeigt sich besorgt und fordert Israel und die Hisbollah zur Deeskalation auf.
Studium: Forschungsministerium will Bafög-Reform zum Wintersemester umsetzen
Nach Zweifeln von Forschungsministerin Dorothee Bär an der Umsetzung der Bafög-Reform rudert ihr Ministerium zurück. Die Reform solle im Juli verabschiedet werden.
Bafög-Reform: SPD weist Einschätzung von Dorothee Bär zur Bafög-Reform zurück
Die Bundesforschungsministerin hatte Zweifel an einer raschen Bafög-Reform geäußert. Die SPD-Fraktion widerspricht, auch Grüne und Linke kritisieren Bärs Aussagen.
Studium: Dorothee Bär rechnet mit Aus für Bafög-Reform
Die Bafög-Reform wird laut der Bundesforschungsministerin von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt. Die Entscheidung bezeichnet sie als nachvollziehbar.
Deutschland
Sterbende Technologien: Deutschland hat vergessen, was Innovation ist
Ständig fordern deutsche Politiker, das Land müsse »innovativ« werden. Doch insbesondere Friedrich Merz und Markus Söder scheinen nicht zu verstehen, worum es dabei eigentlich geht. Andere Länder machen es vor. Eine Kolumne von Christian Stöcker
Referendum in Hansestadt: Hamburger stimmen deutlich gegen Olympia-Bewerbung
Die Hamburger haben sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Das stand schon vor Ende der Auszählung fest.
Kanzlerdebatte: Rhein und Spahn stellen sich demonstrativ hinter Merz
Gedankenspiele über einen Kanzlerwechsel hatten zuletzt für Aufregung in der Hauptstadt gesorgt. Immer mehr führende Unionspolitiker bekunden nun öffentlich ihre Unterstützung für Friedrich Merz.
FDP: Strack-Zimmermann bietet Kubicki nach Wahlniederlage Zusammenarbeit an
Sie hatte Wolfgang Kubicki bei der Wahl zum FDP-Vorsitz herausgefordert und verloren. Trotzdem will Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Kurs der Partei mitbestimmen.
Nach Abstimmung: Kubicki will keine Rücksicht auf Strack-Zimmermanns Gefolgschaft nehmen
Die Kampfabstimmung über den FDP-Vorsitz zeigt: Die Partei ist tief gespalten. Die unterlegene Marie-Agnes Strack-Zimmermann will dem Gewinner Wolfgang Kubicki die Hand reichen. Doch der schlägt harte Töne an.
Heizung, Dämmung, neue Fenster: Private Vermieter scheuen energetische Sanierungen
Der Wohnungsbestand in Deutschland ist in die Jahre gekommen, eine Modernisierung schieben zahlreiche private Vermieter trotzdem weiter auf. Ihnen fehlt es womöglich an Orientierung und klaren Bedingungen.
Personalmangel: In Deutschland fehlen laut Richterbund 2000 Strafverfolger
Zu wenig Personal, zu viele Verfahren: Deutschlands Staatsanwaltschaften kommen nicht hinterher. Der Richterbund fordert mehr Personal – doch Bund und Länder streiten sich übers Geld.
Schlagzeilenmix
Land im Bürgerkrieg: Explosion tötet mindestens 50 Menschen in Myanmar
In einem Munitionslager im Nordosten Myanmars hat sich laut Medienberichten eine Katastrophe ereignet, mindestens 50 Menschen sind gestorben. Dutzende weitere wurden verletzt und zahlreiche Häuser beschädigt.
Sicherheitskonferenz in Singapur: Die Ruhe vor dem nächsten Sturm
Chinas Verteidigungsminister bleibt fern, US-Minister Pete Hegseth spricht auffallend sanft. SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand meint: Alles wohl nur eine kurze Pause vor neuen Spannungen. Von Birgit Großekathöfer und Bernhard Zand
Nach Kritik von Künstlern: Wiener Festwochen laden US-Investor Peter Thiel wieder aus
Wegen der geplanten Teilnahme des rechtsgerichteten Unternehmers Peter Thiel wollten einige Künstler nicht mehr bei den Wiener Festwochen dabei sein. Nun wurde der Druck für die Veranstalter zu groß.
Nahostkonflikt
Machtkämpfe in Teheran: Irans Präsident weist Rücktrittsgerüchte zurück
Interne Spannungen, Gerüchte über einen Rücktritt und Debatten über die Machtverteilung: In Teheran wird über die politische Zukunft von Präsident Masoud Pezeshkian spekuliert.
Alljährliche Parade in New York: Bürgermeister Mamdani verweigert Teilnahme an Israel Day
Aus Protest gegen die Gaza-Politik nimmt Zohran Mamdani nicht an der Israel-Day-Parade teil. Er ist der erste New Yorker Bürgermeister seit Jahrzehnten, der das alljährlich stattfindende Volksfest boykottiert.
Krieg in Nahost: Israel nimmt Kreuzfahrerburg Beaufort im Libanon ein
Es ist ein tiefer Vorstoß mit hoher symbolischer Bedeutung: Das israelische Militär hat laut eigenen Angaben die Kreuzfahrerburg Beaufort im Libanon unter seine Kontrolle gebracht – erstmals seit 26 Jahren.
Ukraine-Krieg und Russland
Laut Messungen der Internationalen Atomenergiebehörde Keine erhöhte Strahlung nach Einschlag in AKW Saporischschja
Nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das Atomkraftwerk Saporischschja konnte ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde vor Ort bislang keine verstärkte Radioaktivität feststellen.
Laut ukrainischem Militär: Großbrand in russischer Raffinerie nach Drohnenangriff
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut mit Drohnen Russland angegriffen. Ziel war unter anderem die Ölindustrie, Bilder zeigen Brände an einer Raffinerie in Saratow.
Drohnenangriff auf von Russland besetztes Kraftwerk: IAEA fordert Zugang zu getroffener Turbinenhalle in AKW Saporischschja
Erstmals seit April 2024 wurde das Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja von einer Drohne getroffen. Russland macht die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Die Atomenergiebehörde IAEA pocht auf Zutritt zur getroffenen Halle.
30. Mai 2026
Wissenswertes
Parentifizierung: Was passiert, wenn man als Kind zu viel Verantwortung trägt
Sie kümmern sich um Geschwister oder halten den Alltag zusammen: Manche Kinder übernehmen Aufgaben, die eigentlich Eltern tragen sollten. Wie sich das auswirkt – auch im späteren Leben. Und was Betroffene entlastet. Ein Podcast von Lenne Kaffka
Q. meint: Parentifizierung zeigt auf oft schmerzhafte Weise, wie stark Umwelt und Sozialisation die Entwicklung eines Menschen prägen. Wenn Kinder dauerhaft Verantwortung übernehmen müssen, die eigentlich Erwachsenen zukommt – etwa als emotionale Stütze für Eltern oder als Ersatz-Elternteil für Geschwister –, hinterlässt das häufig Spuren bis ins Erwachsenenalter. Fachleute beschreiben Folgen wie übermäßiges Verantwortungsgefühl, Schwierigkeiten bei der Abgrenzung eigener Bedürfnisse oder ein ausgeprägtes Helfersyndrom.
Gerade solche Beispiele widersprechen der Vorstellung, Persönlichkeit entstehe allein aus individuellen Anlagen. Sie zeigen vielmehr, wie tief Erfahrungen, familiäre Strukturen und soziale Umstände in die psychische Entwicklung eingreifen. Der Mensch ist formbar – nicht nur im Positiven, sondern auch durch Belastungen und Rollenmuster, die sich oft über Generationen fortsetzen. Wer über Parentifizierung spricht, spricht deshalb letztlich auch über die zentrale Rolle von Umwelt und Sozialisation bei der Ausformung menschlicher Persönlichkeit.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Umwelt und Sozialisation
Podcastserie über Sigmund Freud: Deshalb verdrängen wir Dinge im Alltag
Das unangenehme Date, den Arzttermin, die Familienfeier: Die meisten Menschen verdrängen hin und wieder Termine, auf die sie keine Lust haben. Was steckt dahinter? Ein Podcast von Lucia Heisterkamp und Antonia Rauth
Q. meint: Sigmund Freud gehört zu den Denkern, die das Menschenbild nachhaltig verändert haben. Mit Begriffen wie dem „Unbewussten“, der Verdrängung und der Bedeutung früher Kindheitserfahrungen rückte er etwas ins Zentrum, das zuvor weitgehend ausgeblendet wurde: Der Mensch handelt nicht nur rational, sondern wird von Kräften beeinflusst, die ihm oft selbst nicht bewusst sind. Viele seiner konkreten Theorien sind heute umstritten oder gelten als überholt, doch die Grundidee, dass verdrängte Erfahrungen, innere Konflikte und frühe Prägungen das Verhalten beeinflussen, wirkt bis heute nach.
Gerade der Begriff der Verdrängung bleibt bemerkenswert aktuell. Freud beschrieb damit einen Mechanismus, durch den belastende oder bedrohliche Inhalte dem Bewusstsein entzogen werden, ohne deshalb ihre Wirkung zu verlieren. Sie verschwinden nicht einfach, sondern wirken oft indirekt weiter – in Ängsten, Konflikten, Verhaltensmustern oder gesellschaftlichen Dynamiken.
Hier entsteht auch eine Brücke zu den Thesen von INGLOP. Während Freud vor allem die individuelle Psyche untersuchte, erweitert INGLOP den Blick auf größere Zusammenhänge: Nicht nur einzelne Menschen verdrängen Erfahrungen – auch Familien, Institutionen, Gesellschaften und ganze Kulturen können belastende Erfahrungen ausblenden, obwohl deren Folgen weiterwirken. Kriege, Traumata, soziale Spaltungen, Gewalt, Armut oder Demütigungen verschwinden nicht einfach mit einer Generation. Sie hinterlassen Spuren in Erziehung, Sozialisation, politischen Strukturen und kollektiven Denkmustern.
Der eigentliche nächste Schritt besteht deshalb darin, Freuds Erkenntnis über das Unbewusste systemisch weiterzudenken: Nicht nur der einzelne Mensch trägt Verdrängtes in sich, sondern oft auch die Gesellschaft. Genau hier setzt die INGLOP-These an, dass viele globale Krisen Symptome tieferliegender, historisch gewachsener und bis heute fortwirkender Erfahrungen sind. Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr nur: „Was hat der einzelne Mensch verdrängt?“, sondern: „Was verdrängt die Menschheit über sich selbst?“
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Sigmund Freud ► Traumatisierung
Gefahren im Netz: Kampf gegen Social-Media-Sucht – Meta und Co. zahlen Millionen an US-Schulbezirk
Mit Klagen versuchen zahlreiche Schulbezirke in den USA, die Techkonzerne für die psychischen Folgen von Social Media verantwortlich zu machen. Ein Bezirk aus Kentucky hat sich nun mit mehreren Unternehmen geeinigt.
Q. meint: Die Klagen gegen Meta, TikTok, YouTube und Snapchat drehen sich längst nicht mehr nur um „zu viel Bildschirmzeit“. Im Zentrum steht der Vorwurf, dass Plattformen gezielt Mechanismen entwickelt haben, die Aufmerksamkeit möglichst lange binden: endloses Scrollen, permanente Benachrichtigungen, algorithmische Verstärkung emotionaler Inhalte und psychologische Belohnungssysteme. Mehrere Gerichte ließen entsprechende Verfahren zu, erste Urteile und Vergleiche folgten bereits.
Die eigentliche Gefahr reicht jedoch noch weiter. Wer Aufmerksamkeit kontrolliert, beeinflusst auch Wahrnehmung, Emotionen und gesellschaftliche Debatten. Algorithmen bevorzugen oft Inhalte, die Empörung, Angst oder starke Reaktionen auslösen, weil sie Engagement erzeugen. Dadurch entstehen nicht nur Suchtmechanismen, sondern auch ideale Bedingungen für Desinformation, Polarisierung und politische Manipulation. Die Frage lautet deshalb nicht mehr nur, wie soziale Medien unser Verhalten verändern, sondern zunehmend auch, wer diese Mechanismen steuert – und zu welchem Zweck.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen wird sichtbar, wie eng psychische Gesundheit, Aufmerksamkeitsökonomie und digitale Beeinflussung inzwischen miteinander verknüpft sind. Die Verfahren gegen die Plattformen könnten deshalb weit über Schadensersatz hinausweisen: Sie berühren die Grundfrage, ob digitale Räume primär dem Gemeinwohl dienen – oder der möglichst effizienten Steuerung menschlicher Aufmerksamkeit für Profitzwecke.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation ► Umwelt und Sozialisation
Bundesregierung 2025
Debatte über »Kanzlertausch«: Spahn und Länderchefs stellen sich demonstrativ hinter Merz
»Wir sind Merz«: Unionsfraktionschef Jens Spahn und mehrere CDU-Länderchefs haben dem Kanzler den Rücken gestärkt. Gerüchte über einen Wechsel nannten sie »Unsinn«.
Einkommensgrenze CDU-Fraktionsvize will Kinder eher an Pflegekosten der Eltern beteiligen
Im Streit um die ausufernden Kosten der Pflegeversicherung will ein führender CDU-Politiker nun auch Kinder von Betroffenen stärker heranziehen. Bislang müssen sie nur bei sehr hohem Einkommen einspringen.
Bildschirmzeit von Kleinkindern: Karin Prien will Medienkonsum für Kinder unter drei Jahren verbieten
Die Bundesfamilienministerin dringt auf ein Medienverbot für Kleinkinder. Sie fordert zudem fundierte Sprach- und Entwicklungstests rund um den vierten Geburtstag.
Deutschland
Aktion in Hamm: Klimaschützer protestieren mit einem Windrad aus Menschen gegen geplante Gaskraftwerke
Unter dem Motto »Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen« haben Klimaaktivisten für den Ausbau erneuerbarer Energien protestiert – mit einem kreativen Zeichen. 2000 Menschen sollen an der Formation beteiligt gewesen sein.
Kampfkandidatur gegen Strack-Zimmermann: Wolfgang Kubicki zum neuen Parteivorsitzenden der FDP gewählt
Auf dem Bundesparteitag der FDP ist es überraschend zu einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz gekommen. Wolfgang Kubicki konnte die Wahl gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann für sich entscheiden, er erhielt 60 Prozent der Stimmen.
Patientensicherheit: Techniker Krankenkasse verzeichnet so viele Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler wie noch nie
Sie sind mitunter gefährlich und teuer: Behandlungsfehler. In drei Bereichen registriert die Techniker Krankenkasse besonders viele Verdachtsfälle.
Elementarteilchen: Was Sachsen-Anhalts Wissenschaft erwartet, wenn die AfD das Ministerium übernimmt
Die AfD in Sachsen-Anhalt und die Wissenschaft, ein Reset fürs Gehirn und warum Menschen »arrogante Affen« sind: Die Lese-Empfehlungen der Woche aus der Wissenschaftsredaktion des SPIEGEL.. Von Kerstin Kullmann
Zusammenhänge und Vertiefung: Sachsen-Anhalt: AfD will „Niedergang der deutschen Wissenschaft“ beenden
Erneute Sperrung: Drohnenalarm legt Münchner Flughafen für eine Stunde lahm
Die Start- und Landebahnen des Münchner Flughafens sind am Morgen vorübergehend gesperrt worden. Piloten hatten über eine mögliche Drohne berichtet. Inzwischen läuft der Betrieb wieder.
Pflege wird immer teurer: Was Pflegekosten mit einem kaputten Dach zu tun haben
Warum ist Pflege in einem Altenheim so teuer? Dass wir alle älter werden, greift zu kurz. Vielmehr zahlt der Pflegebedürftige für Dinge, die mit seiner Pflege nichts zu tun haben. Von Britta Spiekermann
Q. meint: Die Debatte um die Pflege zeigt, wie stark der gesellschaftliche Zusammenhalt künftig auf die Probe gestellt wird. Millionen Menschen haben jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge gezahlt und Angehörige gepflegt. Gleichzeitig gerät das System durch Demografie, steigende Pflegezahlen und explodierende Kosten immer stärker unter Druck. Die Finanzlücken der Pflegeversicherung gehen inzwischen in die Milliarden.
Gerade deshalb greift die Diskussion tiefer als die Frage einzelner Beitragssätze. Artikel 14 des Grundgesetzes formuliert einen Gedanken, der heute wieder an Bedeutung gewinnt: Eigentum verpflichtet. Wer über große Vermögen verfügt, trägt auch Verantwortung für das Gemeinwesen, dessen Infrastruktur, Stabilität und soziale Sicherheit diese Vermögen überhaupt erst ermöglichen.
Gleichzeitig darf Solidarität nicht bedeuten, dass Menschen mit durchschnittlichem Einkommen oder einem selbst erarbeiteten Eigenheim am Ende ihre gesamte Lebensleistung verlieren. Entscheidend ist eine faire Balance zwischen Eigenverantwortung, Vermögensbeteiligung und gesellschaftlicher Solidarität. Denn wenn immer mehr Pflegebedürftige verarmen und zugleich große Vermögen weitgehend geschont werden, gerät das Fundament des sozialen Zusammenhalts ins Wanken. Die eigentliche Herausforderung lautet daher nicht: privat oder solidarisch? Sondern: Wie organisieren wir Pflege so, dass Würde, Generationengerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt erhalten bleiben?
CSU-Reformen: Manfred Weber bestreitet Ambitionen auf CSU-Parteivorsitz
Der stellvertretende CSU-Vorsitzende fordert Mut und Herz für eine Neuausrichtung seiner Partei. Bundeskanzler Merz attestiert er eine »starke Stellung« auf EU-Ebene.
Schlagzeilenmix
Polit-Chaos in Ankara: Eine Oppositionspartei, zwei Parteivorsitzende, viele wütende Türken
Kemal Kılıçdaroğlu betrat erstmals wieder die Parteizentrale der Oppositionspartei CHP, nachdem ein Gericht ihn als Parteichef installiert hatte. Zeitgleich demonstrierten Tausende für seinen abgesetzten Vorgänger Özgür Özel.
Die Lage: Inside Austria Wie stark ist der IS in Österreich?
Diese Woche sind in zwei der bisher größten Terrorprozesse in Österreich die Urteile gefallen: Der Anschlag in Villach und die geplanten Attentate auf ein Konzert von Taylor Swift in Wien zeigen das Ausmaß des Problems. Von Fabian Schmid
USA
Nach Rückzug mehrerer Künstler: Trump will Gratiskonzerte zur Jubiläumsparty der USA wieder absagen
Aus den Gratiskonzerten zum 250-jährigen Bestehen der USA wird offenbar nichts. US-Präsident Trump möchte stattdessen selbst eine Rede halten. Er sei schließlich die »Attraktion Nummer eins überall auf der Welt«.
Plan B für Milliardär: Peter Thiel soll sich Zufluchtsort in Buenos Aires aufgebaut haben
Flüchtet der rechtsgerichtete Unternehmer aus den USA nach Argentinien? Peter Thiel arbeitet laut »New York Times« an einem neuen Leben in Buenos Aires. Dahinter sollen politische Gründe stecken.
Q. meint: Der Fall Peter Thiel zeigt exemplarisch eine Entwicklung, die der Neoliberalismus selbst hervorgebracht hat: Globale Eliten profitieren von offenen Märkten, internationalem Kapitalverkehr und staatlicher Infrastruktur, betrachten Nationalstaaten aber zunehmend nur noch als Standorte im Wettbewerb um Steuern, Regulierung und persönliche Vorteile. Wenn Milliardäre verschiedene Staatsbürgerschaften, Rückzugsorte und „Plan B“-Länder wie Bestandteile eines Finanzportfolios organisieren, wird sichtbar, wie weit sich Teile der globalen Vermögenselite von den Lebensrealitäten normaler Bürger entfernt haben.
Bemerkenswert ist dabei die politische Nähe Thiels zu Javier Mileis radikal-libertärem Kurs in Argentinien. Weniger Staat, weniger Regulierung, weniger Steuern – genau jene Ideologie, die über Jahrzehnte weltweit Vermögenskonzentration, Privatisierung und die Schwächung öffentlicher Strukturen vorangetrieben hat. Während breite Teile der Gesellschaft mit steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsproblemen und sozialer Unsicherheit konfrontiert sind, suchen manche Superreiche nach immer neuen Rückzugsräumen vor den Folgen eines Systems, von dem sie selbst massiv profitiert haben.
Gerade darin liegt die eigentliche Ironie: Je stärker gesellschaftlicher Zusammenhalt, Umverteilung und öffentliche Hand zurückgedrängt werden, desto größer werden Instabilität, Polarisierung und Zukunftsängste – und desto mehr investieren Teile der Elite in private Sicherheitsnetze statt in die Stabilisierung des Gemeinwesens.
Trump verärgert über Richter-Entscheid: Kennedy Center soll Trumps Namen wieder ablegen
Ein US-Richter hat angeordnet, dass Trumps Name von der Fassade des Kennedy Centers verschwinden muss. Der Präsident reagiert verärgert und zieht sich von dem Projekt zurück.
Spannungen um Karibikinsel: Topmilitärs aus Kuba und den USA treffen sich bei Guantanamo
Donald Trump drohte Kuba mit einem Militäreinsatz – Havanna wiederum, hieß es zuletzt, könnte zu einem Schlag gegen den US-Stützpunkt Guantanamo Bay bereit sein. Nun sind ranghohe Generäle beider Seiten überraschend zusammengekommen.
Gesundheitsreport des Präsidenten: Arzt attestiert Trump »exzellente Gesundheit« – der Präsident soll aber abnehmen
Dass US-Präsidenten die Ergebnisse ihres Gesundheitschecks teilen, ist in den USA Tradition. Mit Donald Trump sind die Ärzte offenbar weitgehend zufrieden, mit einigen Ausnahmen.
Vergleich mit Steuerbehörde: Gerichte prüfen Trumps umstrittenen Milliardenfonds für »politische Opfer«
Donald Trump klagte wegen Steuerenthüllungen gegen die US-Regierung – und erzielte eine für ihn äußerst attraktive außergerichtliche Einigung mit seinem eigenen Justizminister. Jetzt schalten sich Gerichte ein.
Nahostkonflikt
Ukraine-Krieg und Russland
Angriffe in der Nacht Ukrainische Drohnen treffen russisches Öllager und Tanker
In der Nacht hat die Ukraine ein Öllager und einen Tanker im Süden Russlands mit Drohnen angegriffen – dort brachen Feuer aus.
29. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Tausende vertrieben, Kinder ertrunken: Syrien kämpft gegen Euphrat-Hochwasser
Während in Europa Rekordtemperaturen gemessen werden, meldet Syrien Tote nach Überschwemmungen. Die Behörden geben dafür auch der Türkei die Schuld.
Extremwetter-Prognose Wie schlimm wird El Niño wirklich?
„Super-El-Niño“ oder „Mega-El-Niño“ – manch Schlagzeile klingt alarmierend. Für die Forschung steht fest: Das Klimaphänomen wird sich höchstwahrscheinlich bis Juli im Pazifik aufbauen. Aber wie schlimm wird es wirklich? Von Florian Falzeder, BR
Q. meint: El Niño ist kein Einzelereignis, das man achselzuckend abwartet. Wenn NOAA für Mai bis Juli 2026 eine hohe Wahrscheinlichkeit für El-Niño-Bedingungen sieht und die WMO vor Folgen für Temperatur- und Niederschlagsmuster warnt, ist das ein weiterer Hinweis auf ein destabilisiertes Klimasystem.
Natürlich verursacht El Niño nicht „den Klimawandel“. Aber er wirkt wie ein Verstärker in einer Welt, die durch fossile Energien bereits aufgeheizt ist: mehr Hitze, verschobene Regenzeiten, Dürren, Starkregen, Ernteausfälle, soziale Spannungen.
Wer jetzt weiter bremst, relativiert oder die Energiewende zur Kostenfrage verkleinert, verkennt die Dimension. Die eigentlichen Kosten entstehen durch Untätigkeit. Eine konsequente Energiewende ist keine ideologische Spielerei, sondern Risikovorsorge: raus aus Kohle, Öl und Gas, schneller Ausbau von Erneuerbaren, Netzen, Speichern, Effizienz und sozial gerechter Finanzierung.
Die Physik verhandelt nicht. Sie bilanziert.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Klimawandel ►Zeitenwende
Hitzewelle in Westeuropa: Sie schwitzen jetzt schon? Das ist erst der Anfang
Selbst Tennisprofis kollabieren in der Hitzewelle, die sich derzeit über Europa legt. Die Uno warnt vor neuen Temperaturrekorden in den kommenden Jahren. Höchste Zeit, sich vorzubereiten. Ein Newsletter von Susanne Götze
Wissenswertes
Politik und Angst: Wenn Angst die Demokratie zerstört
Populisten unterscheiden sich von Demokraten vor allem in der Art, wie sie Angst instrumentalisieren. Sie glauben: Wer Angst macht, hat Macht. Und leider stimmt das. Von Marcel Fratzscher
Q. meint: Die Instrumentalisierung von Angst ist kein neues Phänomen. Schon im 20. Jahrhundert wurden Massenpsychologie, Propaganda und moderne Medien gezielt genutzt, um Stimmungen zu lenken – von autoritären Regimen bis hin zu kommerziellen Kampagnen. Neu ist heute vor allem die Geschwindigkeit und Reichweite digitaler Plattformen.
Gleichzeitig greift es zu kurz, Angst nur als Werkzeug „der anderen Seite“ zu betrachten. Auch reale Krisen – Finanzkrisen, Terror, Pandemie, Klimawandel oder geopolitische Konflikte – erzeugen objektive Verunsicherung. Die eigentliche Frage lautet daher: Wer erklärt komplexe Probleme ehrlich – und wer verwandelt Unsicherheit in politische oder ökonomische Macht?
Geschichte zeigt, dass Gesellschaften besonders anfällig für Polarisierung werden, wenn soziale Ungleichheit wächst und Menschen den Eindruck gewinnen, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Dann entstehen einfache Feindbilder, während die eigentlichen Ursachen oft im Hintergrund bleiben.
Eine demokratische Öffentlichkeit lebt deshalb nicht von permanenter Empörung, sondern von Aufklärung, Einordnung und der Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. Genau daran entscheidet sich, ob Angst zum Rohstoff von Macht wird – oder zum Ausgangspunkt für vernünftige Lösungen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation ► Zeitenwende
Innerer Kompass Tauben navigieren womöglich mit ihrer Leber
Vögel nutzen das Magnetfeld der Erde, um sich zu orientieren. Wie das genau funktioniert, war bislang unklar. Nun zeigt eine Studie: Tauben helfen dabei wohl weder ihre Schnäbel noch ihre Augen.
Bundesregierung 2025
Flucht nach Deutschland: Wehrdienst in Russland ist für die Bundesregierung kein Schutzgrund
Wer wegen seines Wehrdienstes aus Russland nach Deutschland flieht, muss nicht zwingend aufgenommen werden. Die Erteilung des Schutzes bleibt stets eine Einzelfallentscheidung mit Sicherheitsprüfung.
Spekulationen über Kanzlerwechsel: Wüst sagt Merz volle Unterstützung zu
Könnte Hendrik Wüst Bundeskanzler Friedrich Merz im Amt ablösen? Der NRW-Ministerpräsident hat diesen Gerüchten nun deutlich widersprochen. Im Kanzleramt warnt man vor einer »gefährlichen Lust an der Zündelei«.
Entgelttransparenz: Deutschland reißt EU-Frist zur Entgelttransparenz
Bis zum 7. Juni sollte Deutschland eine EU-Vorgabe zu Lohntransparenz umgesetzt haben. Das Familienministerium räumt ein, dass das nicht gelingen werde. Von Tina Groll
Reformpläne der Bundesregierung: Pflegefinanzierung: Eigenheim als Reserve für Pflegekosten?
Die Debatte über steigende Pflegekosten hält an: Die SPD warnt vor der stärkeren Einbeziehung von Eigenvermögen, die CDU fordert mehr Eigenverantwortung.
Wohnhaus getroffen Merz und Wadephul verurteilen Einschlag russischer Drohne in Rumänien
Nahe der Grenze zur Ukraine schlägt eine russische Drohne auf dem Gebiet Rumäniens ein. Die Bundesregierung ächtet den Vorfall und setzt auf Solidarität mit dem Nato-Mitglied.
Chinas Investitionen in Deutschland: Katherina Reiches gefährlicher Flirt mit chinesischen Investoren
Auf ihrer Chinareise will die Wirtschaftsministerin chinesische Firmen nach Deutschland locken. Die Chancen sind gut – aber es ist eine Strategie mit hohen Risiken. Von Marlies Uken, Guangzhou, China
Kanzlertausch-Debatte bei „illner“: Frei sagt nichts, und das immer wieder
Kanzleramtschef Frei (CDU) will partout nichts zur Debatte um eine mögliche Ablösung von Kanzler Merz sagen. Beim Thema Vermögenssteuer hat Frei eine klare Position – dagegen.
Q. meint: Bei Maybrit Illner fiel vor allem auf, wie konsequent Thorsten Frei den eigentlichen Fragen auswich. Statt über die Ursachen der schlechten Umfragewerte, die Konflikte in der Koalition oder die Finanzierung geplanter Reformen zu sprechen, wurde die Debatte immer wieder auf allgemeine Durchhalteparolen und den Verweis auf „schwierige Entscheidungen“ gelenkt. Selbst beim Streit um höhere Steuern für Spitzenverdiener blieb offen, wie die milliardenschweren Vorhaben konkret finanziert werden sollen. Wer Reformen ankündigt, muss nicht nur über Entlastungen reden, sondern auch ehrlich benennen, wer die Rechnung bezahlt. Genau diese Klarheit fehlte
Debatte über Kanzlerwechsel. Ex-Ministerpräsident Koch stellt sich hinter Merz
Ein Kanzlerwechsel, mitten in der Legislaturperiode? Friedrich Merz musste zuletzt heikle Gerüchte abwehren. Nun melden sich öffentlich Weggefährten und Vertraute zu Wort.
Q. meint: Interessant ist, wie ähnlich die Kommunikationsmuster wirken. Während Thorsten Frei bei Illner zentrale Fragen zu Finanzierung, Reichensteuer und sozialen Lasten weitgehend mit politischen Allgemeinplätzen umschiffte, sprach auch Roland Koch bei Lanz viel über Verantwortung, Stabilität und Führung, ohne die eigentlichen Konflikte offen zu benennen.
Bemerkenswert war dabei seine Formulierung, CDU und SPD seien die „historischen Antagonisten“. Gleichzeitig verwies die Journalistin Anna Lehmann auf die Enttäuschung mancher Merz-Anhänger innerhalb der Union. Viele von ihnen hatten erwartet, dass Friedrich Merz im Kanzleramt einen deutlich marktradikaleren Kurs verfolgen würde. Lehmann brachte diese Erwartung mit den Worten auf den Punkt: „Wenn der im Kanzleramt sitzt, dann macht er astreine neoliberale Politik.“
Gerade darin wird der grundlegende Unterschied zwischen SPD und CDU sichtbar. Während sozialdemokratische Politik auf sozialen Ausgleich, Arbeitnehmerrechte und staatliche Gestaltung setzt, vertraut die CDU in wirtschaftlichen Fragen traditionell stärker auf Marktmechanismen, Wettbewerb und private Initiative. Die Enttäuschung mancher Merz-Unterstützer rührt daher, dass die politische Realität einer Koalitionsregierung Kompromisse erzwingt und ein Teil der von ihnen erwarteten neoliberalen Agenda bislang ausbleibt.
Vor diesem Hintergrund wirkt auch Kochs Rolle nicht unproblematisch. Seine Amtszeit ist bis heute mit der hessischen Steuerfahnder-Affäre verbunden. Mehrere Steuerfahnder, die gegen große Fälle von Steuerhinterziehung ermittelten, wurden auf Grundlage später massiv kritisierter psychiatrischer Gutachten aus dem Dienst gedrängt. Die Vorgänge wurden später gerichtlich und parlamentarisch aufgearbeitet.
Wenn heute über Reichensteuern, Haushaltslöcher und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert wird, reicht es daher nicht, über Personen oder Koalitionstaktik zu sprechen. Die entscheidende Frage lautet: Welche Rolle sollen Markt und Staat künftig spielen – und wer trägt die Lasten der anstehenden Transformation? Genau um diese Frage wird seit Jahrzehnten zwischen CDU und SPD gerungen. Sie verdient mehr als politische Nebelkerzen und Ausweichmanöver.
Debatte über Achtstundentag: Ökonomen schlagen Ausweitung der Arbeitszeit nur für Bürobeschäftigte vor
Schwarz-Rot hat sich beim Streit über den Achtstundentag verhakt, nun machen Ökonomen einen Vorschlag: Die Höchstarbeitszeit könnte zunächst nur für bestimmte Berufe ausgedehnt werden. Von den Gewerkschaften kommt hingegen eine Warnung.
Deutschland
Erste Städte rufen zum Wassersparen auf: Experte: Trinkwasser wird „eine knapper werdende Ressource“
Jülich, Bad Oeynhausen, Waldmünchen: In mehreren Orten werden Bürger gebeten, Wasser zu sparen – und das im Mai. Ist das normal? Ein Hydrogeologe ordnet im Interview ein.
Stress, Zusammenbrüche Armedangels-Chef übernimmt nach Kritik an Unternehmenskultur Verantwortung
Beim Modelabel Armedangels soll ein toxisches Arbeitsklima geherrscht haben. Auf Vorwürfe im SPIEGEL räumt der Chef des Unternehmens Fehler ein. Vieles habe sich bereits verändert – und er gelobt Besserung.
Protest in Mülheim an der Ruhr: Klimaaktivisten blockieren Werk von Panzerbauer KNDS
Beim Klimacamp in Hamm protestieren Menschen gegen das zaghafte Tempo bei der Dekarbonisierung. Einige Aktivisten fahren 90 Kilometer nach Westen zu einem Panzerbauer. Auch die Gleise zu einem Rohrwerk werden zeitweise lahmgelegt.
Hybride Kriegsführung: Kriegsschiff beschädigt: Erneut Sabotageverdacht bei der Marine
Zuletzt häuften sich mögliche Sabotagefälle bei der Marine. Anfang des Jahres wurde nach CORRECTIV-Informationen ein Riss in der Tankleitung einer Fregatte in Wilhelmshaven entdeckt. Steckt Russland dahinter? Von Till Eckert , Alexej Hock , Martin Murphy
Q. meint: CORRECTIV gilt grundsätzlich als seriöses Recherchemedium und berichtet hier über einen realen Sabotageverdacht bei der Marine. Ob tatsächlich ein ausländischer Akteur – etwa Russland – dahintersteckt, müssen jedoch die laufenden Ermittlungen klären; bislang handelt es sich um einen Verdacht, nicht um einen Beweis.
Designierter FDP-Chef im Interview Kubicki würde Kanzler auch mit AfD-Stimmen wählen
Am Wochenende will sich Wolfgang Kubicki zum FDP-Chef wählen lassen. Er lehnt eine Brandmauer zur AfD ab und will die Partei inhaltlich stellen. Mit FOCUS online sprach er auch über Meinungsfreiheit und „Eierarsch” Merz.
Teuerung in Deutschland Inflation sinkt auf 2,6 Prozent – dank Tankrabatt
Der Tankrabatt zeigt Wirkung: Die Preise sind im Mai weniger stark gestiegen als erwartet. Dennoch hat der Irankrieg das Leben in Deutschland stark verteuert.
Erinnerungskultur: »Deutsche Opfer first«
Das Bundesinnenministerium will die Stiftung »Flucht, Vertreibung, Versöhnung« umbauen. Kritiker befürchten die Nationalisierung des Weltkriegsgedenkens. Zu Recht? Von Christian Staas
Hunderte beschädigte Autos: Bauschaum im Auspuff – mutmaßliche Saboteure angeklagt
Habeck-Aufkleber am Fenster, Auspuffe mit Bauschaum verstopft: Nach einer Attackenserie vor der vergangenen Bundestagswahl erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage. Nach SPIEGEL-Recherchen führt die Spur nach Russland.
Prozess gegen Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer soll nach Maut-Debakel vor Gericht
Vorwurf der Falschaussage: In Verbindung mit der gescheiterten Autobahnmaut ist eine Anklage gegen den früheren Bundesverkehrsminister Scheuer zugelassen worden. Am Anfang der Ermittlungen stand eine Enthüllung des SPIEGEL.
Q. meint: Im Fall Scheuer geht es juristisch nicht um Korruption, sondern um den Vorwurf einer möglichen Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss. Politisch bleibt jedoch die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass ein Projekt gegen erhebliche rechtliche Risiken vorangetrieben wurde und den Bund letztlich rund 270 Millionen Euro an Schadenersatz kostete. Wer öffentliche Gelder in dieser Größenordnung riskiert, trägt eine besondere Verantwortung für Transparenz und vollständige Aufklärung. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Vorgänge nun rechtsstaatlich aufgearbeitet werden. Vertrauen in Politik entsteht nicht durch Macht, sondern durch Nachvollziehbarkeit und Rechenschaft.
Zur Vertiefung: Iris Sayram, ARD Berlin, zur Anklage gegen den Ex-Verkehrsminister Scheuer
Insolventer Batteriezellhersteller Landesregierung von Schleswig-Holstein verstieß bei Northvolt gegen Informationspflicht
Erfolg für FDP und SPD: Nach Ansicht des Landesverfassungsgerichts hat die schwarz-grüne Landesregierung in Kiel bei der Förderung einer Northvolt-Batteriefabrik ihre Informationspflicht missachtet.
Arbeitsmarkt Zahl der Arbeitslosen sinkt wieder unter drei Millionen
Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht gesunken, aber sie liegt höher als im Vorjahr. Eine Trendwende ist weiterhin nicht in Sicht.
Deutsche Wirtschaft: Importpreise mit stärkstem Anstieg seit drei Jahren
Teure Energie infolge des Irankriegs hat die deutschen Importpreise beeinflusst. Diese hatten im April den stärksten Anstieg seit Januar 2023.
Konjunktur: Angst vor Engpässen beschert deutscher Chemieindustrie mehr Aufträge
Deutsche Chemiebetriebe bekommen infolge des Irankriegs mehr Aufträge. Der Branchenverband VCI warnt jedoch, es könnte sich nur um kurzfristige Effekte handeln.
Datenauswertung: In diesen Städten liegen die Mieten unter 8,50 Euro pro Quadratmeter
Die Mietmärkte sind angespannt. Doch wer abseits der großen Metropolen sucht, kann günstige Angebote finden. Eine neue Auswertung zeigt, welche Städte moderate Mieten haben.
Mögliche Verstöße gegen EU-Grundwerte Überwachungsbehörde nimmt Europapartei der AfD ins Visier
Der Europapartei, zu der auch die AfD gehört, droht offenbar der Entzug von Fördermitteln. Die zuständige Überwachungsbehörde sieht Indizien für einen Verstoß gegen Grundwerte der EU.
IT-Konzern: Telekom und Ver.di einigen sich auf neuen Tarifvertrag
Für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten bei der Telekom gilt bis Ende 2028 ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Außerdem steigt das zusätzliche Monatsentgelt.
USA
Donald Trump kann sich freuen: US-Republikaner teilen erneut Stimmbezirk mit mehrheitlich schwarzen Wählern
Im US-Bundesstaat Louisiana hat der Senat eine neue Aufteilung der Kongressbezirke gebilligt. Die Entscheidung schmälert die Chance der Demokraten auf eine Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Midterms im November.
Entscheidung eines Bundesgerichts: Trumps umstrittener Fonds für »politische Opfer« ist vorerst gestoppt
1,8 Milliarden Dollar will Donald Trump an Opfer einer angeblich politisch motivierten Justiz auszahlen. Das Vorhaben des US-Präsidenten geht sogar vielen Republikanern zu weit. Nun ist ein Bundesgericht eingeschritten.
Schlagzeilenmix
Fragiles Ex-Bürgerkriegsland: Experten finden in Syrien Chemiewaffenverstecke der Assads
Das Assad-Regime hat über Jahrzehnte C-Waffen produziert, sie auch gegen die Syrer eingesetzt. Nach dem Diktatorensturz hat Israel einige Lagerstätten angegriffen. Nun wurden wieder welche entdeckt – in Homs, Hama und Latakia.
Neue Regierung in Budapest EU will eingefrorene Milliarden für Ungarn freigeben
Bis zu 16,4 Milliarden Euro könnten demnächst aus Brüssel nach Ungarn fließen – sofern Budapest angekündigte Reformen umsetzt. Mehr als zwei Milliarden Euro der eingefrorenen Gelder sind hingegen bereits verfallen.
Klage von Bürgerrechtlern Kenianisches Gericht untersagt Quarantänezentrum für US-Ebolapatienten
Ein in Kenia errichtetes Quarantänezentrum für US-Bürger darf vorerst nicht in Betrieb genommen werden. Ein Gericht in dem ostafrikanischen Land hat noch Fragen an die Regierung.
Nahostkonflikt
Bei Kriegsbeginn: Vereinigte Arabische Emirate haben offenbar Dutzende Luftschläge gegen Iran durchgeführt
Israel und die US-Geheimdienste sollen geholfen haben: Die Emiratis haben Iran im Frühling wohl deutlich härter angegriffen als bislang bekannt. Und die aktuellen Verhandlungen? Die Ajatollahs werfen Donald Trump jetzt Fake News vor.
Strategische Stellung im Libanon: Israel nähert sich Kreuzfahrerburg Beaufort erstmals seit einem Vierteljahrhundert
30 Kilometer nördlich der Grenze: Israels Premier Benjamin Netanyahu hat dem Militär den Marschbefehl über den Litani-Fluss gegeben. Im Kampf gegen die Hisbollah rückt nun auch ein weiterer hochsymbolischer Ort in den Fokus.
Hohe Lebensmittelpreise Wie die Hamas an der Not in Gaza verdient
Die Preise für Fleisch sind explodiert, eine Jeans ist fast unbezahlbar. Das Leben im Gazastreifen wird immer teurer. Dahinter stehen Strukturen, von denen vor allem die Hamas profitiert. Von Björn Dake, ARD-Studio Tel Aviv
Berichte über US-Iran-Abkommen: Mehr als nur „viele Fortschritte“?
Schon mehrfach hieß es, die USA und Iran stünden vor einem Abkommen, um die Waffenruhe zu verlängern. Nun schüren Berichte neue Hoffnung. US-Vize Vance spricht von „vielen Fortschritten“. Doch ob Trump und Teheran zustimmen, ist offen.
Ukraine-Krieg und Russland
Angespanntes Verhältnis zwischen Moskau und Eriwan: Putin warnt Armenien vor negativen Folgen bei EU-Annäherung
In Armenien stehen Parlamentswahlen an. Das nutzt Wladimir Putin, um das Land zu warnen. Ein proeuropäisches Votum dürfte der Kremlherrscher mit dem Streichen von Vergünstigungen für russisches Gas quittieren
Q. meint: Putins Reaktion auf Armenien wirkt wie ein weiteres Beispiel dafür, dass der Kreml weniger die NATO fürchtet als den politischen Kontrollverlust über ehemalige Einflusszonen. Wenn bereits eine stärkere Annäherung an die EU mit Drohungen über Gaslieferungen, Handelsbeschränkungen und wirtschaftliche Konsequenzen beantwortet wird, dann stellt sich die Frage, worin die eigentliche Bedrohung gesehen wird: in Panzern – oder in demokratischen und rechtsstaatlichen Alternativen direkt vor der eigenen Haustür.
Gerade Armenien zeigt zudem die Schwäche des NATO-Narrativs. Das Land ist kein NATO-Mitglied und strebt derzeit vor allem eine engere Anbindung an die EU an. Dennoch reagiert Moskau mit massivem Druck. Das spricht dafür, dass es hier nicht primär um militärische Sicherheit geht, sondern um geopolitischen Einfluss und die Sorge, weitere Staaten könnten sich dem russischen Machtbereich entziehen.
Russischer Drohneneinschlag Rumäniens Präsident kündigt Ausweisung des russischen Konsuls an
Russlands Konsul muss die Schwarzmeer-Stadt Constanța verlassen. Das gab Rumäniens Präsident Nicușor Dan nach dem Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus bekannt. Der Kreml kündigte eine zügige Reaktion an.
Kritik an Veranstaltern Jüdischen Gruppen droht Ausschluss von Pride-Parade in Rom
Vor der Pride in Rom wird jüdischen Gruppen ein Festwagen verwehrt. Nur wer ein politisches Manifest der Veranstalter abnickt und sich vom israelischen Vorgehen im Gazastreifen distanziert, soll dabei sein dürfen.
»Unverantwortliche Eskalation«: Einschlag russischer Drohne in Rumänien löst international Empörung aus
Rumänien verurteilt den Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus mit scharfen Worten. Das Außenministerium des Landes spricht von einer »unverantwortlichen Eskalation«. Auch die Nato und die EU reagieren.
An Grenze zur Ukraine: Drohneneinschlag setzt rumänisches Hochhaus in Brand
Der Nato-Staat Rumänien meldet kurz nacheinander zwei Vorfälle mit Drohnen. Ein Flugobjekt schlug in Galati in einem Wohnhaus ein. Ein weiteres wurde nahe der Grenze zu Ungarn entdeckt – mehr als 400 Kilometer entfernt.
Militärhistoriker Reisner: Was verrät der Oreschnik-Einsatz über Russlands Strategie?
Der Einsatz der Hyperschallrakete beim Angriff auf Kiew kam für Militärexperte Reisner wenig überraschend. Russland nutze dieses Drohmittel, weil es an der Front nicht vorangehe.
28.05.2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Hoffnung für bedrohte Gebiete? Korallenriffe vor Australien trotzen dem Klimawandel
Überraschend gute Nachrichten aus Westaustralien: Einige Korallenriffe zeigen sich außergewöhnlich widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels. Forschende sprechen von möglichen »Refugien«.
Klimawandel: Forscher gehen von neuer globaler Höchsttemperatur bis 2030 aus
2024 lag die Durchschnittstemperatur 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Bis Ende des Jahrzehnts dürfte dieser Wert Klimaforschern zufolge überschritten werden.
Q. empfiehlt dringend diese Dokufiktion aus dem Jahr 1994:
Crash 2030 – Ermittlungsprotokoll einer Katastrophe
Deutschland 2030: tote Wälder von den Alpen bis zur Nordsee. In den Hochgebirgen sind ganze Täler unbewohnbar, Garmisch und Mittenwald sind von ungeheuren Schlammmassen reißender Wildbäche schwer zerstört. Der Rhein liegt im Sommer trocken, in Winter und Frühjahr wälzen sich Flutwellen durch die Täler, Jahrhundertüberschwemmungen sind Alltag. „Crash 2030“ ist eine Zeitreise in die Klimakatastrophe mit aufwändigen computergestützten Montagen. In einer fingierten Gerichtsverhandlung vor dem europäischen Gerichtshof wird Anklage gegen die Verantwortlichen erhoben, die in Politik und Wirtschaft sehenden Auges nichts unternommen haben, um die Katastrophe abzuwenden. Beweismaterial: historische Filmaufnahmen aus den Jahren 1985-94. Regie: Joachim Faulstich
Untersuchung von Allianz Trade: Studie: Hitze zunehmendes Problem für Wirtschaft
Höhere Energiekosten, weniger Produktivität – extreme Hitze wird einer Studie zufolge zunehmend zur Belastung für Unternehmen in Deutschland.
Was Forscher aus Blatten lernen: Warum Berge zunehmend ins Rutschen geraten
Vor einem Jahr wurde Blatten in der Schweiz verschüttet. Geograf Christian Huggel erwartet weitere Bergstürze. Wie schmelzendes Wasser Berge in den Alpen destabilisieren kann.
Seenotrettung: Rund 400 Migranten sollen vor Kreta in Sicherheit gebracht worden sein
Mehrere Boote mit Hunderten Migranten sind einem Medienbericht zufolge südlich von Kreta entdeckt und gerettet worden. Wegen der ruhigen See könnten weitere Boote folgen.
Bundesregierung 2025
Debatte in der Union: Warum die Kanzlerdiskussion um Wüst wieder losgeht
Die Beliebtheitswerte von Kanzler Merz sind schlecht wie nie. Das gibt offenbar Nährboden für eine alte Diskussion: Kann NRW-Ministerpräsident Wüst Kanzler? Die Debatte verrät viel über den Zustand der Koalition. Eine Analyse von Jochen Trum, WDR
Pflegekosten: SPD zeigt sich offen für Pflege-Vorstoß aus der Union, Vermögende mehr zu belasten
In der Debatte über die Reform der Pflegeversicherung hat die Union vorgeschlagen, dass Vermögende im Pflegefall zunächst auf ihre Vorsorge zurückgreifen sollen. Die SPD-Bundestagsfraktion hält die Idee für »diskutabel«.
Prank im Bundestag: CDU schickt Broschüre an AfD-Abgeordnete – mit Austrittstext
»Abstieg für Deutschland« heißt eine Broschüre, in der die CDU umfangreiche Kritikpunkte zur AfD auflistet. Verschickt wurde sie nun an alle Bundestagsabgeordneten. Die Partei schäumt.
Kritik an »Erbenschutzprogramm«: Union will Eigenheim bei Finanzierung der Pflege einbeziehen
Die Wirtschaftsweisen plädieren dafür, bei der Pflege stärker das Vermögen heranzuziehen. Auch aus der Union heißt es: Erst das Eigenheim einsetzen, bevor die Gemeinschaft zahlt.
Erneuerbare Energien: Wie Katherina Reiche die Bürgerenergiewende demontiert
Vermeintlich geht es um den Strompreis. Doch viel stärker achtet die Wirtschaftsministerin auf das Wohl der Netzbetreiber – einer Branche, der sie einst selbst diente. Eine Kolumne von Petra Pinzler
Q. meint: Katherina Reiche war bis vor Kurzem Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, einer E.on-Tochter mit starken Interessen im Gas- und Netzgeschäft. Wenn dieselbe Politikerin heute den Ausbau dezentraler Solarenergie bremst, Einspeisevergütungen infrage stellt und stärker auf Gas setzt, ist der Vorwurf eines Interessenkonflikts kaum überraschend.
Dabei geht es längst nicht nur um parteipolitische Debatten, sondern um enorme wirtschaftliche Interessen im Hintergrund. Wer inmitten eskalierender Klima- und Ressourcenkrisen die Energiewende verlangsamt, verteidigt alte fossile Geschäftsmodelle – und verschiebt die ökologischen, sozialen und finanziellen Folgekosten auf kommende Generationen. Genau darin liegt das eigentliche Problem: kurzfristige Lobbyinteressen gegen langfristige Zukunftssicherung.
Andrang auf E-Autos: Die E-Auto-Kaufprämie wirkt – doch wer profitiert wirklich?
Neue Daten zeigen: Die Kaufprämie motiviert offenbar viele Verbraucher zum Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto. Vom Anstieg profitieren vor allem ausländische Hersteller. Von Frank Bethmann und Florian Neuhann
Wissenswertes
178 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei Frankreich kippt Gesetz, das Menschen als Eigentum einstufte
Unter den Gesetzen des »Code Noir« wurden Menschen versklavt, vergewaltigt und getötet. Auch wenn sie schon lange nicht mehr galten, hat Frankreich die Gesetze erst jetzt abgeschafft. Die Frage nach Reparationszahlungen bleibt.
Nachhaltiges Modelabel So hat der SPIEGEL zu den toxischen Arbeitsbedingungen bei Armedangels recherchiert
Die Mode von Armedangels gilt als fair produziert, aber wie geht es hinter den Kulissen zu? Einblick in die SPIEGEL-Recherche.
Deutschland
Umweltverbrechen in NRW: Illegale Deponie in Gelsenkirchen: „Natürlich sind das giftige Abfälle“
Wie gefährlich ist die illegale Mülldeponie in Gelsenkirchen? Laut den verantwortlichen Stellen gibt es keine Gefahren für Menschen oder die Umwelt. CORRECTIV hat vor Ort Proben entnommen, die diese Darstellung in Zweifel ziehen. Sie liefern außerdem neue Hinweise darauf, woher der Müll stammt. Von Michael Billig
Sachsen-Anhalt: Autor Arne Semsrott und Stadt Magdeburg einigen sich auf Lesung
»Öffentlicher Druck wirkt«: Autor Arne Semsrott darf nun doch in einer Bibliothek in Magdeburg aus seinem Buch lesen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine Lesung verlegt. Von Mathis Gann
Ukrainekrieg: Wehrpflichtige Russen dürfen laut Gericht abgeschoben werden
Wen in Russland ein Wehrdienst erwartet, ist nicht automatisch vor Abschiebung geschützt. Das Berliner Oberverwaltungsgericht verwarf damit ein Urteil der Vorinstanz.
Anleihe ohne Papierurkunde: Sachsen-Anhalt will Kryptowertpapier herausbringen
Als erstes Bundesland will Sachsen-Anhalt eine digitale Schuldverschreibung herausgeben. Der Finanzminister will Erfahrung mit der neuen Technologie sammeln.
»Definitiv zu hoch«: Aktionärsvertreter kritisieren Aufsichtsratvergütung bei der Deutschen Bank
Erstmals seit 2019 hat die Deutsche Bank ihre Aktionäre zur Präsenz-Hauptversammlung nach Frankfurt am Main eingeladen. Während es draußen zu vereinzelten Protesten kam, wurde drinnen Kritik von Aktionärsvertretern laut.
Mehrere Tausend Euro: Unterschied Rentner im Osten haben weniger Geld als im Westen
Neue Zahlen zeigen, dass Rentner in Ostdeutschland teils Tausende Euro weniger im Jahr zur Verfügung haben. Das BSW beansprucht das Thema für sich – vor wichtigen Landtagswahlen im Osten.
Warnung vor Problemen im Winter: Uniper-Chef fordert schnelles Auffüllen der Gasspeicher
Angesichts der aktuellen Hitzewelle denkt kaum jemand ans Heizen. Der Energiekonzern Uniper aber mahnt zu mehr Tempo beim Befüllen der Gasspeicher, sonst drohe im Winter ein Problem.
Höhere Kaufkraft trotz Irankrieg: Reallöhne sind im ersten Quartal gestiegen
Je nach Branche gibt es deutliche Unterschiede, aber es ging nach oben: Im ersten Quartal des Jahres ist die Kaufkraft gestiegen. Experten blicken jedoch mit Sorge auf die Inflation.
RAF-Terror: Suche nach RAF-Terroristen Staub und Garweg soll fortgesetzt werden
Die Verurteilung der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette soll nur der Anfang gewesen sein. Die Ermittlungsbehörden suchen »engmaschig« nach ihren Komplizen.
Durchsuchungen in NRW und Niedersachsen: Razzia im Rockermilieu – Verdacht auf Drogen- und Waffenhandel
An mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen suchen Einsatzkräfte und Spürhunde nach Drogen und Waffen. Die Ermittlungen richten sich gegen Männer aus dem Rockerumfeld.
Schlagzeilenmix
Vor Präsidentenwahl am Sonntag: Dutzende Tote nach Gewalt zwischen Guerillagruppen in Kolumbien
In Kolumbien spitzt sich die Sicherheitslage zu. Bei Kämpfen bewaffneter Gruppen sollen fast 50 Menschen gestorben sein.
Schlag gegen Denaro-Netzwerk Italienische Ermittler beschlagnahmen mehr als 200 Millionen Euro Mafiavermögen
Den Behörden in Italien ist ein Ermittlungserfolg im Kampf gegen die Mafia gelungen. Damit wird das Netzwerk des verstorbenen Cosa-Nostra-Bosses Messina Denaro geschwächt.
Gewinne in Millionenhöhe Google-Ingenieur wegen Insiderhandels auf Wettplattform Polymarket angeklagt
Auf Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Eine lukrative Wette auf die meistgesuchten Begriffe bei Google weckte den Verdacht auf ein Insidergeschäft. Jetzt greift die US-Justiz durch.
Verdacht auf unfaire Staatshilfen: EU-Kommission prüft Übernahme von Mediamarkt-Saturn durch chinesischen Techriesen
Der chinesische Handelskonzern JD.com ist bei der Übernahme von Mediamarkt-Saturn schon weit gekommen. Doch nun hat die EU-Kommission Bedenken.
Dong Guangping Zukunft von nach Südkorea geflüchtetem chinesischen Aktivisten ungewiss
30 Stunden dauerte seine Flucht mit dem Schlauchboot von China nach Südkorea. Doch nun ist unklar, ob und wann der Regierungskritiker Dong Guangping nach Kanada weiterreisen darf.
Instagram & Co.: Meta startet kostenpflichtige Plus-Modelle
Für Instagram, Facebook und WhatsApp gibt es künftig auch kostenpflichtige Plus-Versionen. Meta verspricht unter anderem bessere Statistiken und mehr Informationen über Follower. WhatsApp plus erinnert an Angebote aus den frühen Mobilfunkjahren.
USA
Donald Trump: Wie Trumps Wahrheitsmaschine für ihn funktioniert
Truth Social ist Donald Trumps Ventil und Kampfmittel. Wir haben seinen Account analysiert, er zeigt Muster – und lässt an manchen Stellen tiefer blicken als erwünscht.
Q. recherchiert:
Die Analyse deutet auf mehrere Ebenen hin:
- Truth Social ist weit mehr als nur ein soziales Netzwerk.
Es fungiert als eigenes Medienökosystem und direkter Kommunikationskanal Trumps – weitgehend ohne die Filter klassischer Medien. Nach seiner Sperrung bei Twitter/X entstand die Plattform explizit als Gegenmodell zu etablierten Netzwerken. - Die Plattform verstärkt Echokammern und Polarisierung.
Mehrere Datenauswertungen zeigen, dass sich dort besonders stark politisch homogene Gruppen sammeln und alternative Narrative, Verschwörungserzählungen sowie emotionalisierte Inhalte hohe Reichweite erzielen. - Aufmerksamkeit wird zum zentralen Machtinstrument.
Trump nutzt Truth Social nicht nur zur politischen Kommunikation, sondern auch zur permanenten Erzeugung von Aufmerksamkeit, Empörung und Agenda-Setting. Studien sehen Hinweise darauf, dass provokative oder extreme Posts gezielt eingesetzt werden können, um öffentliche Debatten zu verschieben oder andere Themen zu überlagern. - KI-generierte Inhalte spielen zunehmend eine Rolle.
Mehrfach wurden KI-Bilder und Videos verbreitet, die Trump als Papst, Heiler, Superman oder in anderen symbolischen Rollen zeigen. Das verweist auf eine neue Form politischer Inszenierung, bei der Unterhaltung, Propaganda und algorithmische Verstärkung ineinander übergehen. - Das eigentliche Grundproblem ist systemischer Natur.
Die Analyse zeigt letztlich, wie stark soziale Medien heute mit Psychologie, Aufmerksamkeit, Macht und Kapital verflochten sind. Plattformen belohnen Emotionalisierung, Vereinfachung und Lagerbildung, weil genau das Reichweite erzeugt. Truth Social ist dabei eher Symptom und Verstärker einer Entwicklung, die das gesamte digitale Mediensystem betrifft – von X bis TikTok.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation ► Zeitenwende
Ex-Nato-General Egon Ramms: Militärexperte: Trump kann nicht ohne die Nato
Weniger US-Schutz, mehr Verantwortung für Europa: Trump will die Mittel der Nato kürzen. Ex-General Egon Ramms erklärt Europas Defizite und warnt vor Risiken für die Ukraine.
Weisung an Staatsanwälte: US-Regierung will Ermittlungen gegen venezolanische Präsidentin verhindern
Seit dem Sturz von Nicolás Maduro sind die USA auf Kuschelkurs mit Venezuela. Wohl auch deshalb beabsichtigt die US-Regierung, mögliche Ermittlungen gegen die neue Präsidentin im Keim zu ersticken.
Epstein-Skandal: Donald Trump klagt erneut gegen »Wall Street Journal«
Der US-Präsident sieht sich durch einen Bericht über Schreiben an Jeffrey Epstein verleumdet. Eine Klage dagegen wurde abgewiesen, nun versucht Trump es erneut.
Trump unter Druck: Ratlos nach drei Monaten Krieg
Der Krieg in Iran dauert inzwischen drei Monate. Für die Weltwirtschaft wird das zunehmend zum Problem. Dabei war sich US-Präsident Trump schnell sicher, den Krieg praktisch schon gewonnen zu haben. Jetzt wirkt er ratlos. Von Carsten Kühntopp, ARD Washington
Millionen veruntreut: Ehemaliger CIA-Agent soll Hunderte Goldbarren und Luxusuhren gestohlen haben
Weil er Goldbarren und Bargeld im zweistelligen Millionenbereich für »geschäftliche Ausgaben« beantragt hatte, wurde die CIA stutzig. Eine Hausdurchsuchung bei dem Ex-Geheimdienstmitarbeiter schaffte Klarheit.
Plan von Gouverneur Newsom: Kalifornien will Zahlungen aus Trump-Fonds für »politische Opfer« zu 100 Prozent besteuern
Weil Donald Trump seine Klage gegen die US-Steuerbehörde zurückzog, wird ein umstrittener 1,8-Milliarden-Dollar-Entschädigungsfonds eingerichtet. Kalifornien kündigt nun Maßnahmen gegen die »Schmiergeldkasse« an.
Studie zu Militärschlägen: USA werden Jahre brauchen, um Waffen aus Irankrieg zu ersetzen
Die Militäroperation »Epic Fury« in Iran hat für die USA nicht den gewünschten Erfolg gebracht – aber dafür die eigenen Waffenbestände kräftig dezimiert. Das könnte laut einer Studie auch noch eine Weile so bleiben.
Nahostkonflikt
Anweisung an Streitkräfte: Netanyahu ordnet Einnahme von 70 Prozent des Gazastreifens an
Israel will seine Kontrolle über den Gazastreifen ausweiten. Benjamin Netanyahu strebt eine Übernahme von 70 Prozent des Küstenstreifens an. Danach wolle man »Schritt für Schritt« weiter vorgehen.
Trumps Iran-Kurs und die Folgen Desaster mit Ansage?
Im Stundentakt widersprechen sich die Akteure im Irankrieg. Zwischen Raketen und Verhandlungsreisen wächst die Unruhe – und die Frage, wer vom Chaos profitiert. Ein Podcast von Juan Moreno
Ein Podcast von Juan MorenoVereinte Nationen: Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab
Palästinensern vor. Nun hat Israel die Zusammenarbeit mit António Guterres aufgekündigt.
Tote nach israelischen Angriffen Libanon besorgt um historische Stadt Tyrus
Die Küstenstadt Tyrus ist Unesco-Welterbestätte, in der Nacht hat Israel die libanesische Küste attackiert. In der Regierung wächst die Sorge um historische Stätten im Land.
Palästinensische Gefangene: Uno setzt israelische Behörden auf schwarze Liste für sexualisierte Gewalt in Konflikten
Wegen massiver Vorwürfe der Misshandlung von palästinensischen Gefangenen wird unter anderem der israelische Strafvollzug auf einer schwarzen Liste der Uno geführt. Auf derselben Liste steht auch die Terrororganisation Hamas.
Trotz Waffenruhe: Israel greift weitere Ziele im Südlibanon an
Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht ungeachtet der Waffenruhe weiter. Israel meldet neue Angriffe auf die Infrastruktur der Miliz.
Streit über Handelsrouten: »Sonst jagen wir sie in die Luft« – Trump droht Verbündetem Oman mit Angriff
Donald Trumps Aussage klang beiläufig, doch ihr Kern ist brisant: Bei einer Kabinettssitzung hat der US-Präsident über die Zukunft der Straße von Hormus gesprochen. Dabei warnte er den Partner Oman vor einer Kooperation mit Iran.
Ukraine-Krieg und Russland
Krieg in der Ukraine: EU ernennt keinen Sondergesandten für Gespräche mit Putin
Merkel, Draghi oder gar Schröder – sollte einer von ihnen Friedensgespräche mit Russland führen? Schon die Diskussion darüber sei ein Fehler, warnt die EU-Außenbeauftragte Kallas: »Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will«.
27.05.2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
»Nur eine Frage«: Ist die Welt noch zu retten, Friederike Otto?
Der Klimawandel bedroht unsere Existenz. Die Klimaforscherin erklärt, was sich ändern muss, welche Industrien wir brauchen und ob es eine Revolution braucht. Von Jochen Wegner
Q. meint: Herausragendes Interview mit Friederike Otto. Besonders stark: Der Versuch, die Klimadebatte aus dem einfachen Schema „Untergang oder Entwarnung“ herauszuholen. Klimaforschung beschreibt keine Moral – sondern physikalische Grenzen, Risiken und Wahrscheinlichkeiten. Daraus folgen gesellschaftliche Entscheidungen.
Gerade deshalb ist Aufklärung so wichtig: Nicht Panik, nicht Verdrängung, sondern Zusammenhänge verstehen. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, ob wir handeln können – sondern ob wir rechtzeitig lernen, über Wahlperioden, Einzelinteressen und kurzfristige Renditelogiken hinauszudenken.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Klimawandel ►Zeitenwende
Ich habe den WELT-Artikel von Kristina Schröder gelesen, damit ihr es nicht müsst
Die Klimawandelleugner-Szene behauptet, bisherige Klimaszenarien seien widerlegt worden. Das ist entweder ein dummes Missverständnis oder bösartiges Faktenverdrehen. Was ist da wirklich geschehen? Gastbeitrag von Florian Aigner
„Regime-Wechsel”: Jetzt tritt Deutschland in eine neue Dürre-Ära ein
Eine Hitzeglocke legt sich über Deutschland, erste Kommunen warnen vor Trinkwasserknappheit. Böden trocknen aus, Grundwasser sinkt – Experten sprechen von einem „Regime-Wechsel“ im Wasserhaushalt. Von Jacqueline Arend
Regenwald: Abholzung im Amazonas ist 2025 zurückgegangen
Im Jahr 2025 wurden 20,6 Prozent weniger Regenwald abgeholzt als 2024. Dies ist die kleinste Abholzungsfläche seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2019.
Wissenswertes
Ebola: Uganda schließt Grenze zu Kongo aus Sorge vor Ebola
Sieben Menschen haben sich in Uganda mit Ebola infiziert, einer von ihnen starb. Nun schließt die Regierung die Grenze zum Nachbarland Kongo mit sofortiger Wirkung.
Ausweitung der Ähnlichkeitserkennung: Bald können Sie YouTube nach Deepfakes von Ihnen suchen lassen
Gibt es auf YouTube KI-Videos mit Ihrem Gesicht? Ein Feature namens Ähnlichkeitserkennung soll fortan nicht mehr nur Internetstars beim Entdecken unliebsamer Clips helfen. Das hat es damit auf sich.
Enhanced Games in Las Vegas: Das Geschäft hinter den Spielen auf Stoff
Bei den Enhanced Games sind offen gedopte Sportler angetreten. Die Spiele sollen zum Geschäftsmodell werden – mit einem Onlineshop.
Q. meint: Die Enhanced Games zeigen eine Entwicklung, die weit über den Sport hinausgeht: Immer neue Märkte entstehen dort, wo bisher Grenzen galten – selbst am menschlichen Körper. Nicht mehr nur Leistung, sondern Leistungssteigerung wird zum Produkt. Der Athlet wird zum Werbeträger, Versuchsfeld und Geschäftsmodell zugleich. Die Veranstalter sprechen offen davon, aus medizinischer Optimierung einen Massenmarkt zu machen.
Das Muster kennt man bereits aus anderen Bereichen: Erst wird ein Bedarf geschaffen, dann ein Produkt verkauft – oft mit dem Versprechen von Freiheit, Fortschritt oder Selbstoptimierung. Bei Vapes hieß es Modernität und Lifestyle, hier sind es Rekorde und Optimierung. Die gesellschaftliche Frage bleibt dieselbe: Wo endet Innovation – und wo beginnt die Vermarktung menschlicher Grenzen?
Nicht alles, was technisch möglich und wirtschaftlich profitabel ist, ist automatisch ein Fortschritt.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Kapitalismus – Neoliberalismus
Bundesregierung 2025
Wirtschaftsministerin in der Volksrepublik: Reiche spricht auf Chinareise über fairen Wettbewerb
Die Bundeswirtschaftsministerin ist zu Gast in China und versucht es mit zurückhaltender Kritik. Gleichzeitig wirbt Katherina Reiche für Deutschland als Partner in »Handels- und Investitionsfragen«.
LNG: Deutschland einigt sich mit Kanada auf Import von Flüssigerdgas
Ab den 2030er-Jahren will Deutschland jährlich eine Million Tonnen LNG aus Kanada importieren – womöglich bis 2050. Dabei will Deutschland bereits 2045 klimaneutral sein.
Nato-Beiträge der USA: Unionspolitiker fordern Plan gegen mögliche US-Kürzungen bei der Nato
Die USA könnten ihre Beiträge zur Nato deutlich kürzen. Verteidigungspolitiker der Union verlangen von Verteidigungsminister Pistorius eine Strategie für diesen Fall.
Bundesnetzagentur: Solaranlagenbesitzer sollen stärker an Netzkosten beteiligt werden
Wer selbst Strom erzeugt, soll sich nach Plänen der Bundesnetzagentur künftig stärker an den Kosten für das Stromnetz beteiligen. Das sei ein »Gebot der Fairness«.
Q. meint: Die Debatte um die Netzentgelte zeigt das eigentliche Dilemma der Energiewende: Wir brauchen einen schnellen Ausbau von Erneuerbaren – aber ebenso Netze, Speicher und Infrastruktur, die das Gesamtsystem stabil halten. Diese Kosten verschwinden nicht.
Wenn immer mehr Haushalte mit Eigenheim, Solaranlage und Speicher einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen, ist das grundsätzlich ein Erfolg der Energiewende. Gleichzeitig darf die Finanzierung des Gesamtsystems nicht schleichend zulasten jener verschoben werden, die kein eigenes Dach, kein Kapital oder keinen Zugang zu solchen Investitionen haben.
Umgekehrt wäre es ebenso falsch, dezentrale Energielösungen finanziell so unattraktiv zu machen, dass Akzeptanz und Ausbau gebremst werden.
Genau hier berührt die Debatte einen Gedanken, der im Grundgesetz angelegt ist: Eigentum verpflichtet. Große Transformationsaufgaben gelingen nur, wenn Chancen, Lasten und Nutzen als fair empfunden werden. Nicht Energiewende gegen soziale Gerechtigkeit – sondern beides zusammen denken.
Reform der Sozialversicherungen:Wirtschaftsweise warnen vor explodierenden Beiträgen
Bis zu 50 Prozent des Verdiensts könnten die Deutschen in Zukunft für Renten- und Sozialabgaben zahlen. Davor warnt der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Wirtschaft.
Q. meint: Die Debatte über steigende Sozialbeiträge zeigt ein strukturelles Problem: Ein umlagefinanziertes System lebt davon, dass genügend Erwerbstätige die Leistungen für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung finanzieren. Wenn die Gesellschaft altert, die Lebenserwartung steigt und gleichzeitig weniger Beitragszahler nachrücken, gerät das Verhältnis unter Druck – unabhängig davon, welche Regierung gerade regiert. Die Wirtschaftsweisen warnen deshalb vor Sozialabgaben von nahezu 50 Prozent bis 2040, wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert.
Die Antwort kann aber nicht allein lauten: Beiträge erhöhen oder Leistungen kürzen. Bei einer Gemeinschaftsaufgabe stellt sich auch die Verteilungsfrage. Das Grundgesetz erinnert an einen oft vergessenen Gedanken: Eigentum verpflichtet. Wer dauerhaft von wirtschaftlicher Entwicklung, Kapitalerträgen und Vermögenszuwächsen profitiert, sollte sich an der Stabilisierung gemeinsamer Infrastruktur und sozialer Sicherheit angemessen beteiligen.
Nicht Sozialstaat gegen Wirtschaft – sondern ein tragfähiges Gleichgewicht zwischen Leistung, Solidarität und Verantwortung.
Kabinettsbeschlüsse: Wohnungsbau soll Vorrang erhalten, Cyberabwehr wird gestärkt
Das Bundeskabinett hat zahlreiche neue Gesetze auf den Weg gebracht: etwa im Baurecht, im Strafrecht und in der Kultur. Die Vorhaben im Überblick
»Unnötige Diskriminierung«: DGB kritisiert mögliche höhere Pflegebeiträge für Kinderlose
Gesundheitsministerin Nina Warken erwägt offenbar einen Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hält den Ansatz für falsch.
Q meint: Die Debatte über höhere Pflegebeiträge für Kinderlose greift ein reales Problem auf – aber sie berührt nur einen Teil der Finanzierungslücke. Für die Pflegeversicherung werden inzwischen Defizite in Milliardenhöhe erwartet; als eine Maßnahme wird ein Anstieg des Zuschlags für Kinderlose von 0,6 auf 0,7 Prozentpunkte diskutiert.
Dabei sollte man zwei Dinge gleichzeitig festhalten:
Erstens: Dass Eltern in der Pflegeversicherung entlastet werden, hat einen verfassungsrechtlichen Hintergrund. Das Modell folgt dem Gedanken, dass Kindererziehung ebenfalls einen Beitrag zum Fortbestand des Umlagesystems leistet.
Zweitens: Wenn die Antwort auf steigende Pflegekosten dauerhaft nur lautet, Beiträge für Beschäftigte weiter anzuheben, wird die eigentliche Verteilungsfrage umgangen. Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Artikel 14 Grundgesetz formuliert nicht nur Eigentumsschutz, sondern auch: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
Die politische Frage müsste deshalb breiter gestellt werden: Reicht es, immer neue Lasten vor allem auf Arbeitseinkommen zu legen – oder braucht es zusätzlich eine stärkere Beteiligung sehr hoher Vermögen, Kapitalerträge und anderer Finanzierungsquellen, ohne dabei produktive Investitionen zu schwächen?
Wer Pflege dauerhaft sichern will, wird um Strukturreformen, Prävention, Fachkräfte, effizientere Organisation – und die Frage nach der Lastenverteilung – kaum herumkommen. Nur die nächste Beitragserhöhung wird das Problem kaum dauerhaft lösen.
Bundeswirtschaftsministerin: Katherina Reiche fordert in China verlässlichen Zugang zu Rohstoffen
Die Bundeswirtschaftsministerin hat bei ihrem Chinabesuch einen fairen Wettbewerb angemahnt. Deutsche Unternehmen müssten einen sicheren Zugang zu Seltenen Erden haben.
Gesundheitsreform: Bayern strebt Änderungen an der Gesundheitsreform im Bundesrat an
Bayern kündigt an, im Bundesrat Änderungsanträge zur Gesundheitsreform einzureichen. Mehr ambulante Operationen könnten die gesetzlichen Krankenkassen entlasten.
Deutschland
AfD-Mitarbeiter im Bundestag: Der Securitymann mit dem Sicherheitsrisiko
Einem Ex-Bandido, der bei einem AfD-Abgeordneten arbeitet, verweigert der Bundestag den Zutrittsausweis. Klingt nachvollziehbar. Wie gefährlich ist der Mann wirklich. Von Christian Parth, Tilman Steffen und Martín Steinhagen
Wohlstand – wieviel Prozent des Finanzvermögens vereinen die 5000 reichsten Deutschen auf sich?
Q. meint: In einer alternden Gesellschaft mit steigenden Ausgaben für Rente, Pflege, Infrastruktur und Transformation wird die Verteilungsfrage zwangsläufig größer. Es geht nicht darum, Erfolg zu bestrafen oder Wohlstand schlechtzureden. Aber bei Gemeinschaftsaufgaben reicht der Blick auf Arbeitseinkommen allein immer weniger aus.
Das Grundgesetz formuliert einen einfachen, oft vergessenen Gedanken: Eigentum verpflichtet. Wer besonders von wirtschaftlicher Entwicklung, Vermögenszuwächsen und stabilen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen profitiert, trägt auch besondere Verantwortung für deren Erhalt.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Dürfen Menschen reich sein? Sondern: Wie bleibt gesellschaftlicher Zusammenhalt erhalten, wenn Vermögen schneller wachsen als die gemeinsame Finanzierungsbasis?
Sozialer Frieden entsteht nicht durch Gleichheit – sondern durch das Gefühl, dass Lasten und Chancen fair verteilt sind.
Erfolg vor Gericht: AfD erzwingt Wiederholung der Saarbrücker Stadtratswahl
Weil die AfD zwei mutmaßlich konkurrierende Listen eingereicht hatte, wurde sie 2024 in Saarbrücken von der Wahl ausgeschlossen. Ein Parteimitglied klagte dagegen – und hat sich nun in zweiter Instanz durchgesetzt.
Ermittlungen in Baden-Württemberg: Verdacht auf Verabredung zum Mord – mehrere Jugendliche festgenommen
Weil sie eine Gewalttat geplant haben sollen, sind im baden-württembergischen Esslingen vier Jugendliche festgenommen worden. Zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft.
Vermögensungleichheit: Zahl der Superreichen in Deutschland ist stark gestiegen
Eine kleine Gruppe Menschen besitzt große Teile des Finanzvermögens in Deutschland. Diese Entwicklung hat sich verstärkt, getrieben auch von Gewinnen am Aktienmarkt.
Q. meint: Die Zahl der Superreichen in Deutschland steigt – und das ist zunächst weder gut noch schlecht. Entscheidend ist die Dynamik dahinter: Laut BCG kontrolliert eine kleine Minderheit inzwischen einen sehr großen Teil des Finanzvermögens – der Zuwachs wurde vor allem durch steigende Finanzmärkte getrieben.
Genau hier beginnt die eigentliche Debatte: Wenn Vermögen langfristig schneller durch Kapitalerträge wächst als Löhne und gesellschaftliche Teilhabe, entsteht der Eindruck eines globalen Casinos – einer Wirtschaft, in der Vermögen immer leichter neues Vermögen erzeugt, während viele trotz Arbeit kaum Vermögen aufbauen können.
Reichtum an sich ist nicht das Problem. Problematisch wird es dort, wo wirtschaftliche Macht, politischer Einfluss und Vermögenskonzentration auseinanderdriften. Historisch waren große Ungleichheiten häufig Nährboden für Misstrauen, Polarisierung und soziale Spannungen.
Die politische Frage lautet deshalb nicht: Darf jemand reich sein? Sondern: Wie verhindern wir, dass aus sozialer Marktwirtschaft ein System wird, in dem Rendite dauerhaft schneller wächst als gesellschaftlicher Zusammenhalt? Eigentum verpflichtet – das steht nicht zufällig im Grundgesetz. Nicht aus Neid, sondern im Interesse des sozialen Friedens.
Zusammenhänge und Vertiefung ►Das globale Casino
Ländervergleich: Deutschland bietet zu wenig Chancen für Start-ups
Eine neue Untersuchung zeigt: Aus deutschen Hochschulen heraus entstehen im europäischen Vergleich relativ wenig erfolgreiche Start-ups. Es gibt aber auch Positivbeispiele.
»Abschreckung und Wehrhaftigkeit«: Verfassungsschutzchef Selen fordert mehr Befugnisse
Russische Spione, die AfD und Donald Trump: Verfassungsschutzchef Sinan Selen sieht die deutsche Demokratie von vielen Seiten bedroht. Zu ihrer Verteidigung will er seine Behörde operativer machen.
Mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin: Urteil gegen Klette erwartet: Keine Einsicht, kaum Reue
Seit März 2025 steht die mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette vor Gericht. Nun könnte das Urteil fallen. Entscheidend für das Strafmaß ist vor allem der Überfall in Stuhr.
Zusammenhänge und Vertiefung ►RAF
Schlagzeilenmix
Verteidigungsabkommen: Norwegen kommt unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat in Paris ein Verteidigungsabkommen mit Frankreich geschlossen. Auch eine Verteidigung Norwegens mit französischen Atomwaffen ist möglich.
Paracel-Inseln: China vertreibt niederländische Fregatte aus Südchinesischem Meer
Eine niederländische Fregatte soll in ein von China beanspruchtes Gebiet im Südchinesischen Meer eingedrungen sein. Die chinesische Marine griff nach eigenen Angaben ein.
Satellitendienste: EU-Kommission will Abhängigkeit von USA beim Mobilfunk reduzieren
Für sicherheitsrelevante Frequenzen will die EU weniger Lizenzen an ausländische Satellitendienste vergeben. Zwei Drittel davon sollen EU-Anbietern vorbehalten sein.
Griechenlands linker Ex-Regierungschef: Alexis Tsipras gründet neue Partei
Comeback von Alexis Tsipras: Griechenlands früherer Regierungschef will mit einer neuen Partei an alte Erfolge anknüpfen. Aber die regierenden Konservativen liegen in Umfragen klar vorn.
USA
Bekannte US-Umweltaktivistin: Erin Brockovich warnt vor KI-Datenzentren
Sie trug einst dazu bei, einen Skandal um Trinkwasserverschmutzung in Kalifornien aufzudecken. Nun befasst sich Erin Brockovich mit KI-Rechenzentren – wegen des enormen Verbrauchs von Energie und Kühlwasser.
Skandalträchtiger Ken Paxton: Trump verhilft umstrittenem Kandidaten zu Senats-Kandidatur
Bei der Kongress-Vorwahl der Republikaner in Texas hat der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Kandidat Ken Paxton das Rennen um eine Senats-Kandidatur gewonnen. Dabei ließ er den langjährigen Senator hinter sich, der in Ungnade gefallen war.
Streit über Wahlkreise: Republikaner in South Carolina verweigern Trump auch im zweiten Anlauf den Gehorsam
Die Ansage aus der US-Hauptstadt war unmissverständlich: Auch South Carolina soll Wahlkreise so zuschneiden, dass Republikaner gewinnen. Doch erneut gibt es Widerstand in den eigenen Reihen – und nun ist der Plan vom Tisch.
Nahostkonflikt
Israelische Angriffe im Libanon: Bewohner von libanesischer Küstenstadt fliehen nach Norden
Israel weitet seine Angriffe im Südlibanon aus. In der Küstenstadt Tyros flüchten die Menschen in Panik an den Strand. Richtung Norden bilden sich lange Staus.
Keine Hilfen für Gaza: Fonds von Trumps »Friedensrat« ist offenbar leer
Donald Trump hatte große Pläne mit seinem sogenannten Friedensrat: Eine Alternative zur Uno, mehrere Milliarden Dollar. Doch laut einem Bericht der »Financial Times« sind bisher keine Gelder in den offiziellen Fonds geflossen.
Evakuierungsaufforderung der Armee Israelische Warnungen lösen Panik im Südlibanon aus
Eigentlich gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Doch Israels Armee will gegen die Hisbollah vorgehen und ruft Bewohner auf, die Küstenstadt Tyrus zu verlassen
Nach einer Woche im Amt: Israel meldet Tötung des neuen Hamas-Militärchefs
Vor nicht einmal zwei Wochen starb sein Vorgänger. Nun will Israel auch den neuen Hamas-Militärchef getötet haben – eine Woche nach seiner Ernennung. Eine offizielle Bestätigung der Terrororganisation gibt es bislang nicht.
Ukraine-Krieg und Russland
Brief an Trump und US-Kongress: Selenskyj bittet USA um mehr Munition für Patriot-Systeme
Mit dem Krieg der USA gegen Iran ist die Nachfrage nach Flugabwehrsystemen gestiegen. Auch in der Ukraine wächst die Sorge vor einem Engpass. Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich nun per Brief an Donald Trump.
Angriffskrieg gegen die Ukraine: Russland erlaubt Banken eigene Drohnenabwehr – Firmen wollen nachziehen
Der Ukraine gelingen regelmäßig wirksame Drohnenangriffe auf Ziele in Russland. Banken dürfen nun bewaffnete Einheiten zur Abwehr unbemannter Fluggeräte aufstellen. An den Kosten beteiligt sich der russische Staat jedoch nicht.
26.05.2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
»Inakzeptable« Versäumnisse: Mineralölunternehmen BP feuert Konzernchef Albert Manifold
BP entbindet seinen bisherigen Chef Albert Manifold von allen Aufgaben – und macht ihm Vorwürfe. Die EU-Kommission genehmigt derweil den umstrittenen Verkauf der Gelsenkirchener Konzernraffinerie an die Klesch-Gruppe.
Q. meint: Die Personalie zeigt exemplarisch einen Konflikt, der weit über BP hinausgeht: kurzfristige Renditelogik gegen langfristige Transformationslogik. Dass Albert Manifold nach seinem Amtsantritt auf eine schnellere Rückkehr zu Investitionen in Öl und Gas setzte, passt zu einer Entwicklung, die bei mehreren Energiekonzernen zuletzt zu beobachten war – weg von ambitionierten Umbauplänen, hin zu fossilen Kerngeschäften und Kostensenkung. Parallel verkauft BP Vermögenswerte wie die Raffinerie in Gelsenkirchen und verschlankt das Unternehmen.
Bleibt zu hoffen, dass gerade bei Ölkonzernen langsam ein Umdenken einsetzt. Denn die eigentliche Zukunftsfrage lautet nicht mehr, wie lange sich mit Öl und Gas noch Geld verdienen lässt – sondern wie lange sich eine Verzögerung des Umbaus gesellschaftlich, ökologisch und wirtschaftlich noch leisten lässt. Fossile Energien haben die industrielle Entwicklung ermöglicht. Aber die Unternehmen, die den Übergang zu einer resilienten Energieversorgung aktiv gestalten, könnten am Ende diejenigen sein, die langfristig bestehen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Klimawandel ►Zeitenwende
Vogelzählung: Zahl der Gartenvögel geht weiter zurück
In deutschen Geräten und Parks sind immer weniger Vögel unterwegs, zeigt eine Zählung des Nabu. Besonders Spatzen, Schwalben und Mauersegler sind seltener geworden.
Q. meint: Die Vogelzählung zeigt vor allem eines: Artensterben und Klimawandel sind keine getrennten Krisen – sie verstärken sich gegenseitig. Wenn selbst häufige Arten wie Spatzen oder Schwalben zurückgehen, ist das oft ein Hinweis auf Veränderungen im gesamten Lebensraum.
Dabei wirken mehrere Faktoren zusammen: Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage, Flächenversiegelung, intensive Landnutzung, Verlust von Hecken und naturnahen Strukturen sowie Veränderungen durch Hitze und Wetterextreme. Hinzu kommt, dass moderne Bauweisen und energetische Sanierungen unbeabsichtigt Brut- und Nistmöglichkeiten an Gebäuden verringern können – etwa wenn Fassaden, Dachvorsprünge oder Hohlräume verschwinden und keine Ersatzquartiere geschaffen werden.
Nicht jeder Rückgang ist direkt Folge des Klimawandels – aber der Klimawandel erhöht den Druck auf ohnehin belastete Ökosysteme.
Wissenswertes
Tomatenzucht und Schädlinge: Forscher wollen Milben gegen Milben einsetzen
Tomaten-Rostmilben können ganze Bestände befallen und sich rasant ausbreiten. Effektive Schutzmaßnahmen sind rar gesät. Andere Milben könnten jedoch helfen, ihre Verwandten zu beseitigen.
E-Zigaretten animieren zum Konsum: Jugendliche rauchen wieder mehr
Jugendliche rauchen wieder mehr, während sich junge Erwachsene insgesamt von Zigaretten und Vapes abwenden. Grafiken erklären, wie es zum Effekt kommt.
Q. meint: Die Produkte ändern sich. Die Mechanismen erstaunlich wenig. Schon Edward Bernays half der Tabakindustrie in den 1920er-Jahren mit der Kampagne „Torches of Freedom“, Rauchen als Symbol von Freiheit, Emanzipation und Modernität zu inszenieren – obwohl es am Ende um die Erschließung neuer Absatzmärkte ging. Nicht das Produkt wurde verändert, sondern seine gesellschaftliche Bedeutung.
Heute wirken manche Mechanismen vertraut: Lifestyle, Design, Influencer, Zugehörigkeit, neue Begriffe, neue Zielgruppen. Natürlich sind Vapes nicht einfach mit klassischen Zigaretten gleichzusetzen. Aber wenn Jugendliche früh an Nikotin gewöhnt werden, stellt sich dieselbe Grundfrage: Geht es primär um Gesundheit – oder um die Sicherung der nächsten Kundengeneration?
Wer die Debatte verstehen will, sollte nicht nur auf das Produkt schauen – sondern auf die Psychologie dahinter.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Psychologie
Antarktis-Studie: Längere Isolation in kleinen Gruppen fördert Misstrauen und Konflikte
Wenn eine Gruppe über einen längeren Zeitraum isoliert lebt, kann das zu Einsamkeit oder Paranoia führen. Forschende untersuchten dies an einem Team in der Antarktis.
Zusammenhänge und Vertiefung: ►Psychologie
Bundesregierung 2025
Nach Drohungen gegen Diplomaten in Kyjiw Deutschland bestellt russischen Botschafter ein
Seit Tagen fliegt Russland massive Luftangriffe gegen die Ukraine, in der Hauptstadt stehen die Rauchschwaden. Nun reagiert nicht nur die EU, sondern auch das Auswärtige Amt scharf.
Strategisch wichtige Güter: Deutschland laut Studie immer abhängiger von China
Akkus, Solarpanels, Antibiotika: Die Bundesrepublik importiert diese Waren nach neuen Erhebungen fast ausschließlich aus China. Eigentlich wollte sich Deutschland unabhängiger machen.
Trotz Sparzwängen: Familienministerin Prien wirbt für Anhebung von Elterngeldsätzen
Obwohl das Finanzministerium die Bundesfamilienministerin zum Sparen beim Elterngeld aufgefordert hat, ist Karin Prien für die Anhebung der Mindest- und Höchstbeträge. Sparen könne man ihr zufolge auch an anderer Stelle.
Reformen unter Nina Warken: Pflegebeitrag für Kinderlose könnte weiter steigen
In der Pflege droht ein Milliardenloch, Gesundheitsministerin Nina Warken will deshalb die Pflegeversicherung reformieren. Ein möglicher Baustein wird jetzt diskutiert.
Deutschland
Pfingstbrief von Manfred Weber: Kommt jetzt der Machtkampf in der CSU?
Ein Brief von Manfred Weber schlägt derzeit in der CSU ein wie eine Bombe. Fünf Seiten, die wirken wie eine Frontalattacke auf Markus Söder. Was bezweckt der Europapolitiker Weber? Von Mathis Feldhoff
Strategisch wichtige Güter: Deutschland laut Studie immer abhängiger von China
Akkus, Solarpanels, Antibiotika: Die Bundesrepublik importiert diese Waren nach neuen Erhebungen fast ausschließlich aus China. Eigentlich wollte sich Deutschland unabhängiger machen.
Forsa-Umfrage: Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an FDP-Comeback
Die FDP spielt bundespolitisch keine Rolle mehr. Nun will Wolfgang Kubicki seine Partei erneuern – doch die wenigsten Deutschen trauen ihm das einer Umfrage zufolge zu. Besonders harsch urteilen demnach Menschen in Ostdeutschland.
ifo-Umfrage: Stimmung der deutschen Exportwirtschaft verschlechtert sich
Der Index der Exporterwartungen ist im Mai laut einer ifo-Umfrage auf minus 5,5 Punkte gesunken. Die weltpolitische Lage mache keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Schlagzeilenmix
Satirische CJP wird Stimme der Jugend: „Kakerlaken-Partei“ in Indien: Was steckt hinter dem Hype?
Handfeste Wut und absurder Humor: Die satirische „Kakerlaken-Partei“ mischt Indiens Politik auf und wird zum Sprachrohr von Millionen junger Menschen im Land.
Ermittlungen: 39 Festnahmen im Betrugsskandal um EU-Agrarsubventionen in Griechenland
Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Korruptionsskandal: In Griechenland wurden nun Dutzende Menschen festgenommen. Die Affäre um mutmaßlich veruntreute EU-Gelder erschüttert die Regierung in Athen.
Enzyklika zu künstlicher Intelligenz Wie die Techbranche auf das KI-Manifest des Papsts reagiert
Leo XIV. warnt vor einer zu schnellen, zu rücksichtslosen Entwicklung künstlicher Intelligenz. An seiner Seite: ein Mitgründer von Anthropic. Auch Vertreter anderer KI-Firmen sollen den Papst getroffen haben.
Q. meint: Interessant an der Debatte ist weniger, ob der Papst „für“ oder „gegen“ KI ist – sondern dass damit eine viel grundsätzlichere Frage sichtbar wird: Wer prägt künftig das Denken der Menschheit?
KI ist kein neutrales Werkzeug. Sie verstärkt die Ziele, Werte und Interessen jener, die Daten, Infrastruktur, Kapital und Aufmerksamkeit kontrollieren. Genau deshalb ist die Frage nach Macht und Manipulation zentral. Schon Edward Bernays zeigte im 20. Jahrhundert, wie sich öffentliche Meinung systematisch formen lässt. KI hebt diese Möglichkeiten auf eine neue Stufe: personalisiert, global, nahezu in Echtzeit.
Wenn heute über Ethik, Verantwortung und Menschenwürde gesprochen wird, geht es deshalb im Kern um die alte Frage: Dient Technologie dem Menschen – oder lernt der Mensch, sich an die Logik von Technologie und Märkten anzupassen?
Vielleicht liegt genau hier die eigentliche Zeitenwende: Zum ersten Mal besitzt die Menschheit Werkzeuge, die Wissen weltweit bündeln könnten – oder Aufmerksamkeit, Verhalten und Wirklichkeitsbilder in nie dagewesenem Ausmaß steuern. Die entscheidende Ressource der Zukunft ist deshalb nicht Rechenleistung, sondern Aufklärung, Medienkompetenz und Bildung.
Wer Macht konzentriert, formt Wahrnehmung. Wer Zusammenhänge versteht, gewinnt Handlungsspielraum.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation ► Vatikan
Türkische Opposition: Polizei geht mit Wasserwerfern und Tränengas gegen CHP-Demo vor
Die türkische Polizei greift Protestierende mit Wasserwerfern und Tränengas an. In Izmir hatte die größte Oppositionspartei der Türkei zu einer Kundgebung aufgerufen.
Antisemitische Codes auf TikTok: Antisemitismus im Hochformat
Genutzt wird ein »Juice«-Emoji, gemeint sind »Jews«: Auf TikTok kursieren viele antisemitische Codes. Eine Untersuchung nimmt einschlägige Hashtags genauer in den Blick. Ein Gastbeitrag von Wyn Brodersen und Maik Fielitz
Europa: Nach CORRECTIV-Recherche: Linke fordert, Deutschlands Zusammenarbeit mit Europol zu überprüfen
In einer internationalen Recherche hatte CORRECTIV eine Schatten-IT bei Europol aufgedeckt. Die Erkenntnisse seien „schockierend“, sagt die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Die Bundesdatenschutzbeauftragte kündigt Unterstützung bei der Aufklärung an. Von Frida Thurm
Inmitten der Spannungen mit China: Taiwans Präsident empfängt deutsche Bundestagsdelegation
Kurz vor einem Besuch von Wirtschaftsministerin Reiche in China ist eine Bundestagsdelegation zu Gast in Taiwan. Die parteiübergreifende Gruppe wirbt für Zusammenarbeit – Taiwans Präsident setzt auf Sicherheit.
Proteste in Großstädten: Türkische Polizei nimmt Oppositionspolitiker fest
Ein Gericht in der Türkei hat den Vorsitzenden der größten Opposionspartei Özgür Özel abgesetzt. Nach heftigen Protesten eskaliert die Lage weiter. Mustafa Güney, Bürgermeister und Unterstützer Özels, wurde festgenommen.
Digital Markets Act: EU soll Millionenstrafe gegen Google planen
Die EU will die Macht der US-Techriesen begrenzen. Laut einem Bericht könnte die Kommission noch vor der Sommerpause eine Rekordstrafe verhängen – und so einen neuen Konflikt mit den USA provozieren.
Kim Jong Uns Regime: Südkorea meldet neuen mutmaßlichen Raketentest von Nordkorea
Nordkorea soll erneut eine ihm verbotene ballistische Raketen abgefeuert haben, berichtet Südkorea. Es ist der bereits achte Start in diesem Jahr. Er könnte mit einem baldigen Staatsbesuch aus China zusammenhängen.
Türkei: Wie sich autoritäre Herrscher ihre Lieblingsopposition bauen
Ein CHP-Anhänger protestiert gegen die Absetzung von Özgür Özel, dem inzwischen ehemaligen Vorsitzender der ältesten Partei der türkischen Republik. © Dilara Senkaya/Reuters
Q. meint: Die eigentliche Methode autoritärer Systeme besteht oft nicht darin, Opposition offen zu verbieten – sondern sie Schritt für Schritt politisch und institutionell zu entkernen. In der Türkei zeigt sich derzeit ein Muster, das Beobachter seit Jahren beschreiben: juristische Verfahren, Eingriffe in Parteistrukturen, Ermittlungen gegen Oppositionspolitiker, Druck auf Medien und die Verlagerung politischer Konflikte in Gerichte und Behörden. Die aktuelle Absetzung der CHP-Führung durch ein Gericht wird von vielen Kritikern genau in diesem Zusammenhang gesehen.
Das Prinzip ist historisch nicht neu: In Russland wurden Oppositionskräfte über Gerichte, Registrierungsregeln und Verfahren zunehmend ausgeschaltet. In Ungarn erfolgte ein Teil der Machtkonsolidierung über Medien, Institutionen und Wahlrecht. In Venezuela wurde Opposition wiederholt über juristische und administrative Mittel geschwächt. Der gemeinsame Nenner lautet selten „Verbot“, sondern häufiger: Delegitimieren, spalten, personell austrocknen und institutionell kontrollieren.
Ob die Vorwürfe im Einzelfall berechtigt sind, müssen rechtsstaatliche Verfahren klären. Entscheidend ist aber ein anderer Maßstab: In einer Demokratie entscheiden am Ende Wähler über politische Führung – nicht Gerichte, Polizeieinsätze oder Verwaltungsakte. Genau an diesem Punkt entzündet sich derzeit die Debatte um die Türkei.
USA
Proteste gegen ICE: US-Einwanderungsbehörde dementiert Misshandlungsvorwürfe
Nach tagelangen Protesten vor einer ICE-Einrichtung in New Jersey hat sich die US-Einwanderungsbehörde gegen die Vorwürfe der Demonstranten gewehrt. Die sprechen von menschenunwürdigen Bedingungen.
Auffällige Börsengeschäfte: US-Präsident Trump wegen Insiderhandel unter Verdacht
US-Präsident Donald Trump steht wegen millionenschwerer Börsengeschäfte unter Druck. Kritiker werfen seinem Umfeld mögliche Nutzung von Insiderinformationen vor.
Q. meint: Der eigentliche Skandal an solchen Fällen liegt oft nicht einmal darin, ob am Ende juristisch Insiderhandel nachweisbar ist. Der tiefere Punkt ist ein anderer: Wenn politische Entscheidungen, öffentliche Kommunikation und extreme Marktbewegungen zeitlich so eng zusammenfallen, entsteht ein Vertrauensproblem für die Demokratie selbst. Im aktuellen Fall geht es um Vorwürfe, dass Trumps Zollpolitik und öffentliche Signale enorme Kursschwankungen ausgelöst haben, während zugleich Fragen nach möglichen Vorteilen für einzelne Marktteilnehmer entstanden. Beweise für illegales Verhalten wurden bisher öffentlich nicht vorgelegt – aber allein die Konstellation löste breite Kritik und Forderungen nach Aufklärung aus.
Der Fall verweist auf ein größeres Problem: das globale Finanzsystem hat sich in Teilen vom ursprünglichen Zweck entfernt. Märkte sollen Kapital in Innovation, Infrastruktur und Produktion lenken. Gleichzeitig wächst seit Jahrzehnten ein Bereich, in dem enorme Vermögen durch Informationsvorsprünge, kurzfristige Spekulation, politische Signale und Volatilität bewegt werden. Wer Zugang zu Daten, Netzwerken, Algorithmen oder Nähe zur Macht hat, bewegt sich oft mit anderen Möglichkeiten als normale Sparer.
Das bedeutet nicht, dass Börsen „das Böse“ sind – ohne Kapitalmärkte gäbe es viele Investitionen nicht. Aber wenn politische Entscheidungen selbst zum Handelsgut werden, entsteht das Gefühl eines globalen Casinos: Gewinne werden privatisiert, Risiken oft sozialisiert. Vertrauen in Demokratie und Marktwirtschaft lebt jedoch davon, dass Regeln für alle gelten und Macht nicht zum Renditevorteil wird.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: „Hat jemand an diesem Tag Milliarden verdient?“
Die wichtigere Frage lautet: Wie schaffen wir Systeme, in denen politische Entscheidungen nachvollziehbar bleiben – und nicht den Eindruck erzeugen, dass Nähe zur Macht selbst zur wertvollsten Anlageklasse geworden ist.
Alabama: US-Gericht stoppt Wahlkreisreform der Republikaner
in US-Bundesgericht verhindert einen neuen Wahlkreiszuschnitt in Alabama. Es gäbe dann nur noch einen Bezirk mit Schwarzer Mehrheit – das sei diskriminierend.
Verschwiegenheitserklärung: Trump-Regierung will NDAs von Bundesbediensteten
Die Pressefreiheit ist, könnte man meinen, keine Herzensangelegenheit von US-Präsident Donald Trump. Vertrauliche Informationen in den Händen von Journalisten? Nicht erwünscht. Eine neue Maßnahme soll das unterbinden.
Ohne Details zu nennen: Jährliche Untersuchung bescheinigt Trump »perfekte« Gesundheit
Über US-Präsident Donald Trumps körperlichen und geistigen Zustand wird seit Langem immer wieder spekuliert. Nun hat ihm erneut ein Krankenhaus tadellose Gesundheit attestiert – allerdings ohne Details zu nennen.
Nahostkonflikt
Trotz offizieller Waffenruhe: Israel weitet Bodeneinsätze im Libanon hinter »gelbe Linie« aus
Benjamin Netanyahu hat eine Verschärfung der Angriffe auf die Hisbollah angekündigt. Der Libanon meldete bereits schwere israelische Angriffe im Süden des Landes. Einige fürchten eine erneute dauerhafte Besatzung durch Israel.
Neue Eskalation: Iran will israelischen Spion getötet haben – Israel greift Ziele im Südlibanon an
Den Verhandlungen zum Trotz fliegen die USA neue Angriffe auf Iran, Israel attackiert Gaza und den Südlibanon. Teheran antwortet mit Drohungen – und will einen Agenten getötet haben, der für Israel spioniert haben soll.
Trotz Waffenruhe: USA greifen Ziele im Süden Irans an
Die USA haben in Iran Raketenstellungen und Minenleger-Boote attackiert. Iranische Medien melden mehrere Tote nahe der Insel Larak in der Straße von Hormus.
Blockade seit Kriegsbeginn: Irans Präsident ordnet Ende der Internet-Sperre an
Seit Kriegsbeginn blockiert Irans Regierung im Land den Zugang zum internationalen Internet. Nun hat Präsident Peseschkian die Freischaltung angeordnet. Wann das Dekret umgesetzt werden soll, bleibt jedoch offen.
Ukraine-Krieg und Russland
Drohungen aus Moskau: „Die Russen werden ernst machen“
Russland verschärft seine Rhetorik: Der Kreml kündigt weitere massive Angriffe auf Kiew an. Silke Diettrich, Moskau-Korrespondentin der ARD sagt, solche Drohungen müsse man ernst nehmen. Russland wolle nun ein Zeichen der Stärke setzen.
GPS-Navigation: So stört Russland den europäischen Luftverkehr
Im Ostseeraum kommt es bei Flugzeugen immer wieder zu Störungen der GPS-Navigation. Piloten sind besorgt, der Ursprung der Störsignale liegt nach NDR-Recherchen offenbar in Russland. Sicherheitsexperten sprechen von hybrider Kriegsführung.
»Inakzeptable Eskalation«: Russland droht Diplomaten in Kyjiw – nun bestellt die EU den russischen Gesandten ein
Seit Tagen fliegt Russland massive Luftangriffe gegen die Ukraine, in der Hauptstadt stehen die Rauchschwaden. Nun reagieren EU und Auswärtiges Amt scharf.
Putins Angriffskrieg: Russland droht mit Luftschlägen auf Kyjiw – Ukraine und EU geben sich unbeeindruckt
Die Führung in Moskau plant neue Angriffe und fordert Ausländer und Diplomaten auf, Kyjiw schnellstmöglich zu verlassen. Die Reaktion in der ukrainischen Hauptstadt fällt allerdings eher reserviert aus.
Q. meint: Die Drohungen aus Moskau zeigen ein Muster, das sich seit Beginn des Krieges immer wieder beobachten lässt: Militärischer Druck wird nicht nur eingesetzt, um militärische Ziele zu erreichen, sondern auch zur psychologischen Wirkung – auf Bevölkerung, Politik und internationale Partner. Öffentliche Warnungen vor neuen Luftschlägen, Aufforderungen an Diplomaten zur Ausreise und die Inszenierung besonderer Eskalationsfähigkeit gehören zu diesem Instrumentarium.
Gleichzeitig zeigt die Reaktion der Ukraine und vieler europäischer Staaten ein anderes Muster: Die Wirkung solcher Drohungen nimmt mit der Zeit ab, wenn sie als Teil einer bekannten Eskalationsstrategie wahrgenommen werden. Das bedeutet nicht, dass die Gefahr geringer wäre – die Angriffe auf Kyjiw und andere Städte bleiben real und mit schweren Folgen verbunden. Aber politische Einschüchterung verliert an Wirkung, wenn sie zu häufig eingesetzt wird.
Die eigentliche Frage lautet deshalb weniger, ob Putin droht – sondern ob Drohungen politische Entscheidungen in Europa noch verändern können. Genau darum wird dieser Konflikt inzwischen nicht nur militärisch, sondern auch psychologisch geführt.
Personal für die Ukraine-Front: Putin lockt Rekruten mit Schuldenerlass von bis zu 140.000 US-Dollar
Der Angriffskrieg gegen die Ukraine verschleißt Russlands Armee. Da muss der Kreml frische Kräfte mit Anreizen ködern: Wer im Mai im Verteidigungsministerium unterschreibt, könnte bald Schulden los sein.
Q. meint: Der Schritt wirkt auf den ersten Blick wie Sozialpolitik – tatsächlich ist er vor allem ein Signal dafür, wie teuer Krieg langfristig wird. Wenn ein Staat Schuldenerlasse, hohe Prämien und zusätzliche Vergünstigungen einsetzen muss, um ausreichend Rekruten zu gewinnen, zeigt das: Freiwillige sind keine unbegrenzte Ressource. Russland erweitert seit Jahren die finanziellen Anreize für den Kriegsdienst – von Einmalzahlungen bis hin zu Schuldenerlassen für Rekruten und deren Familien.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Zielgruppe: Menschen mit finanziellen Belastungen. Damit entsteht ein Mechanismus, bei dem ökonomischer Druck zur militärischen Ressource wird. Krieg wird nicht nur mit Waffen geführt, sondern zunehmend auch über Einkommen, Kredite und Zukunftsperspektiven.
Das sagt weniger über individuelle Motive aus als über den Zustand eines Systems: Je länger Kriege dauern, desto stärker verschiebt sich die Rekrutierung oft von Patriotismus hin zu materiellen Anreizen.
Rüstungsvorteil gegen Russland: Studie sieht Europa überlegen
Auch ohne die USA sind die europäischen Nato-Staaten laut einer Greenpeace-Studie Russland in wesentlichen militärischen Kategorien zahlenmäßig überlegen
25. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
33,5 Grad nahe London: Briten erleben den heißesten Maitag seit Beginn der Messungen
Historischer Hitzetag für das Vereinigte Königreich: Am Flughafen Heathrow ist das Thermometer am Montag auf 33,5 Grad Celsius gestiegen. Meteorologen sprechen von einer außergewöhnlichen Wetterlage.
Geldprobleme: Zahl der Einsatzkräfte in Uno-Friedensmissionen fällt auf historischen Tiefstand
Weltweit sind so wenige Einsatzkräfte in Friedensmissionen aktiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Friedensforschern zufolge bremsen massive Finanzierungslücken die Arbeit der Uno und regionaler Organisationen aus.
16 Tote in einem Bundesstaat: Indien ächzt unter Hitzewelle
Temperaturen von mehr als 45 Grad und kaum Schatten – in Indien leiden die Menschen unter einer Hitzewelle. Im südlichen Bundesstaat Telangana starben an einem Tag mindestens 16 Menschen. Die Behörden gaben Hitzewarnung aus.
Wissenswertes
Neuroplastizität: Yoga formt auch das Gehirn
Yoga wirkt auf vielfältige Weise auf das Gehirn – vor allem auf jene Areale, die für die Emotionsregulation, die Körperwahrnehmung und das Lernen wichtig sind. Von Liesa Bauer
Exorzismus heute: Wenn der Teufel wieder ausgetrieben wird
Exorzismus wirkt wie ein Relikt – doch er existiert bis heute: In Kirchen, Freikirchen und auf Social Media. Hinter dem Ritual steht ein umkämpftes Weltbild. Von Kira Stütz
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Religion
Mini-Kraken: Blau und winzig – Forscher identifizieren neue Oktopus-Art
»Oh, du meine Güte, er ist wunderschön«: Forscher haben in der Tiefsee vor den Galapagosinseln eine faszinierende Tierart entdeckt. Der winzige Oktopus ist blau und hat dicke Ärmchen mit 30 Saugnäpfen.
Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo: Zahl der Verdachtsfälle in der Ebola-Region steigt auf über 900
In der Demokratischen Republik Kongo greift das Ebolavirus immer weiter um sich, die WHO veröffentlicht alarmierende Zahlen. Probleme für die Helfer: Hitze, Rebellen und eine misstrauische Bevölkerung.
Bundesregierung 2025
Soziale Ungleichheit: Wirtschaftsweiser will Beamte in gesetzliche Krankenversicherung holen
Beamte sind in der Regel nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert. Der Wirtschaftsweise Achim Truger hält das für falsch. Und er stellt infrage, »ob es überhaupt so viele Beamte braucht«.
Verleger Holger Friedrich spricht bei „Demokratiekongress“ der AfD
Der Verleger Holger Friedrich sucht die Bühne auf einem „Demokratiekongress“ der AfD. 100 Tage nach Gründung seiner „Ostdeutschen Allgemeine“ sieht er die Teilnahme als „Pflicht“ – und hofiert so wieder die extreme Rechte. Von Matthias Meisner
Deutschland
Interview: BKA-Präsident Münch über Social Media:“Radikalisierung immer stärker über das Netz„
BKA-Präsident Münch beklagt die stärkere Radikalisierung über Social-Media-Plattformen. Hinzu käme, dass TikTok und Co. die Folgen ihres Geschäftsmodells auf den Staat abwälzen. Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation
Neuer FDP-Chef? Kubicki glaubt an sich und das Wunder
olfgang Kubicki will seine FDP aus dem Umfragetief holen. Ende Mai stellt er sich als Vorsitzender zur Wahl. Sein Weg: Anecken und keine Angst vor der AfD. Was kommt da auf die Liberalen zu? Von Lissy Kaufmann, ARD-Hauptstadtstudio
Landtagswahlen: Söder findet Eindämmung der AfD schwieriger als gedacht
Wenn die Migration zurückgeht, sinkt auch die Zustimmung für die AfD? So einfach ist es nicht, hat Markus Söder erkannt. Der CSU-Politiker warnt davor, zu verzagen oder sich als Union der AfD anzudienen.
Auswertung der Beratungsgesellschaft EY: Deutsche Industrie steigert Umsatz
Die Beratungsgesellschaft EY hat die deutsche Industrie analysiert. Im Kern gibt es eine gute Nachricht – und eine schlechte.
Schlagzeilenmix
Erster Erfolg nach Niederlage der Justizreform: Melonis Bündnis verteidigt Venedig bei Kommunalwahl
In Venedig hat sich der Kandidat des Mitte-rechts-Lagers bei den Kommunalwahlen überraschend klar durchgesetzt – trotz zuletzt günstiger Umfragen für die Opposition. Die Koalition von Giorgia Meloni kann jubeln.
»Wall Street Journal«-Bericht China und Russland betreiben offenbar Abhörstationen auf Kuba
Von Havanna bis zu den Keys ist es nicht weit – ideale Bedingungen für Spione und Militäraufklärung. Die Strategen in Peking und Moskau haben aktuell wohl vor allem zwei Kommandozentralen der US-Armee im Visier.
Angriffe in Mali: Sie verlieren den Glauben an Frieden, aber nicht den an sich selbst
Der Konflikt in Mali eskaliert. In der Bevölkerung scheint die Euphorie für die Militärregierung zu schwinden. Das Land diskutiert, wie Frieden gelingen könnte. Von Issio Ehrich
Unfall in Göteborg: Selbstfahrender Bus kollidiert am ersten Einsatztag mit Straßenbahn
Am Montag durfte ein autonom fahrender Bus zum ersten Mal Passagiere durch Göteborg transportieren – womöglich auch zum letzten Mal. Nach nur einer Stunde stieß er mit einer Straßenbahn zusammen.
Erstes Lehrschreiben des Pontifex:Papst Leo: KI muss allen dienen, nicht nur den Tech-Giganten
Leo XIV. nimmt Politik und Tech-Unternehmen in die Pflicht. Moderne Technologien seien gut, müssten aber dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Er sieht Gefahr moderner Sklaverei. Von Jürgen Erbacher
Nach Massenprotesten zu Jahresbeginn: Iran lässt Mann hinrichten
Die Islamische Republik wendet die Todesstrafe zur politischen Unterdrückung und Einschüchterung der Bevölkerung an. Jetzt wurde ein Mann hingerichtet, der sich vor Monaten an den Protesten gegen das Regime beteiligt haben soll.
Nach Protesten: Erdoğan macht Schließung von liberaler Universität in Istanbul rückgängig
Am Freitag hatte der türkische Präsident die Betriebsgenehmigung der Bilgi-Universität kassiert. Es folgten Demos, scharfe Kritik – und nun offenbar ein Rückzieher von Recep Tayyip Erdoğan.
USA
Nahostkonflikt
Ex-Bürgerkriegsland: Hisbollah-Chef ruft zum Sturz der Regierung im Libanon auf
Israel hat die Hisbollah in den vergangenen zwei Jahren militärisch hart getroffen. Aufgeben will die Schiitenmiliz aber nicht. Im Gegenteil: Sie schießt Drohnen über die Grenze und attackiert die libanesische Regierung.
Bezalel Smotrich: Israels Hardliner will für jede Hisbollah-Drohne zehn Gebäude in Beirut fallen sehen
Irans Top-Verhandler sind in Katar, um über einen Deal mit Donald Trump zu sprechen. Währenddessen eskaliert der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel. Der alternde Premier Netanyahu setzt im Wahlkampf auf Härte.
Folgen des Irankriegs: Ölpreise fallen deutlich nach Anzeichen für Entspannung im Irankrieg
Der Preis für ein Barrel Öl ist um knapp fünf Prozent gesunken. Eine vollständige Normalisierung dürfte Experten zufolge jedoch noch Monate dauern.
Irankrieg: Was über ein mögliches Abkommen zwischen Iran und USA bekannt ist
Die USA und der Iran verhandeln über ein Kriegsende. Stand jetzt könnte zunächst die Straße von Hormus wieder öffnen. Dann sollen Gespräche über ein Atomabkommen folgen.
Libanon: Hisbollah-Chef Kassim ruft zum Sturz der Regierung im Libanon auf
Die Regierung im Libanon soll laut Kassim abgelöst werden, weil sie den Libanon im Irankrieg nicht schützt. Forderungen nach einer Entwaffnung der Hisbollah lehnte er ab.
Christen zwischen den Fronten – Angst um Familienangehörige im Südlibanon
Im Ringen um eine Vereinbarung im Irankrieg geht es seit Tagen hin und her. Laut US-Außenminister Rubio liegt nun ein „ziemlich solides Angebot“ auf dem Tisch. Teheran geht dagegen nicht von einer schnellen Einigung aus.
Rubio zu Iran-Verhandlungen: „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben“
Im Ringen um eine Vereinbarung im Irankrieg geht es seit Tagen hin und her. Laut US-Außenminister Rubio liegt nun ein „ziemlich solides Angebot“ auf dem Tisch. Teheran geht dagegen nicht von einer schnellen Einigung aus.
Ukraine-Krieg und Russland
Nach russischem Großangriff: Kiew räumt auf – und fordert Konsequenzen
Die Ukraine hat nach den schweren russischen Attacken auf Kiew eine internationale Reaktion gefordert. Auch in der vergangenen Nacht überzogen sich Russland und die Ukraine wieder mit Angriffen.
Militärexperte: Putins Oreschnik-Angriff ist ein „verzweifeltes Zeichen”
Russland hat bei dem massiven Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und Umgebung in der Nacht zum Sonntag unter anderem die gefürchtete MIttelstreckenrakete „Oreschnik” eingesetzt. Für den Militärexperten Mick Ryan ist das kein Zeichen der Stärke.
Estlands Geheimdienstchef: Im Kreml gibt es „kein Gerede mehr vom totalen Sieg“
In Russland gibt es einen deutlichen Stimmungswandel, konstatiert der Chef des estnischen Auslandsgeheimdienstes, Kaupo Rosin. Besonders im Kreml kippe die Laune.
24. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Worst-Case-Klimaszenario: »Ich würde so ein extremes Klimaszenario weiter nicht ausschließen«
AfD und Donald Trump rufen Panikmache, in der Forschung gilt er als veraltet: Nebojša Nakićenović ermittelte einst den Worst Case fürs Klima. Er findet ihn unverzichtbar. Von Benjamin von Brackel
Q. meint: Der entscheidende Punkt der Debatte ist: Dass ein Extremszenario heute als weniger wahrscheinlich gilt, bedeutet weder, dass die Risiken verschwunden sind – noch, dass frühere Klimapolitik unnötig war. Problematisch wird es dort, wo aus wissenschaftlicher Präzisierung politische Entwarnung abgeleitet wird. Genau hier entsteht eine Überschneidung zwischen Positionen wie jener von Kristina Schröder (CDU) und Narrativen der AfD oder auch Donald Trump – bei allen Unterschieden im Ausmaß: Aus geringerer Wahrscheinlichkeit einzelner Extrempfade wird geschlossen, Klimapolitik sei überzogen gewesen.
Doch genau das folgt aus der Forschung nicht. Eher das Gegenteil: Dass bestimmte Worst-Case-Szenarien heute weniger plausibel erscheinen, kann auch Ausdruck technologischer Entwicklungen, politischer Maßnahmen und veränderter Rahmenbedingungen sein. Wer erfolgreiche Gegenmaßnahmen im Nachhinein zum Beleg ihrer Überflüssigkeit erklärt, verwechselt Ursache und Wirkung.
Klimarisiken bleiben real – die Modelle werden präziser, nicht harmloser.
Politisch bleibt damit die Frage, wer die Energiewende tatsächlich voranbringt. Kritiker sehen die Union historisch eher als bremsende Kraft. Gleichzeitig wurden zentrale Weichenstellungen – vom Ausbau der Erneuerbaren bis zur energiepolitischen Neuorientierung – wesentlich unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung angestoßen.
Zeitenwende ► Klimawandel ►Energiewende
Klimakrise: Ozeane steigen vor allem durch Ausdehnung wärmeren Wassers an
Die Erde wird wärmer, in Arktis und Antarktis schmilzt das Eis. Aber das spielt beim Anstieg des Meeresspiegels nicht die wichtigste Rolle, wie eine neue Studie steigt. Ein physikalischer Effekt ist der mächtigste Treiber.
Q. meint:
„Je höher der CO2-Anteil und weiterer Treibhausgase in der Atmosphäre, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer die Zivilisation auf unserem Planeten bedrohenden Klimakatastrophe.“ – Volker Zorn (1999)
“Wie lange wollen wir noch ernsthafte Maßnahmen gegen die drohende Katastrophe auf die lange Bank schieben? Wie lange hat noch Wirtschaftswachstum Vorrang vor dem Lebensrecht zukünftiger Generationen? Ein auf Wirtschaftswachstum ausgelegtes Wirtschaftssystem wird die Klimakatastrophe jedenfalls nicht verhindern!“ – Volker Zorn (2009)
„Jede weitere Zunahme des CO2-Anteils und weiterer Treibhausgase in der Atmosphäre erhöht mit stetig steigender Wahrscheinlichkeit die Zerstörung der Zivilisation durch eine Klimakatastrophe, die das Potential hat, sämtliches Leben auf der Erde zu vernichten“ – Volker Zorn (2019)
„Rückblickend aus dem Jahr 2029 zeigt sich: Da die Menschheit es versäumt hat, den CO₂-Ausstoß rechtzeitig und drastisch zu senken, ist der Kampf gegen die Erderwärmung endgültig verloren. Die Warnungen der Wissenschaft wurden ignoriert, und kurzsichtige Interessen dominierten – mit irreversiblen Folgen wie steigenden Meeresspiegeln, Extremwetter und massiven klimabedingten Fluchtbewegungen. Die Frage ist nun nicht mehr, ob wir das Klima retten können, sondern wie wir mit dieser neuen, harschen Realität leben werden.“ – Volker Zorn (2029 bzw. 2024) ► Zeitenwende ► Klimawandel ►Energiewende
meinung•Klimaszenario: RCP 8.5: So funktioniert fossile Propaganda heute
Haben Sie diese Woche irgendwo gelesen, dass die Klimakrise ausfällt? Das ist leider eine Lüge. Auf welchem Weg sie die deutsche Öffentlichkeit erreichte, ist ein Lehrstück über Agitation im 21. Jahrhundert. Eine Kolumne von Christian Stöcker
Q. meint: Der entscheidende Punkt ist aber: Dass ein Extremszenario heute als weniger wahrscheinlich gilt, bedeutet nicht, dass die Risiken verschwunden sind – und auch nicht, dass frühere Klimapolitik unnötig war. Genau an dieser Stelle entsteht eine problematische Überschneidung zwischen Positionen wie jener von Kristina Schröder (CDU) und dem Narrativ der AfD: Aus wissenschaftlicher Präzisierung wird politische Entwarnung abgeleitet. Der Ton und die Schlussfolgerungen unterscheiden sich – die AfD geht deutlich weiter und stellt Klimapolitik teils grundsätzlich infrage –, aber die Richtung des Arguments ähnelt sich: Wenn ein Extrempfad unwahrscheinlicher erscheint, sei die bisherige Klimapolitik überzogen gewesen.
Doch genau das folgt aus der Debatte nicht. Eher das Gegenteil: Dass einzelne Szenarien heute weniger wahrscheinlich erscheinen, kann auch Ausdruck technologischer Entwicklungen, politischer Maßnahmen und veränderter Rahmenbedingungen sein. Wer erfolgreiche Gegenmaßnahmen im Nachhinein zum Beleg ihrer Überflüssigkeit erklärt, läuft Gefahr, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Klimarisiken bleiben real – die Modelle werden präziser, nicht harmloser.
Politisch stellt sich deshalb die Frage, wer die Energiewende tatsächlich voranbringt. Kritiker sehen die Union historisch eher als bremsende Kraft bei Ausbaugeschwindigkeit und Umsetzung. Für die SPD spricht aus dieser Sicht, dass zentrale Weichenstellungen – vom Ausbau der Erneuerbaren bis zur energiepolitischen Neuorientierung – wesentlich unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung angestoßen wurden.
Für Bündnis 90/Die Grünen ergibt sich daraus eine unbequeme Frage: Wenn Klimaschutz die zentrale Zukunftsfrage ist – warum ausgerechnet auf Mehrheiten setzen, die Transformation häufig abbremsen? Und auch Die Linke muss sich fragen lassen, ob sie Unterschiede zwischen sozialdemokratischer und konservativer Politik in Sozial- und Wirtschaftspolitik manchmal zu stark nivelliert – und damit ausgerechnet jene Mehrheiten schwächt, die ökologische und soziale Reformen überhaupt erst ermöglichen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Zeitenwende ► Klimawandel ►Energiewende
Deutschland
Identitätsbetrug: Gestohlener Name hinter rechtsextremem Datingportal
Der Name einer Frau wird gestohlen und taucht in der rechtsextremen Szene wieder auf – als Gründerin eines Nazidatingportals. Ein Identitätsdiebstahl mit fatalen Folgen
Von Anne Kunze, Daniel Müller und Christian Fuchs
Abwärme liefert Energie für Häuser: Rechenzentrum als Heizung für ein Neubaugebiet
Rechenzentren benötigen viel Strom – können aber auch Energie sparen helfen. In Hattersheim am Main wird Abwärme zum Heizen für ein Neubaugebiet verwendet. Ein Projekt mit Zukunft? Von Alexandru Danaila und Claudia Krafczyk
Umfrage zur Kriegstüchtigkeit: Nur wenige trauen der Bundeswehr die Verteidigung Deutschlands zu
Was, wenn Deutschland plötzlich angegriffen wird? Viele Menschen haben Zweifel an der Verteidigungsfähigkeit des Landes, das zeigt nun eine aktuelle Erhebung. Dabei geht es nicht nur um den Bodenkampf.
Bundesregierung 2025
Einbürgerung: Unionspolitiker wollen Einbürgerungsregeln verschärfen
CDU-Politiker Alexander Throm will Einbürgerungsreformen der Ampelregierung rückgängig machen. Grund dafür ist ein Höchststand bei Einbürgerungen.
Angriff auf die Ukraine: Merz verurteilt Einsatz von russischer Oreschnik-Rakete
Die Bundesregierung hat den russischen Machthaber Putin für den Gebrauch der atomwaffenfähigen Oreschnik-Rakete kritisiert. Die EU-Außenbeauftragte spricht von »nuklearem Säbelrasseln«.
Q. meint: Der erneute Angriff auf Kyjiw zeigt vor allem eines: Die Behauptung, Russland verteidige sich in der Ukraine gegen eine unmittelbare NATO-Bedrohung, hält einer nüchternen Betrachtung kaum stand. Die Ukraine war vor dem russischen Großangriff 2022 kein NATO-Mitglied, und es gab dort keine NATO-Stützpunkte. Angegriffen werden stattdessen erneut Städte, Wohngebiete, Infrastruktur und die zivile Versorgung. Berichte zu den aktuellen Angriffen sprechen erneut von Schäden an Wohnhäusern und zivilen Einrichtungen.
Natürlich gab es Kooperationen der Ukraine mit westlichen Staaten – Ausbildung, Unterstützung, Partnerschaften. Aber Kooperation ist nicht dasselbe wie eine militärische Besatzung oder eine akute Angriffsdrohung. Gerade der Krieg hat am Ende das Gegenteil dessen bewirkt, was offiziell als Ziel genannt wurde: mehr Aufrüstung in Europa, eine stärkere NATO und zusätzliche Beitritte.
Besonders schwer wiegt dabei etwas anderes: Der Krieg wird seit Jahren von Vorwürfen schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht begleitet. Internationale Organisationen, die Vereinten Nationen und Ermittlungsbehörden dokumentieren Angriffe auf Zivilisten, auf Energieversorgung, Schulen, Krankenhäuser sowie die Verschleppung ukrainischer Kinder; solche Taten werden international als mögliche Kriegsverbrechen untersucht beziehungsweise eingeordnet.
Wer Wohngebiete bombardiert, Millionen Menschen in Angst versetzt und das Leid der Zivilbevölkerung in Kauf nimmt, überschreitet eine Grenze, die klar benannt werden muss. Solche Angriffe verdienen die schärfste Verurteilung – unabhängig davon, welche Rechtfertigungen nachträglich geliefert werden. Sicherheit entsteht nicht durch Terror gegen Zivilisten, sondern durch die Achtung von Grenzen, Völkerrecht und Menschenleben.
Sparpläne Studierende empört über Spahns Absage an Bafög-Erhöhung
Vor drei Wochen hieß es noch, die Bafög-Reform könne pünktlich zum August in Kraft treten. Nun hat CDU-Politiker Jens Spahn das Plus beim Bafög infrage gestellt. Studierende empfinden das als »Schlag ins Gesicht«.
Wissenswertes
Milchstraße Astronomen stoßen auf mögliche Überreste einer fremden Zwerggalaxie
Kommen sie von außerhalb unserer Galaxie? Astronomen haben eine Gruppe von 20 rätselhaften Sternen untersucht. Sie könnten einen gemeinsamen Ursprung haben.
Schlagzeilenmix
Angebliches Problem mit dem Bildungsniveau Türkische Studierende protestieren gegen Uni-Schließung
Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht erneut die liberale Bilgi-Universität in Istanbul dicht – doch die Studierenden wehren sich. Hunderte von ihnen demonstrieren, Dutzende besetzten das Gebäude.
Mit Tränengas und Gummigeschossen Türkische Polizisten stürmen Sitz der Opposition
In Ankara eskaliert nach der gerichtlichen Absetzung von CHP-Chef Özgür Özel die Lage. Trotz Protesten stürmten Polizeibeamte die Parteizentrale, in der Özel sich verschanzt hatte – er verließ daraufhin das Gebäude.
Einsatz in Ankara: Türkische Behörden ordnen Räumung der Oppositionszentrale an
Die Lage spitzt sich zu: Ein Gericht in Ankara setzte jüngst den Chef der größten Oppositionspartei des Landes zwangsweise ab. Er verschanzte sich mit Unterstützern in der Parteizentrale. Die soll nun geräumt werden.
Bewährungsstrafen Großbritannien debattiert über mildes Urteil gegen jugendliche Vergewaltiger
Zwei Teenager vergewaltigen zwei Mädchen und verbreiten Videos der Taten. Trotzdem verhängt ein Richter nur Bewährungsstrafen – aus Rücksicht auf Alter und Intelligenz der Täter. Viele Briten sind fassungslos.
Unruheprovinz Belutschistan: Mindestens 24 Tote bei Anschlag auf Zug mit Soldaten in Pakistan
Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug rammt im Südwesten Pakistans einen Zug, der mit Soldaten besetzt ist. In den Trümmern der Waggons sterben Passagiere, Dutzende werden verletzt.
Demonstration in Belgrad: Zehntausende protestieren gegen Serbiens Präsidenten Vučić
Studenten und Bürger haben in Belgrad für vorgezogene Wahlen demonstriert. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Regierung stoppte landesweit den Eisenbahnverkehr – mit einem offensichtlichen Ziel.
USA
Vorfall in Washington: Schüsse nahe dem Weißen Haus – Secret Service erschießt Angreifer
In der Nähe des Amtssitzes von Donald Trump hat eine Person auf Secret-Service-Beamte geschossen. Diese erwiderten das Feuer und töteten den Angreifer. Der US-Präsident hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Weißen Haus auf.
Nahostkonflikt
Krieg in Nahost Plötzlich will Trump in den Iranverhandlungen »nichts überstürzen«
Tagelang nährte Washington Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen mit Iran – zum Missfallen Israels. Nun tritt US-Präsident Donald Trump überraschend auf die Bremse und verkündet, keine Eile zu haben.
Straße von Hormus Das sagen die Iraner zum möglichen Abkommen mit den USA
Nach wochenlangem Ringen gibt es offenbar ein erstes Verhandlungsergebnis auf dem Weg zu einem potenziellen Frieden im Irankrieg. Allerdings sieht es auf iranischer Seite teilweise anders aus als bei den Amerikanern.
Bericht über Absichtserklärung: Was das Memorandum zwischen Iran und USA vorsieht
m Krieg zwischen Iran und den USA gibt es Bewegung: Nach übereinstimmenden Medienberichten könnten sich beide Kriegsparteien in Kürze auf eine Waffenruhe verständigen. Ein Überblick.
Ukraine-Krieg und Russland
Russische Angriffe: Schwere Zerstörungen in Kyjiw nach russischen Raketenangriffen
Russland hat Kyjiw in der Nacht mit Raketen beschossen und dabei Museen, Ministerien und Redaktionen zerstört. Vier Menschen wurden getötet, etwa 100 verletzt.
Schwerer Luftangriff auf Kiew: Russland bestätigt Einsatz einer Oreschnik-Rakete
Russland hat die Ukraine massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. In und um Kiew starben vier Menschen. Russland bestätigt den Einsatz seiner Oreschnik-Rakete.
23. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Müllentsorgung in Süditalien Papst Leo kritisiert »schwindelerregende« Gewinne auf Kosten der Umwelt
Lange lag die Abfallentsorgung in Süditalien weitgehend bei Anbietern mit Mafia-Kontakten. Illegal verklappter Müll soll dort auch für zahlreiche Krebsfälle verantwortlich sein.
Zusammenhänge und Vertiefung:
Criminal Planet: Italiens Giftmüll-Mafia
Mafia-Organisationen wie Camorra und ‚Ndrangheta haben ein lukratives Geschäftsfeld erschlossen: Sie verdienen Milliarden mit der illegalen Entsorgung von giftigem und radioaktivem Müll.
Steigende Zahlen im Kongo: WHO erhöht Ebola-Risikostufe auf »sehr hoch«
Beim schweren Ebolaausbruch in der Demokratischen Republik Kongo gibt es fast 750 Verdachtsfälle. Die USA fordern vor der Fußball-WM 21 Tage Isolation für das kongolesische Team.
Wissenswertes
Ebola-Virus: Zehn weitere Länder in Zentralafrika von Ebola-Ausbruch bedroht
Die Afrikanische Union warnt vor einer Ausweitung des Ebola-Ausbruchs auf zehn weitere Länder in Zentralafrika. In Uganda gibt es drei neue Fälle.
Bundesregierung 2025
Pflegekassen: Pflegekassen rechnen für 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit
Der GKV-Spitzenverband warnt vor »unbeherrschbaren« Finanzproblemen der Pflegeversicherung. Bereits im ersten Quartal verbuchte sie ein Minus von 667 Millionen Euro.
Q. meint: Die Debatte um die Pflegeversicherung zeigt ein grundlegenderes Problem: Der Sozialstaat gerät nicht deshalb unter Druck, weil Solidarität gescheitert wäre – sondern weil seine Finanzierung immer stärker unter Druck gerät. Die Ausgaben sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, während die Einnahmen nicht im gleichen Maß gewachsen sind. Bereits heute werden Stabilisierungshilfen und zusätzliche Finanzierungswege diskutiert, für die kommenden Jahre erwarten viele Experten weitere Milliardenlücken.
Gerade deshalb lohnt sich ein Blick ins Grundgesetz. Dort steht nicht nur der Schutz des Eigentums, sondern auch ein oft übersehener Satz: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
Das bedeutet nicht, Erfolg oder Vermögen infrage zu stellen. Aber ein Sozialstaat kann dauerhaft nur funktionieren, wenn wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung zusammen gedacht werden. Wenn Vermögen, Kapitalerträge und Produktivitätsgewinne wachsen, während die Finanzierung öffentlicher Aufgaben vor allem auf Arbeit und Beiträgen lastet, entstehen strukturelle Spannungen.
Die Pflegekrise erinnert daran: Freiheit, Eigentum und Verantwortung gehören im Grundgesetz zusammen. Ohne dieses Gleichgewicht verliert der Sozialstaat langfristig seine Stabilität.
Pläne der Koalition Wie eine gerechte Steuerreform aussehen könnte
Steuerzahler in Deutschland sollen entlastet werden. Über das Wie diskutiert die schwarz-rote Koalition noch. Worauf es dabei ankommt – und wie Sie jetzt schon etwas für Ihren Geldbeutel tun können. Eine Kolumne von Hermann-Josef Tenhagen
Q. meint: Der Streit um die Steuerreform zeigt einen grundlegenden Unterschied zwischen SPD und Union – nicht in der Frage, ob Arbeit entlastet werden soll, sondern wer davon vor allem profitieren soll. Beide Seiten sprechen von Entlastung, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die SPD betont traditionell stärkere Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen und eine stärkere Beteiligung sehr hoher Einkommen zur Gegenfinanzierung. Die Union setzt stärker auf breitere Steuersenkungen und Entlastungen im oberen Einkommensbereich sowie auf Wachstumsimpulse.
Die Frage dahinter ist größer als Steuertechnik: Ein Sozialstaat, der bei Pflege, Infrastruktur und Transformation unter Druck gerät, muss entscheiden, wie Lasten verteilt werden. Das Grundgesetz schützt Eigentum – verbindet es aber zugleich mit Verantwortung. Wer „Arbeit muss sich wieder lohnen“ sagt, muss deshalb auch beantworten, für wen genau – und wie öffentliche Aufgaben dauerhaft finanziert werden sollen.
Der Unterschied zwischen SPD und Union verläuft deshalb weniger zwischen Leistung und Nichtleistung – sondern zwischen zwei politischen Leitbildern: Die SPD setzt tendenziell stärker auf sozialen Ausgleich und gemeinsame Finanzierung öffentlicher Aufgaben, die Union stärker auf Marktmechanismen, Entlastung und die Erwartung, dass Wachstum am Ende allen zugutekommt.
Mitglied der JU und Programmierer (22) SPD rauswerfen: Dieser Mann steckt hinter ominöser Homepage
Die Internet-Simulation „Feuer-den-Sozen” soll Unions-Abgeordneten den Ernst der Lage vorführen. Wer würde bei einer heutigen Wahl aus dem Bundestag fliegen? In Fraktions-Chatgruppen wird es aufmerksam gelesen. FOCUS online konnte den Initiator sprechen. Sascha Adamek
Q. meint: Reformen für wen? Über Feindbilder, Macht und die eigentliche Konfliktlinie
Politische Auseinandersetzungen werden oft so dargestellt, als ginge es nur um einzelne Parteien oder Personen. Dahinter stehen jedoch meist grundlegendere Fragen: Wer bestimmt die Richtung? Wer profitiert von politischen Entscheidungen? Und welche Vorstellungen von Zukunft setzen sich durch? Gerade dann, wenn politische Gegner nicht mehr als Gesprächspartner, sondern als Hindernis oder Feindbild erscheinen, lohnt sich ein genauer Blick auf Sprache, Macht und die Interessen hinter den jeweiligen Erzählungen.
Ein Essay von Volker Zorn | INGLOP | 23.05.2026
Migration: Dobrindt will bis Jahresende Abkommen über Rückkehrzentren schließen
Menschen mit abgelehntem Asylantrag sollen raus aus Deutschland, findet Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Das dürfe auch nicht am Herkunftsland hängen.
Sozialreformen: Jens Spahn schließt höheres Elterngeld und Bafög vorerst aus
Solange die Wirtschaft schwächelt, müsse der Staat sparen, sagt der Unionsfraktionschef. Auch die SPD will notwendige Reformen mittragen und ist zu Kompromissen bereit.
Deutschland
Spitzengespräch mit Uli Hoeneß »Höcke würde mir nicht durch die Wohnungstür kommen«
Kann er den Fußball nicht loslassen? Im SPIEGEL-Talk kritisiert Uli Hoeneß Nationaltrainer Nagelsmann. Außerdem sagt er, wie knapp er dem Tod entkam, was ihn die Haft gelehrt hat – und er macht einen Vorschlag zum Umgang mit der AfD. Moderiert von Markus Feldenkirchen
Medienbericht über Altbundeskanzler: Olaf Scholz bekommt offenbar einen neuen Job
Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz kann sich einem Bericht zufolge bald eine weitere Berufserfahrung in den Lebenslauf schreiben: Er soll demnach Leiter der neuen sogenannten Nord-Süd-Kommission werden.
Pläne der Koalition Wie eine gerechte Steuerreform aussehen könnte Von Hermann-Josef Tenhagen
Brandmauer zur AfD: SPD-Politiker weisen Albig-Aussagen zu Zusammenarbeit mit AfD zurück
Die Vorschläge des früheren SPD-Politikers Torsten Albig zum Ende der Brandmauer stoßen bei SPDlern auf Widerspruch. Es dürfe keine Kooperation mit der AfD geben.
Insekten: Bereits im Februar wurde die erste Tigermücke in Deutschland entdeckt
Die erste Asiatische Tigermücke in Deutschland ist dieses Jahr bereits im Februar gemeldet worden. Die Mücke wurde in der Nähe von Bonn entdeckt.
Bundeshaushalt und Reformagenda: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer offen für höhere Steuern für Vermögende
»Starke Schultern müssen mehr tragen als schwache«, findet Michael Kretschmer. In einem Interview hält er höhere Steuern auf große Vermögen und Erbschaften für denkbar. Seine CDU lehnt eine »Reichensteuer« eigentlich ab.
Einbürgerungen: Neuer Höchststand bei Einbürgerungen in Deutschland
Im Jahr 2025 wurden einem Bericht zufolge mindestens 300.000 Menschen in Deutschland eingebürgert. Die Behörden erwarten auch im kommenden Jahr viele Anträge.
Brandmauer zur AfD: Ex-Ministerpräsident Torsten Albig rät SPD zu Zusammenarbeit mit AfD
Angesichts ihrer Wahlerfolge könne die AfD nicht wie »die Ausgeburt der Hölle« behandelt werden, sagt Torsten Albig. Er ruft dazu auf, mit der Partei zusammenzuarbeiten.
Schlagzeilenmix
Korruptionsaffären in Spanien: Zehntausende fordern Rücktritt von Regierungschef Sánchez
In Spanien setzen zahlreiche Korruptionsskandale die regierenden Sozialisten unter Druck. Am Rande einer Demonstration in Madrid unterband die Polizei offenbar einen Sturm auf die Residenz des Premierministers.
Dänemark Mette Frederiksen soll erneut versuchen, eine Regierung zu bilden
Die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen ist erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Ein erster Versuch war gescheitert. Im Zentrum steht nun eine Einigung mit einem ehemaligen Regierungschef.
IStGH in Den Haag: Ungarn stoppt Austrittspläne aus Weltstrafgericht
Der Internationale Strafgerichtshof verfolgt schwerste Verbrechen, zu seinen Vertragsstaaten gehören alle EU-Länder. Unter Orbán kündigte Ungarn jedoch seinen Austritt an. Die neue Regierung nimmt das nun zurück.
Für mehr Unabhängigkeit von den USA »Ein echtes geopolitisches Statement« – EU und Mexiko unterzeichnen Freihandelsabkommen
Trump droht mit Zöllen – die EU sucht sich zuverlässigere Handelspartner: Mit Mexiko schließen die Europäer nun ein Abkommen, das einen Wegfall von Handelshemmnissen besiegelt.
Protest in Ankara und Istanbul Tausende demonstrieren in der Türkei gegen Absetzung von Oppositionschef Özel
Ein Gericht in der Türkei hat die größte Oppositionspartei des Landes ihrer kompletten Parteispitze beraubt. Der geschasste Vorsitzende rief zu Protesten auf – viele kamen dem nun nach.
USA
Libertäre in New Hampshire: Der Staat als Feind
Das „Free State Project“ will 20.000 Libertäre in den US-Bundesstaat New Hampshire bringen. Wie dort bereits jetzt der Staat ausgehöhlt wird und was weitere Ziele sind.
Q. meint: Der eigentliche Konflikt verläuft oft nicht zwischen „Freiheit“ und „Unfreiheit“, sondern zwischen unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wer die Kosten und Lasten einer Gesellschaft trägt. Wenn Steuern, Regulierung und gemeinsame Finanzierung möglichst weit zurückgedrängt werden, profitieren davon zunächst häufig jene stärker, die bereits über Vermögen, Eigentum oder hohe Einkommen verfügen – weil sie weniger auf öffentliche Infrastruktur, soziale Sicherung und Umverteilung angewiesen sind.
Befürworter sehen darin mehr Eigenverantwortung und wirtschaftliche Dynamik. Kritiker warnen dagegen vor einem bekannten Nebeneffekt: Wenn gesellschaftlicher Ausgleich geschwächt wird, wachsen langfristig Vermögenskonzentration und soziale Ungleichheit – mit Folgen für Zusammenhalt, politische Stabilität und Vertrauen.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: mehr oder weniger Staat? Sondern: Wie viel gemeinsame Verantwortung braucht Freiheit, damit sie nicht nur für die Stärksten funktioniert?
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Kapitalismus und Neoliberalismus ► Macht und Manipulation
US-Entertainer Stephen Colbert überrascht mit Auftritt bei Lokalshow. Und greift zum Hammer
24 Stunden nach seinem letzten Auftritt bei CBS moderierte Stephen Colbert die »Only in Monroe«-Show in Michigan. Am Ende zerlegte er gemeinsam mit Gästen das Set der Sendung.
Nach letzter Show von Talkmaster Weißes Haus zeigt KI-Clip – wie Trump Colbert in die Mülltonne wirft
Das nennt man im Sport »nachtreten«: Donald Trump wirft Stephen Colbert in die Mülltonne: Mit einem KI-generierten Clip »feiert« das Weiße Haus die letzte Sendung des beliebten Talkshow-Moderators.
Langfristiger Aufenthaltsstatus USA verschärfen Regeln für Anträge auf Greencard
Die US-Regierung erschwert den Weg zur Greencard: Wer dauerhaft in den USA leben will, soll seinen Antrag künftig meist im Heimatland stellen. Das trifft auch Ärzte, Professoren und Geschäftsleute.
»Starship«-Test SpaceX startet 124-Meter-Rakete kurz vor Rekord-Börsengang
Der Test der neuen Schwerlastrakete von SpaceX ist geglückt, abgesehen von der missratenen Rückkehr des Boosters. Der »Starship«-Start kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Im Juni plant das Unternehmen seinen Börsengang, es könnte der größte aller Zeiten werden.
Niederlage für Trump vor Gericht Bundesrichterin weist Anklage wegen Menschenschmuggels gegen Kilmar Ábrego García ab
Der Fall Kilmar Ábrego García gilt als Symbol für Trumps harte Abschiebepolitik. Nun errang der unrechtmäßig nach El Salvador abgeschobene Mann einen juristischen Sieg vor einem US-Bundesgericht.
Nahostkonflikt
Krieg in Nahost: USA und Iran melden Fortschritte bei Verhandlungen – es gibt wohl ein vorläufiges Abkommen
Nach übereinstimmenden Medienberichten steht eine Einigung zwischen den USA und Iran kurz vor dem Abschluss. US-Präsident Donald Trump will offenbar am Sonntag entscheiden.
Festnahmen auf See Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte werfen Israel Misshandlungen vor
Gaza-Aktivisten beschuldigen israelische Beamte massiver Gewalt. Es soll nach ihrer Festsetzung unter anderem zu 15 sexuellen Übergriffen gekommen sein. Die Strafvollzugsbehörde weist die Vorwürfe zurück.
Nach Verhöhnung von Gaza-Aktivisten Paris verhängt Einreiseverbot für Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir
Der israelische Hardliner Itamar Ben-Gvir stellte festgenommene Gaza-Aktivisten zur Schau und verhöhnte sie. Frankreich zieht nun Konsequenzen, erklärt den Minister zur unerwünschten Person – und ruft zu EU-Sanktionen gegen ihn auf.
Im Libanon: Sechs Sanitäter bei israelischen Angriffen getötet
Erneut hat Israel bei mehreren Angriffen Ziele im Libanon attackiert. Dabei sollen zehn Menschen getötet worden sein, sechs von ihnen waren offenbar Rettungskräfte.
Ungelöster Nahostkonflikt Pakistanische Vermittler zu Gesprächen in Teheran – USA bereiten womöglich neue Angriffe auf Iran vor
Kommt eine Einigung oder droht im Irankonflikt die Eskalation? Pakistan versucht, weiter zu vermitteln; der US-Außenminister spricht von Fortschritten. Zugleich berichten Medien über mögliche neue Angriffspläne von Präsident Trump.
Ukraine-Krieg und Russland
Ukrainekrieg: Selenskyj warnt vor Schlag mit russischer Oreschnik-Rakete
Russland plant nach Informationen des ukrainischen Präsidenten den Einsatz der Interkontinentalrakete Oreschnik auf dem Gebiet der Ukraine. Es wäre erst der dritte Angriff mit diesem Raketentyp seit Beginn des Krieges.
Krieg in der Ukraine: Feuer in russischem Ölhafen nach ukrainischem Angriff – offenbar 18 Tote in Studentenwohnheim
Die Ukraine hat bei Drohnenschlägen offenbar erneut russische Öl-Anlagen getroffen. In der von Russland besetzten Ostukraine steigt unterdessen die Zahl der Toten, nach einem Schlag gegen ein Wohnheim. Putin schwört Rache.
22. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Forscher bestätigen, dass Klimaschutz wirkt – deswegen wollen Rechte ihn jetzt abschaffen?!
Ein Klimaforscher-Gremium hat gezeigt, dass Klimaschutz-Maßnahmen wirken und wir das Worst-Case-Szenario vermeiden. Rechte verdrehen diese News PRO Klimaschutz und behaupten, der IPCC wäre „zurückgerudert“ und die Klimakrise damit ein Hoax. Das ist doppelt falsch: Denn der IPCC hat gar nichts dazu gesagt, das war ein anderes Gremium. So dumm versuchen sie, dich anzulügen.
Q. meint: Klimaschutz wirkt – und genau das wird jetzt gegen ihn verwendet
Ein bemerkenswertes Muster zieht sich seit Jahren durch Teile der klimapolitischen Debatte: Sobald neue Daten zeigen, dass bestimmte Worst-Case-Szenarien etwas unwahrscheinlicher geworden sind, wird daraus nicht selten die Behauptung konstruiert, die Klimakrise sei übertrieben gewesen oder habe nie existiert. Dabei ist die Schlussfolgerung oft genau falsch herum. Wenn sich Risiken verändern, kann das auch Ausdruck dessen sein, dass politische Maßnahmen, technologische Entwicklungen und gesellschaftlicher Wandel Wirkung zeigen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, Effizienzsteigerungen und zunehmender internationaler Druck haben reale Auswirkungen. Daraus abzuleiten, Klimaschutz sei unnötig gewesen, wäre ungefähr so schlüssig wie zu behaupten, eine erfolgreiche Therapie beweise, dass die Krankheit nie existiert habe. Gerade hier zeigt sich ein Mechanismus, der weit über die Klimafrage hinausweist: Fortschritte werden umgedeutet, wissenschaftliche Erkenntnisse relativiert und notwendige Veränderungen als Bedrohung dargestellt. Nicht selten profitieren davon jene Kräfte, die an bestehenden fossilen und ökonomischen Abhängigkeiten festhalten wollen. Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob Klimaschutz wirkt. Die entscheidende Frage lautet: Was passiert, wenn die Menschheit aus kurzfristigen Interessen genau dann aufhört zu handeln, wenn erste Erfolge sichtbar werden? Die Klimafrage ist längst mehr als Umweltpolitik. Sie ist zu einer Frage von Verantwortung, Zukunftsfähigkeit und gesellschaftlicher Reife geworden. Wenn selbst Erfolge des Klimaschutzes zum Argument gegen Klimaschutz umgedeutet werden, geht es nicht mehr um Wissenschaft – sondern um die Verteidigung alter Macht- und Wirtschaftsstrukturen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Zeitenwende ► Klimawandel
Flucht aus dem Senegal: Wie Witwen verschollener Migranten ihr Leben neu aufbauen
Trotz der Risiken versuchen Zehntausende aus Westafrika Europa über den Atlantik zu erreichen. Viele überleben es nicht. Ihre Familien bleiben zurück und müssen neu beginnen.
Fußball: Experten beklagen gigantischen CO₂-Fußabdruck der WM
Wohl kaum ein Sportereignis hat bislang so polarisiert wie die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Jetzt machen Umweltexperten eine verstörende Rechnung auf.
Wissenswertes
Künstliche Intelligenz: Wenn KI zur Gefahr für die Mittelschicht wird
KI wird Arbeitsplätze kosten, aber auch neue schaffen. Das Problem: die Verteilung. Es profitieren die Jungen, die Frauen, die Geringverdiener – oder eben genau nicht. Eine Kolumne von Marcel Fratzscher
Q. meint: Die Debatte über KI wird oft so geführt, als ginge es nur um Technik. Tatsächlich berührt sie eine viel grundlegendere Frage: Wie organisieren wir Gesellschaft, wenn menschliche Arbeit zunehmend nicht mehr der begrenzende Faktor ist?
KI birgt enormes Potenzial – in Medizin, Bildung, Forschung und Produktivität. Gleichzeitig geraten ausgerechnet jene Bereiche unter Druck, die lange als Garant für Stabilität galten: Berufseinstieg, Wissensarbeit, Verwaltung, Analyse und Teile kreativer Arbeit. Wenn Einsteigeraufgaben verschwinden, stellt sich eine zentrale Frage: Wo entstehen künftig Erfahrung, Aufstieg und gesellschaftliche Teilhabe?
Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb weniger in der Technologie selbst als in ihrer gesellschaftlichen Einbettung. Schon bei Klimawandel und Energiewende zeigt sich: Technische Lösungen allein reichen nicht aus, wenn ökonomische Anreize und politische Rahmenbedingungen nicht mitziehen.
Mehr globale Gerechtigkeit wäre dabei ein zentraler Teil der Lösung – doch ohne eine bewusste Gestaltung von Technologie, Bildung und gesellschaftlichen Regeln könnten sich bestehende Ungleichgewichte unter neuen Vorzeichen fortsetzen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Ersetzt KI den Menschen? Sondern: Schaffen wir Strukturen, in denen der Fortschritt allen zugutekommt – oder nur wenigen?
Vertiefung: KI, Arbeit und die nächste große Systemfrage
Warum künstliche Intelligenz mehr verändert als einzelne Berufe – und weshalb die eigentliche Herausforderung tiefer liegt
Ein Essay von Volker Zorn | INGLOP | 22.05.2026
Ägyptische Baukunst: Wie die Cheops-Pyramide auch Erdbeben übersteht
Seit Jahrtausenden trotzt die Cheops-Pyramide bei Kairo selbst starken Erschütterungen. Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Frequenzen, in denen das Bauwerk und seine Umgebung schwingen.
Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt: Warum Wale nach ihrem Tod explodieren können
Dänemarks Umweltbehörde hat vor der Explosion des Walkadavers gewarnt. So etwas kommt durchaus vor. Eine Biologin erklärt, was Faulgase damit zu tun haben.
Betrügerische Werbung: Verbraucherschützer fordern Geldbußen für Google, Meta und TikTok
Mit windigen Versprechen locken Finanzschwindler im Internet naive Anleger in die Falle. Meta, Google und Co. unternehmen dagegen nach Überzeugung von Verbraucherschützern viel zu wenig.
Ebolaausbruch in Zentralafrika: Seltener Virustyp, spät entdeckt, kein Impfstoff
Niemand weiß, wie weit sich der Erreger bereits verbreitet hat. Wie gefährlich ist das Virus? Was über die Epidemie bekannt ist – und was nicht. Ein Video von Fabian Pieper und Jonathan Miske (Animation)
Bundesregierung 2025
Zinsausgaben des Bundes: Auf dem Weg in die Schuldenfalle
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil muss immer mehr Zinsen zahlen. So wächst der Druck auf den klammen Bundeshaushalt. Es gibt nur einen Ausweg. Eine Analyse von Jurik Caspar Iser
Q. meint: Die Debatte über steigende Zinsausgaben des Bundes wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was bedeuten Staatsschulden eigentlich in einer Welt mit enormen Kapitalüberschüssen?
Ein Staat funktioniert nicht wie ein Privathaushalt. Bundesanleihen werden häufig nicht vollständig „abbezahlt“, sondern laufend ersetzt, verlängert oder neu aufgelegt. Auf der anderen Seite stehen oft Versicherungen, Fonds, Banken oder sehr vermögende Anleger, die sichere Anlagemöglichkeiten suchen.
Das wirft eine interessante Frage auf: Wenn weltweit enorme Vermögen nach Anlagemöglichkeiten suchen – und teilweise mehr Kapital vorhanden ist, als sinnvoll investiert werden kann –, sollte der Fokus dann ausschließlich auf Schuldenabbau liegen? Oder stärker darauf, ob geliehenes Geld produktiv eingesetzt wird: für Infrastruktur, Bildung, Energiewende oder Zukunftsfähigkeit?
Entscheidend ist nicht nur die Höhe der Schulden, sondern auch, wem die Zinsen zufließen und welchen gesellschaftlichen Nutzen die Investitionen schaffen.
Zusammenhänge und Vertiefung:
Planet Finance
Monopoly für Anfänger – Wie funktionieren die Finanzmärkte?
Gesetz im Bundestag beschlossen:Der Bund will Apotheken retten – mit teuren Nebenwirkungen
Im Bundestag wurde heute die Apothekenreform beschlossen. Besonders Apotheken auf dem Land sollen so unterstützt werden. Doch die Regierung untergräbt so die eigenen Einsparungen. Von Johannes Lieber
meinung •Klima-Expertenrat sieht Deutschland nicht auf Kurs … und das neue Heizungsgesetz ist noch gar nicht eingepreist
Ein unabhängiges Beratergremium kritisiert, das Ziel der Klimaneutralität 2045 sei in Gefahr. Von Vorhaben der Bundesregierung haben die Experten keinen guten Eindruck. Ein Newsletter von Kurt Stukenberg
Q. meint: Der neue Bericht des Expertenrats für Klimafragen ist vor allem eines: eine Warnung, dass Zeit verloren wurde – und dass politische Zielkonflikte nicht länger mit Symbolpolitik überdeckt werden können. Der Rat bezweifelt ausdrücklich, dass Deutschland mit dem aktuellen Kurs seine Klima- und Emissionsziele erreicht.
Dabei gehört zur Einordnung: Die Energiewende wurde in Deutschland nicht von einer einzelnen Partei getragen – aber ihr Tempo und ihre Priorisierung haben sich je nach Regierungsphase deutlich verändert. Die SPD spielte historisch eine wichtige Rolle: Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurden mit dem EEG ab 2000 bereits bestehende Ansätze zum Ausbau erneuerbarer Energien deutlich weiterentwickelt und in ein international beachtetes Fördermodell überführt. Zu den prägenden Köpfen dieses Kurses gehörte auch Hermann Scheer, der früh auf die strategische Bedeutung erneuerbarer Energien hinwies.
Die Union wiederum steht seit Jahren im Zentrum der Kritik, weil Teile ihrer Energiepolitik lange auf den Erhalt bestehender Strukturen, einen langsameren Ausbau und hohe Priorität für kurzfristige Stabilität setzten. Wer heute über gerissene Klimaziele spricht, sollte deshalb nicht so tun, als sei das ein Naturereignis. Klimaziele scheitern nicht am Wetter – sondern auch an politischen Entscheidungen und der Geschwindigkeit ihrer Umsetzung.
Die eigentliche Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob die Energiewende kommt, sondern ob Deutschland sie gestaltet – oder von ihr überrollt wird.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Zeitenwende ► Klimawandel
Katherina Reiche: Bundeswirtschaftsministerin will Stopp von Frühverrentungsprogrammen
Nach Ansicht von Ministerin Katherina Reiche wird in Deutschland zu wenig gearbeitet. Sie will Programme zum früheren Renteneintritt beenden und verweist auf China.
Q. meint: Die Debatte um längere Lebensarbeitszeiten wird oft so geführt, als hätten wir vor allem ein Arbeitsproblem. Tatsächlich lohnt sich aber ein zweiter Blick auf die Verteilungsfrage. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche argumentiert, Deutschland müsse wegen Demografie und steigender Lebenserwartung länger arbeiten und Anreize zur Frühverrentung abbauen.
Diese Perspektive blendet jedoch einen zentralen Punkt aus: Die Wirtschaftsleistung pro Beschäftigten ist über Jahrzehnte erheblich gestiegen – gleichzeitig haben sich Vermögen und Kapitaleinkommen deutlich stärker konzentriert als Arbeitseinkommen. Die Frage lautet deshalb nicht nur, wie lange gearbeitet wird, sondern auch wer von Produktivität, Wachstum und technischen Fortschritten profitiert.
Gerade für Menschen in körperlich belastenden Berufen wirkt die Forderung nach längerer Arbeit oft wie eine Verschiebung der Lasten nach unten. Wer am Schreibtisch sitzt, erlebt Alter anders als Menschen in Pflege, Handwerk, Logistik oder Produktion. Eine Debatte über Renten ohne Debatte über Verteilung bleibt unvollständig.
Eine zukunftsfähige Gesellschaft wird deshalb vermutlich beides brauchen: mehr Produktivität durch Innovation – und eine gerechtere Beteiligung an den Ergebnissen dieser Produktivität. Sonst entsteht der Eindruck, dass technologischer Fortschritt zwar Wohlstand erzeugt, aber die gewonnene Zeit nicht bei den Menschen ankommt.
Die eigentliche Zukunftsfrage lautet nicht:
Wie bringen wir Menschen dazu, länger zu arbeiten?
Sondern:
Wie organisieren wir Produktivität, Wohlstand und soziale Sicherheit so, dass Fortschritt nicht nur oben ankommt?
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Die globale Schieflage ► Zeitenwende ► Empathie
Häusliche Gewalt: Stefanie Hubig will raschere Scheidung für Opfer häuslicher Gewalt
Betroffene häuslicher Gewalt sollen sich nach dem Wunsch der Bundesjustizministerin schneller scheiden lassen können. Ihr Entwurf konkretisiert, was Härtefälle sind.
Versprechen aus Koalitionsvertrag: Bundestag beschließt niedrigere Ticketsteuer für Flugreisende
Ab Juli soll die Luftverkehrsteuer deutlich niedriger ausfallen, das hat der Bundestag entschieden. Ob Flugtickets dadurch wirklich billiger werden, ist aber unklar. Im Parlament ging es auch um Bahn-Neubauprojekte.
Warnung von Migrationsforschern: Azubis und Studierende aus dem Ausland geraten oft in Schuldenfalle
Lieferdienst statt Hörsaal, Nagelstudio statt Ausbildung: Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht die Gefahr, dass junge Menschen aus dem Ausland oft in prekäre Jobs rutschen. Und fordert strengere Regeln.
Immobilien in Deutschland: Zahl fertiggestellter Wohnungen so niedrig wie seit 2012 nicht mehr
Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen ein düsteres Bild vom deutschen Wohnungsmarkt. Der eklatante Mangel, so viel ist sicher, wird so bald nicht abgestellt werden.
Reformvorschlag zur Abstimmung: Apotheken sollen zusätzliche Leistungen anbieten können
Impfungen, Vorsorge, größeres Arzneiangebot: Gesundheitsministerin Nina Warken will den Apotheken mit ihrem vorgelegten Gesetzentwurf neue Geschäftsfelder eröffnen. Eine Lobbygruppe protestiert scharf.
Erste Beratung von Gesetzentwurf: Automatisches Kindergeld: Klingbeil erwartet Entlastungen
Bundesfinanzminister Klingbeil erwartet mit der geplanten Einführung des antragslosen Kindergeldes eine Entlastung für Familien. Ein Gesetzentwurf wird heute erstmals beraten.
Kürzung von Subventionen: Klingbeil zeigt sich offen für Spahns Rasenmäher-Methode
Der Bundesfinanzminister schließt pauschale Subventionskürzungen nach der »Rasenmäher«-Methode nicht aus – und macht klar: Das bisherige Sparen im Kabinett war nur der Anfang.
Urteil gegen Özgür Özel: Wadephul besorgt wegen Absetzung des Oppositionsführers in der Türkei
Ein Gericht in Ankara hat den Chef der größten Oppositionspartei CHP abgesetzt, Unterstützer protestieren. Außenminister Wadephul hält das Vorgehen für problematisch – auch mit Blick auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft der Türkei.
Deutschland
Vertrauliche Dokumente der russischen Propaganda: Vereinbarten diese Politiker eine Kooperation mit Moskau?
Vertrauliche Dokumente der russischen Propaganda rücken zwei prominente Deutsche in die Nähe von Mittätern. Standen sie dem Kreml tatsächlich zur Verfügung – oder gerieten sie unwissentlich in die Affäre?
Parteibroschüre„Abstieg für Deutschland“: So rechnet die CDU mit der AfD ab
In einer Infobroschüre stellen die Christdemokraten mit markigen Worten die AfD an den Pranger. Das wurmt die in Teilen rechtsextreme Partei ganz gewaltig. Der Ärger hat ungeahnte Folgen. Von Robert Roßmann, Berlin
Umfrage vom »Politbarometer« Viele Deutsche wollen Reformen, sehen aber wenig Bereitschaft – und trauen sie der Politik nicht zu
Reformen ja, aber nicht bei mir: Laut ZDF-»Politbarometer« halten viele Befragte Reformen für nötig, sehen aber wenig Willen, finanzielle Einschnitte in Kauf zu nehmen. Die Koalition bleibt demnach unbeliebt.
Prozess in München Drei Unterstützer von »Kaiserreichsgruppe« verurteilt
Während der Coronapandemie wollte die »Kaiserreichsgruppe« den damaligen Gesundheitsminister Lauterbach entführen. Drei Unterstützer wurden nun schuldig gesprochen. Ihre Vorstellungen bezeichnete der Richter als »bizarr«.
Niedrige Grundwasserstände: Menschen in Niedersachsen sollen Wasser sparen
Weil das Grundwasser immer knapper werde, fordert der Umweltminister von Niedersachsen, Christian Meyer, den Wasserverbrauch zu senken. »Die Lage ist vielerorts angespannt.«
Q. meint: Wenn selbst in einem wasserreichen Land wie Deutschland inzwischen zum Wassersparen aufgerufen wird, sollte niemand mehr von Einzelfällen sprechen. Sinkende Grundwasserstände trotz zwischenzeitlicher Niederschläge zeigen, worum es in der Klimakrise tatsächlich geht: nicht nur um Temperaturrekorde, sondern um die schleichende Veränderung ganzer Wasserkreisläufe. In Niedersachsen lagen zuletzt 93 von 161 Messstellen unter dem langjährigen Durchschnitt, mehrere sogar auf Rekordtief.
Die eigentliche Warnung lautet deshalb nicht: „Es wird mal trockener.“ Sondern: Die Grundlagen unserer Versorgung beginnen sich zu verändern. Was heute Wassersparen heißt, kann morgen Verteilungskonflikte bedeuten.
Klimaschutz ist deshalb kein Luxusprojekt – sondern Vorsorge für das, was unsere Gesellschaft zusammenhält.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Zeitenwende ► Klimawandel
Nach seiner Wiederwahl: Freiburger Oberbürgermeister spendet 50.000 Euro an SPD
Im Kommunalwahlkampf unterstützte der Freiburger SPD-Kreisverband den parteilosen Kandidaten Martin Horn. Der spendete nach seinem Wahlsieg eine fünfstellige Summe an die Partei. Hat die Sache ein »Geschmäckle«?
USA
Tolle wie der US-Präsident Albino-Bulle »Donald Trump« wird zum Internetstar
Ein 700 Kilogramm schwerer Bulle in Bangladesch lockt seit Wochen neugierige Besucher an. Weil er so aussehen soll wie der US-Präsident. Bald soll »Donald Trump« aber geschlachtet werden.
Wegen Irankrieg USA pausieren laut Pentagon Waffenlieferungen an Taiwan – dort wurde man nicht informiert
Eine geplante Milliarden-Rüstungslieferung an Taiwan ist laut dem US-Marine-Staatssekretär auf Eis gelegt worden. Als Grund nannte er den Munitionsbedarf im Irankrieg. In Taipeh weiß man davon offenbar nichts.
Trumps Übernahmegelüste: Grönländer protestieren vor neuem US-Konsulat in der Hauptstadt
Für Grönland geht das schon als Massenprotest durch: Hunderte Menschen sind auf der Arktisinsel vor die neue US-Vertretung gezogen. Sie wehren sich gegen Donald Trumps Drohungen und Lockversuche.
US-Truppen in Europa: Trump will 5000 Soldaten zusätzlich nach Polen entsenden
Zuletzt hatte es in Warschau Unruhe nach Berichten über einen Stopp der Entsendung von US-Soldaten gegeben. Jetzt macht Trump eine Ankündigung, die dort gut ankommen dürfte.
Neues Gesetz in den USA: Zwei Männer wegen Erstellung von KI-Deepfakes angeklagt
In den USA ist die Veröffentlichung von Deepfakes ohne Zustimmung der Betroffenen seit vergangenem Jahr eine Straftat. Nun sollen sich zwei Männer vor einem Bundesgericht in New York dafür verantworten.
Streit im US-Senat: Empörung über Trumps Entschädigungsfonds – Republikaner stoppen vorerst Gesetz zur Einwanderung
Im US-Senat wächst der Widerstand gegen Donald Trump. Republikaner blockieren ein Milliardenpaket zur Abschiebeoffensive des Präsidenten. Streitpunkt dabei: der Entschädigungsfonds, von dem auch Kapitolstürmer profitieren könnten.
Nahostkonflikt
Krieg im Nahen Osten: Mehrere Tote durch israelische Angriffe im Libanon
Trotz Waffenruhe gehen die Kämpfe im Libanon weiter. Bei israelischen Angriffen wurden sechs Menschen getötet, vier in einer der Hisbollah nahen Gesundheitseinrichtung.
Ukraine-Krieg und Russland
„Lanz“-Debatte über Krieg und Frieden: Militärexperte Vad: So landen wir im Krieg mit Russland
Erich Vad fordert eine diplomatische Initiative des Kanzlers. Er gerät bei „Lanz“ mit Roderich Kiesewetter aneinander, der darauf beharrt, nicht über die Ukraine zu verhandeln.
Q. meint: Die Debatte bei „Lanz“ zeigt ein Dilemma, das Europa noch lange begleiten wird: Unterstützt man die Ukraine zu wenig, wächst das Risiko, dass militärische Gewalt als erfolgreiches Mittel der Grenzverschiebung wahrgenommen wird. Unterstützt man sie stärker, entstehen zugleich Sorgen vor Eskalation und direkter Konfrontation. Genau entlang dieser Linie stritten Roderich Kiesewetter und Ex-General Erich Vad über Abschreckung, Eskalationsrisiken und die Rolle Europas.
Dabei wird oft ein Punkt übersehen: Die sicherheitspolitische Herausforderung durch Russland verschwindet nicht automatisch mit weniger Unterstützung für die Ukraine – und auch nicht automatisch mit einer späteren EU-Aufnahme. Die eigentliche Frage ist, welche Sicherheitsordnung in Europa langfristig entsteht. Wenn militärische Aggression am Ende territoriale Gewinne bringt, sendet das Signale weit über die Ukraine hinaus. Gleichzeitig bleibt richtig, dass jede Eskalation vermieden werden muss und politische Lösungen unverzichtbar sind.
Die unbequeme Erkenntnis lautet deshalb:
Die Gefahr entsteht nicht erst durch Nähe zur Ukraine oder einen möglichen EU-Status. Die Gefahr entsteht bereits dadurch, dass Europa sich mit der Rückkehr geopolitischer Machtpolitik auseinandersetzen muss.
Die eigentliche Herausforderung der kommenden Jahre wird sein, Sicherheit, Abschreckung und Diplomatie zusammenzudenken – ohne in Naivität, aber auch ohne in Eskalationslogik zu verfallen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Ukraine-Krieg ► Zeitenwende
Schlagzeilenmix
Rechtskonservativer Politiker Ex-Premier Janša erneut zum Ministerpräsident von Slowenien gewähl
Zum vierten Mal wird der rechtskonservative Janez Janša Regierungschef. Er sagt, dass er die Korruption in Slowenien bekämpfen will. Doch sprechen seine vergangenen Amtszeiten nicht unbedingt dafür.
Amtssitz von Präsident Macron: Finanzfahnder durchsuchen Élysée-Palast
Ging bei Feiern in der Ruhmeshalle Panthéon in Paris alles mit rechten Dingen zu? Fahnder haben den Präsidentensitz nun durchsucht. Der Verdacht von jahrelanger Bevorzugung eines Anbieters steht im Raum.
Opposition in der Türkei: Das Ende der alten Türkei
Richter in Ankara haben den CHP-Parteivorsitzenden abgesetzt. Dies zeigt: Erdoğan will die Opposition im Land nicht mehr nur kontrollieren, sondern selbst bestimmen. Eine Analyse von Fritz Zimmermann
Nato-Bündnisfall: Nato steht laut Mark Rutte »felsenfest« hinter Artikel 5
»Niemand sollte so töricht sein, uns anzugreifen«, sagt der Nato-Generalsekretär. Außenminister Johann Wadephul gibt sich optimistisch, was den Dialog mit den USA angeht.
Epstein-Affäre um ehemaligen Prinzen: Britische Polizei bittet um Hinweise zu Ex-Prinz Andrew
Bei den Ermittlungen rund um den früheren Prinzen Andrew geht die Polizei Hinweisen auf mögliches sexuelles Fehlverhalten nach. Die Ermittler glauben, dass sich Opfer wegen des öffentlichen Drucks nicht melden.
Q. meint: Der Fall Ex-Prinz Andrew zeigt erneut ein Problem, das weit über einzelne Personen hinausgeht: Je höher gesellschaftlicher Status und Macht, desto größer scheint oft die Versuchung – und manchmal auch die Erwartung –, dass andere Regeln gelten. Gerade deshalb sind rechtsstaatliche Verfahren so wichtig: Vorwürfe müssen sorgfältig geprüft werden, ohne Vorverurteilung, aber auch ohne Ehrfurcht vor Titeln und Netzwerken. Der eigentliche Vertrauensverlust entsteht nicht nur durch mögliches Fehlverhalten – sondern dann, wenn Menschen den Eindruck bekommen, Einfluss schütze vor Konsequenzen. Rechtsstaat zeigt seine Stärke nicht an den Schwachen, sondern an den Mächtigen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Macht und Manipulation ► Die globale Schieflage
Türkei: Recep Tayyip Erdoğan lässt liberale Universität in Istanbul schließen
Der türkische Präsident hat die Schließung der renommierten Bilgi-Universität in Istanbul angeordnet. Die private Hochschule ist für ihre liberale Ausrichtung bekannt.
Q. meint: An autoritären Entwicklungen erkennt man Macht oft nicht zuerst an Panzern oder großen Reden – sondern an den Methoden. Wenn kritische Medien unter Druck geraten, Justiz und Verwaltung politisiert werden und Universitäten ihre Unabhängigkeit verlieren, verändert sich schrittweise der Raum für offene Debatten. Die Schließung der Bilgi-Universität in Istanbul erfolgte formal mit Verweis auf rechtliche und verwaltungsrechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit einer früheren staatlichen Übernahme des Trägers.
Die eigentliche demokratische Frage lautet aber: Bleiben Bildung, Wissenschaft und öffentliche Institutionen unabhängig genug, um Macht auch widersprechen zu können?
Denn Gewaltherrschaft erkennt man selten daran, dass sie sich so nennt. Man erkennt sie daran, dass immer weniger Bereiche der Gesellschaft ohne politischen Zugriff existieren.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Zeitenwende ► Macht und Manipulation
Verteidigungsbündnis Nato-Generalsekretär Rutte begrüßt Entsendung von US-Soldaten – und warnt vor Illusionen
Mark Rutte begrüßt Donald Trumps Entscheidung, 5000 weitere US-Soldaten nach Polen zu schicken – mahnt aber: Europa müsse die Abhängigkeit von Washington verringern.
Politikpodcast: »Die Briten wollen den linken Zeitgeist loswerden«
Von mehreren Seiten wurde der Rücktritt des britischen Premiers gefordert. Warum Keir Starmer so abgestürzt ist – und wer die größten Chancen hat, ihn zu beerben. Von Peter Dausend, Tina Hildebrandt und Jochen Bittner
Virusausbruch im Ostkongo: Wütende Angehörige brennen Behandlungszelte eines Krankenhauses nieder
Das Ebolavirus greift in der Demokratischen Republik Kongo weiter um sich. Immer neue Regionen melden Fälle, der Nachbarstaat Uganda stoppt alle Flüge. In einem Krankenhaus kam es zu Ausschreitungen.
21. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Wegweisende Resolution Uno einigt sich auf strengeren Klimaschutz – USA verweigern sich
Länder, die gegen Klimaziele verstoßen, können künftig zu Schadensersatz verpflichtet werden – darauf hat sich die Uno in einer scharfen Klima-Resolution geeinigt. Doch nicht alle Staaten ziehen mit.
Q. meint: Die Entscheidung der UN-Generalversammlung markiert möglicherweise einen Moment, der rückblickend als Wendepunkt betrachtet werden könnte: Nicht nur moralisch, sondern zunehmend auch völkerrechtlich wird die Verantwortung für die Klimakrise konkretisiert. 141 Staaten unterstützten die Resolution, die sich auf das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs stützt. Dieses sieht schwere Verstöße gegen Klimaverpflichtungen nicht mehr nur als politisches Versagen, sondern unter bestimmten Umständen auch als Grundlage für Verantwortung und Schadensersatzansprüche. Die USA gehörten zu den Staaten, die sich verweigerten.
Das eigentliche Signal reicht jedoch weit über die aktuelle Abstimmung hinaus: Jahrzehntelang wurde Klimaschutz häufig als Belastung, Kostenfaktor oder freiwillige Selbstverpflichtung behandelt. Nun verschiebt sich der Blick langsam in Richtung Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und besonders gegenüber jenen Regionen, die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben und zugleich am stärksten betroffen sind.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, ob sich die Welt verändert – sondern ob die politischen und gesellschaftlichen Systeme schnell genug lernen, mit dieser Veränderung umzugehen.
Vielleicht liegt genau hier die eigentliche Zeitenwende des 21. Jahrhunderts: Die Menschheit beginnt zu erkennen, dass nationale Interessen, fossile Pfadabhängigkeiten und kurzfristige Machtlogiken an planetare Grenzen stoßen. Wer heute noch versucht, den Wandel aufzuhalten, verteidigt womöglich nicht Stabilität – sondern beschleunigt die Instabilität von morgen.
Klimaschutz ist damit immer weniger eine Umweltfrage allein. Er wird zur Frage von Gerechtigkeit, Sicherheit, Demokratie und langfristiger Überlebensfähigkeit moderner Gesellschaften.
Diese Einsicht ist unbequem. Aber sie könnte sich als ebenso grundlegend erweisen wie frühere historische Bewusstseinssprünge: die Erkenntnis, dass die Erde nicht Mittelpunkt des Universums ist, dass der Mensch Teil der Evolution ist – und nun vielleicht die Erkenntnis, dass unser Handeln untrennbar mit den globalen Folgen verbunden bleibt.
Zusammenhänge und Vertiefung:
► Zeitenwende
► Klimawandel
Bundesregierung 2025
Demokratie: CDU veröffentlicht gegen AfD gerichtete Broschüre
In einer von der CDU herausgegebenen Broschüre wird die AfD als »demokratieschädlich« und antisemitisch bezeichnet. Ein AfD-Abgeordneter klagt wegen übler Nachrede.
Rentenreform: Rentenkommission will laut Bericht Rente mit 70 empfehlen
Die Rentenexpertengruppe spricht sich laut Bericht für ein höheres Renteneintrittsalter aus. Die Vorsitzende will das nicht bestätigen, erste Kritik gibt es aber bereits.
Q. meint: Der Ruf nach „mehr arbeiten“ wird in Deutschland wieder lauter. Doch eine unbequeme Frage bleibt oft außen vor: Für wen eigentlich?
Deutschland gehört zu den wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt. Gleichzeitig wachsen große Vermögen vielerorts schneller als Löhne, Wohnen wird teurer und immer mehr Menschen erleben trotz Arbeit Unsicherheit. Die Produktivität ist über Jahrzehnte gestiegen – doch die Verteilung der Zugewinne entwickelt sich zunehmend auseinander.
Natürlich braucht eine alternde Gesellschaft Leistung, Innovation und Investitionen. Aber wer die Debatte auf längere Arbeitszeiten reduziert, blendet einen zentralen Punkt aus: Wohlstand entsteht nicht allein durch individuelle Anstrengung, sondern durch Bildung, Infrastruktur, soziale Stabilität und das Zusammenspiel einer gesamten Gesellschaft:
Global zeigt sich ein ähnliches Muster: Vermögenskonzentration, Ressourcenkonflikte und wachsende Ungleichheit erhöhen den sozialen und politischen Druck. Die Warnungen internationaler Organisationen und vieler Ökonomen vor den Folgen extremer Konzentration von Reichtum sind seit Jahren bekannt.Die eigentliche Zukunftsfrage lautet deshalb nicht: Wie bringen wir Menschen dazu, immer mehr zu arbeiten?
Sondern: Wem dienen Produktivitätsgewinne und gesellschaftlicher Fortschritt?Denn die schleichende Umverteilung von unten nach oben ist längst keine abstrakte Befürchtung mehr – viele Menschen erleben sie bereits in ihrem Alltag.
Zusammenhänge und Vertiefung:
Die globale Schieflage
Vermögenskonzentration, soziale Spaltung und das globale Casino des 21. Jahrhunderts
Ein Essay von Volker Zorn | INGLOP | 17.05.2026
Kritik bei „Lanz“ an Kanzler: „Ein gutes Jahr“ – Merz-Aussage sorgt für Widerspruch
Markus Lanz hinterfragt das „gute Jahr“ von Kanzler Merz. Sepp Müller (CDU) pocht auf mehr Wirtschaftswachstum, Felix Banaszak (Grüne) sieht enormen Vertrauensverlust.
Europäische Union: Merz schlägt »assoziierte EU-Mitgliedschaft« für die Ukraine vor
Der Bundeskanzler will die Teilnahme der Ukraine an EU-Gipfeln ermöglichen und ihr Sicherheitsgarantien geben. Ein Stimmrecht soll das Land aber zunächst nicht bekommen.
Bundestag: Grüne und Linke werfen CDU Unterstützung für AfD-Kandidat vor
Der AfD-Kandidat Malte Kaufmann bekommt bei der Wahl eines stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Stimmen aus anderen Fraktionen. Grüne und Linke zeigen sich empört.
Deutschland
Bundesanwaltschaft: Iranische Agenten sollen Mord an Volker Beck vorbereitet haben
Zwei Männer sollen ein Attentat auf den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft geplant haben. Auch Zentralratspräsident Schuster sollen sie ausgespäht haben.
Buch »Links – Deutsch / Deutsch – Links«: Etwa 30 Autoren distanzieren sich vom Westend Verlag
Wegen der Publikation eines Buches von Julian Reichelt und Pauline Voss gibt es Kritik am Westend Verlag. Mehrere Autoren wollen ihre Zusammenarbeit mit dem Haus beenden.
Klage von Naturschützern Gericht stoppt vorerst LNG-Terminal in Wilhelmshaven
In einem Vogelschutzgebiet in Wilhelmshaven sollte ein weiteres Terminal für Flüssigerdgas entstehen. Per Eilantrag hielten Naturschützer dagegen. Ganz vom Tisch ist der Bau aber noch nicht.
Bundesanwaltschaft: Anklage wegen mutmaßlicher iranischer Anschlagspläne erhoben
Die Bundesanwaltschaft wirft zwei Männern vor, im Auftrag Irans Mordanschläge auf Juden geplant zu haben. Unter ihnen soll Zentralratspräsident Schuster gewesen sein.
Konkurrenz für Luigi Pantisano: Ulrich Schneider tritt in Kampfkandidatur um Parteivorsitz an
In einem Monat wählt die Linke eine neue Doppelspitze, bisher galten zwei Kandidierende als gesetzt. Nun bewirbt sich mit Urgestein Ulrich Schneider ein dritter auf den Posten, obwohl er die Linke schon einmal verlassen hatte.
Abgesagte Lesung: Autor Arne Semsrott wirft Magdeburg vor, vor der AfD eingeknickt zu sein
Eigentlich sollte Arne Semsrott in der Stadtbibliothek von Magdeburg eine Lesung halten. Dann sagte die Stadtverwaltung die Veranstaltung ab. Der Aktivist meint, die Stadt habe vor der AfD gekuscht.
Magdeburg: Oberbürgermeisterin weist Vorwürfe wegen Semsrott-Lesung zurück
Eine Lesung des Aktivisten Arne Semsrott in Magdeburg wurde verlegt, dieser vermutet politische Einflussnahme. Die Oberbürgermeisterin stellt die Geschehnisse anders dar.
Handel mit den USA: Trumps Zölle senken deutschen Exportüberschuss um fast ein Drittel
Deutschlands Handelsüberschuss mit den USA stört Donald Trump seit Jahren, auch deshalb verhängte er massive Zölle. Zu Jahresbeginn haben sich die deutschen Ausfuhren massiv reduziert.
Weniger Projekte: Ausländische Investoren meiden Deutschland
Schon zum achten Mal in Folge sinkt laut einer Studie die Zahl der in Deutschland angekündigten Direktinvestitionen. Weltweit habe sich die »Reformunfähigkeit« des Landes herumgesprochen, warnen die Autoren.
Parlamentarische Anfrage der Linken: Geflüchtete machen beim Familiennachzug nur geringen Anteil aus
Über den Familiennachzug aus Syrien wird am lautesten debattiert – doch faktisch nutzen Schutzsuchende den Mechanismus kaum. Visa gibt es stattdessen für andere Familienkonstellationen, wie eine Linken-Anfrage zeigt.
Wissenswertes
Historische Einigung in Südkorea: Samsung-Mitarbeiter verzichten auf Streik und sollen 300.000 Euro bekommen – pro Kopf
Wenn Unternehmen florieren, dann profitiert oft auch die Belegschaft. Bei Samsung in Südkorea laufen die Geschäfte so gut, dass die Mitarbeiter ein besonders großes Stück vom Kuchen wollten. Sie bekommen es.
Experimente mit Videos Kühe können offenbar bekannte Gesichter erkennen
Zeigt man Kühen ein Video, lässt sich an ihrer Reaktion einiges ablesen, sagen Forschende. Die Tiere können demnach Gesichter erkennen und sogar eine bekannte Stimme mit dem passenden Gesicht in Verbindung bringen.
Social-Media-Debatte: Aktionsrat Bildung empfiehlt Elterntraining und warnt vor »blindem Aktionismus«
Die Social-Media-Probleme von Jugendlichen durch Verbote lösen? Keine gute Idee, findet der Aktionsrat Bildung und fordert stattdessen mehr Social Media im Unterricht. Neben dem Bildungssystem müssten sich auch viele Eltern ändern.
Q. meint: Die Debatte um Social Media wird oft so geführt, als ginge es nur um Bildschirmzeit oder Verbote. Der eigentliche Kern reicht tiefer: Kinder und Jugendliche wachsen heute in Umwelten auf, die nicht mehr nur von Familie, Schule und Freundeskreis geprägt werden, sondern zunehmend von Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie und digitaler Verstärkung.
Deshalb wirkt der Hinweis auf Elterntraining zunächst unspektakulär – könnte aber einen wichtigen Punkt treffen: Wer Umwelt und Sozialisation ernst nimmt, muss verstehen, dass Entwicklung nie im luftleeren Raum stattfindet. Kinder lernen nicht nur durch bewusste Erziehung, sondern durch Wiederholung, soziale Bestätigung, emotionale Reize und Nachahmung. Genau auf diese Mechanismen sind viele digitale Plattformen ausgelegt. Diskussionen über Jugendschutz beziehen deshalb inzwischen ausdrücklich auch algorithmische Steuerung, Endlos-Feeds, Belohnungsmechanismen und suchtförderndes Design ein.
Die Gefahr besteht dabei nicht darin, dass Jugendliche „manipulierbar“ wären und Erwachsene nicht. Sondern darin, dass Heranwachsende ihre Persönlichkeit überhaupt erst ausbilden – in einer Phase, in der Zugehörigkeit, Anerkennung und Orientierung besonders prägend sind. Wer dort nur mit Verboten reagiert, behandelt Symptome. Wer dagegen ausschließlich auf Eigenverantwortung setzt, ignoriert die Macht der Umgebung.
Ein nüchterner Schluss könnte deshalb lauten: Nicht blindem Aktionismus folgen – aber ebenso wenig blindem Technikoptimismus. Medienkompetenz, Elternbildung, altersgerechte Gestaltung digitaler Räume und Transparenz über Manipulationsmechanismen gehören zusammen.
Vielleicht ist das sogar ein kleiner Vorgriff auf eine größere Zeitenwende: die Einsicht, dass Freiheit nicht dort beginnt, wo Einflüsse verschwinden – sondern dort, wo Menschen lernen, Einflüsse zu erkennen.
Zusammenhänge und Vertiefung: ► Psychologie
USA
Vor Rekord-Börsengang: Musks Weltraumfirma SpaceX macht Milliardenverlust
Mit bis zu zwei Billionen Dollar könnte SpaceX bei einem geplanten Börsengang bewertet werden. Dabei schreibt die Firma weiterhin tiefrote Zahlen
OK, America? / Patriarchat: MAGAs Männlichkeitsideologie
Die Misogynie in der MAGA-Bewegung wird radikaler und politischer. Ein Thema im US-Podcast. Außerdem: Elon Musk siegt gegen Sam Altman und Stephen Colbert nimmt Abschied.
Grönland und die USA: Trump-Gesandter pocht auf stärkere US-Präsenz in Grönland
Es sei an der Zeit, dass die USA wieder mehr Präsenz in Grönland zeigten, sagt US-Sondergesandter Jeff Landry zum Abschluss seines Besuchs. »Grönland braucht die USA.«
Facebooks Mutterkonzern Entlassungwelle bei Meta läuft – 8000 Beschäftigte müssen gehen
Zehn Prozent der Belegschaft sollen entlassen werden: Diese Ankündigung setzt Meta nun zügig um. Als Erstes traf es Angestellte in Fernost. Konzernchef Mark Zuckerberg räumte Fehler des Unternehmens ein.
Nahostkonflikt
»Global Sumud Flotilla«: Israel schiebt offenbar Hunderte Gaza-Aktivisten ab
Ein Video des Polizeiministers Ben-Gvir zwischen gefesselten Aktivisten hat für Empörung gesorgt. Nun werden Berichten zufolge Hunderte Gaza-Unterstützer abgeschoben. Und: Polen bestellt den israelischen Diplomaten ein.
Streit über Abkommen mit Iran US-Medien berichten über hitziges Telefonat zwischen Trump und Netanyahu
US-Präsident Donald Trump will im Irankrieg rasch einen Sieg verkünden. Israels Premier Benjamin Netanyahu hingegen möchte weiter gegen Teheran vorgehen. Am Telefon sollen die beiden aneinandergeraten sein.
Ukraine-Krieg und Russland
Geheimprojekt „Skythen“ Russische Atomraketen am Meeresgrund?
Ein russisches Militärprojekt wird von der NATO mit Sorge betrachtet. Nach Recherchen von WDR und NDR geht es dabei um die Stationierung von Atomraketen am Meeresgrund. ► Ukraine-Krieg
Schlagzeilenmix
Nato-Treffen in Schweden: Und die Allianz bröckelt weiter
Das jüngste Nato-Mitglied Schweden hat nach Helsingborg eingeladen. Dort werden die Außenminister auch die neuesten Hiobsbotschaften aus den USA diskutieren müssen.
Schlag gegen Erdoğan-Gegner Gericht in der Türkei ordnet Absetzung von Oppositionsführer Özgür Özel an
Die CHP ist die größte Oppositionspartei in der Türkei. Özgür Özel soll jetzt seinen Posten als Parteichef verlieren, das hat ein Gericht in Ankara angeordnet.
Epstein-Affäre um ehemaligen Prinzen: Queen Elizabeth setzte sich für Andrew als Handelsbeauftragten ein
Der britischen Monarchin sei es »sehr wichtig« gewesen, dass ihr zweitältester Sohn Andrew mit einer prominenten Position versorgt wurde. Das geht aus neuen Dokumenten hervor.
Künstliche Intelligenz Nvidia wächst rasant – 85 Prozent Umsatzplus
Das wertvollste Unternehmen der Welt wird noch wertvoller: Nvidia verzeichnet ein dickes Umsatzplus. Der Chiphersteller will neue Märkte erschließen.
»Auf den Straßen Teherans« Iranerin veröffentlicht anonym ein Buch über ihr Leid – nun stellt Merkel es vor
Unter dem Irankrieg sind die Schicksale unterdrückter Frauen im Land ins Abseits geraten. Altkanzlerin Merkel setzt sich nun für verfolgte Iranerinnen ein. Ausschlag gab ein Buch, das sie »in einem Zug« gelesen habe.
20. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Jeder vierte Neuwagen weltweit Weg vom Öl – Internationale Energieagentur rechnet mit weiterem Schub für E-Autos
Mehr als 100 Länder melden laut einem neuen Bericht der IEA Rekordzahlen für Elektroautos. Der Trend werde aktuell verstärkt und entlaste die Welt schon heute von der Ölpreiskrise.
Q: meint: Die Analyse der Internationalen Energieagentur zeigt vor allem eines: Fossile Abhängigkeit wird zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko. Steigende Ölpreise, geopolitische Krisen und unsichere Lieferketten treiben immer mehr Menschen Richtung Elektromobilität — nicht primär aus Idealismus, sondern aus nüchterner Kosten- und Sicherheitserwägung. Genau das macht die Entwicklung so bedeutsam.
Besonders bemerkenswert ist, dass selbst konservative Wirtschaftsanalysen inzwischen davon ausgehen, dass Elektroautos langfristig wirtschaftlich überlegen sein werden. Sinkende Batteriekosten, deutlich geringere Energiekosten und die Möglichkeit, Mobilität stärker mit erneuerbaren Energien zu koppeln, verändern den Markt fundamental. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Ölkrise erneut, wie verwundbar Gesellschaften bleiben, solange sie an fossilen Strukturen festhalten.
Damit wird die Energiewende immer stärker zu einer Frage strategischer Vernunft — nicht nur des Klimaschutzes. Länder, die jetzt bei Ladeinfrastruktur, Netzausbau und erneuerbaren Energien bremsen, riskieren wirtschaftlich und technologisch zurückzufallen. Deutschland war mit der Energiewende einst Vorreiter. Umso fataler wäre es, aus kurzfristigen Lobbyinteressen oder politischer Mutlosigkeit genau jene Transformation auszubremsen, die zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Stabilität entscheidet.
Ansteckendes Virus WHO erwartet weiteren Anstieg der Ebola-Erkrankungen
Die Weltgesundheitsorganisation sieht in der Ausbreitung des Ebola-Virus in Uganda und im Kongo keinen pandemischen Notfall. Das Risiko einer Ansteckung sei auf globaler Ebene gering – anders sieht es für die betroffene Region aus.
Infektionskrankheit: Mehr als 200 Infizierte bei schwerem Diphtherie-Ausbruch in Australien
In Australien haben sich 220 Menschen mit Diphtherie infiziert – der größte Ausbruch seit Jahrzehnten. Die Krankheit galt in Australien lange als nahezu ausgerottet.
Bundesregierung 2025
Israel: Wadephul nennt Umgang von Ben-Gvir mit Aktivisten »unsäglich«
In einem Video verspottete der israelische Minister Ben-Gvir die Mitglieder einer Gazahilfsflotte. Außenminister Wadephul bezeichnet das als »inakzeptabel«.
Hybride Bedrohung: Bund bricht mit altem Bunkerkonzept und investiert Milliarden
Wie will Deutschland beim Zivilschutz aufstocken? Dazu hat das Bundeskabinett ein Konzept beschlossen. Es sieht unter anderem 1000 Spezialfahrzeuge und den Ausbau des Sirenennetzes vor.
Energieministerkonferenz auf Norderney: Unmut über Katherina Reiches Absage: Erwarten „klaren Plan“
Eingeladen war sie, doch zur Energieministerkonferenz auf Norderney wird Wirtschafts- und Energieministerin Reiche nicht kommen. Ihr Kollege aus Niedersachsen findet klare Worte.
Q. meint: Dass ausgerechnet Katherina Reiche nun tiefgreifende Eingriffe ins EEG und eine stärkere Orientierung der Energiepolitik an Gas- und Netzkonzernen vorantreibt, wirft zwangsläufig Fragen nach ihrer politischen Unabhängigkeit auf. Schließlich wechselte Reiche nach ihrer Zeit als CDU-Politikerin direkt in Spitzenpositionen der Energiewirtschaft — unter anderem zu Westenergie und dem Verband kommunaler Unternehmen. Kritiker sehen darin einen klassischen Drehtür-Effekt zwischen Politik und Energielobby.
Besonders brisant wirkt dies vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um gekürzte EEG-Förderungen, neue fossile Gaskraftwerke und mögliche Bremsen beim Ausbau erneuerbarer Energien. Selbst innerhalb der Branche wächst die Sorge, dass Deutschland gerade in einem historischen Moment der Energiewende an Tempo verliert. Auf der Energieministerkonferenz auf Norderney warnen Ländervertreter bereits offen vor „Stoppschildern“ für Wind- und Solarenergie.
Dabei war Deutschland mit der Energiewende einst internationaler Vorreiter — maßgeblich angestoßen durch Persönlichkeiten wie Hermann Scheer und die rot-grüne Regierungszeit unter Gerhard Schröder. Ausgerechnet jetzt, da Klimakrise, geopolitische Abhängigkeiten und fossile Konflikte eskalieren, wirkt jede politische Schwächung der erneuerbaren Energien wie ein riskanter Rückschritt.
US-Truppenabzug: Boris Pistorius hat keine Informationen über Abzug von US-Brigaden
Die USA reduzieren die Zahl ihrer in Europa stationierten Brigaden. Ob davon auch Soldaten in Deutschland betroffen sind, ist laut dem Verteidigungsminister noch unklar.
Bundesinnenministerium: Bundesregierung will Zivilschutz mit Milliarden-Investitionen ausbauen
»Wir bereiten uns vor, für Krisen, für Katastrophen und Konflikte«, sagt Innenminister Dobrindt. Das Kabinett hat seinen »Pakt für den Bevölkerungsschutz« beschlossen.
Elektromobilität: Bereits rund 17.000 Anträge für die Kaufprämie bei Elektroautos
Für den Kauf eines E-Autos gibt es bis zu 6.000 Euro staatliche Förderung. Einen Tag nach Verfahrensstart zählt das Bundesumweltministerium bereits tausende Anträge.
Q. meint: Die neue Kaufprämie für Elektroautos zeigt, dass wichtig eine staatliche Anschubhilfe bei der Energiewende ist. Nach dem abrupten Ende der früheren Förderung war der Absatz von E-Autos zeitweise massiv eingebrochen. Dass nun innerhalb kurzer Zeit bereits Tausende neue Anträge gestellt wurden, verdeutlicht zugleich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen für den Umbau von Wirtschaft und Infrastruktur sind.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um einzelne Autos oder technische Trends, sondern um eine zentrale Zukunftsfrage unserer Zeit: die Abkehr von fossilen Energien angesichts der eskalierenden Klimakrise, geopolitischer Abhängigkeiten und wachsender globaler Instabilität. Wer heute noch versucht, die Energiewende auszubremsen oder kleinzureden, ignoriert zunehmend die Realität.
Gerade deshalb kommt der SPD historisch eine besondere Rolle zu. Unter Gerhard Schröder und dem SPD-Politiker Hermann Scheer wurden wesentliche Grundlagen der Energiewende geschaffen — insbesondere durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Deutschland zeitweise zum internationalen Vorreiter machte. Dass nun erneut ein SPD-geführtes Umweltministerium versucht, den Umstieg auf Elektromobilität anzuschieben, steht daher in einer größeren politischen Kontinuität. Gleichzeitig zeigt der jahrelange Widerstand gegen die Energiewende aus Teilen von Wirtschaft, Medien und Politik, wie stark alte fossile Interessen bis heute wirken.
FOCUS Briefing: Merz‘ SPD-Besuch verrät nichts Gutes über die Koalition
Der Kanzler besuchte gestern die SPD-Fraktion. Dass das überhaupt zum Schlagzeilen-Thema hochgejazzt werden konnte, zeigt: Diese Koalition wird nicht mehr von Gestaltungswillen regiert, sondern nur noch von Misstrauen. Thomas Tuma
Deutschland
JPMorgan: Chase zieht in den Kampf um deutsche Sparer
Vier Prozent Zinsen für vier Monate: Mit einem Lockangebot drängt die größte US-Bank in das deutsche Tagesgeldgeschäft. Künftig will sie hierzulande eine »führende digitale Hausbank« werden.
Mario Voigt: Gutachten enthält neue Plagiatsvorwürfe gegen Thüringer Regierungschef
Nach Plagiatsvorwürfen gegen Ministerpräsident Voigt hat die Thüringer AfD den Plagiatsprüfer Stefan Weber engagiert. Dessen Gutachten scheint die Vorwürfe zu erhärten.
Spionage: Zwei mutmaßliche chinesische Spione in München festgenommen
Ein Ehepaar in Deutschland soll für China Wissenschaftler ausgespäht haben. Die beiden Verdächtigen bauten laut Bundesanwaltschaft Kontakte zu Hochschulen auf.
Bildung: Neuer Höchststand bei Schulabgängern ohne Abschluss
Mehr als 64.000 Jugendliche haben im vergangenen Jahr nach Recherchen von CORRECTIV die Schule ohne Abschluss verlassen. Das ist ein Anstieg von über einem Drittel innerhalb von drei Jahren. In fünf Bundesländern liegt die Quote bereits über zehn Prozent.
»Nicht in dieser ideologischen Nachbarschaft« Offener Brief gegen Westend Verlag wegen »Nius«-Buchs
Bis vor Kurzem galt der Westend Verlag als links und kritisch. 32 seiner Autorinnen und Autoren – darunter Gregor Gysi – werfen dem Haus nun eine ideologische Kehrtwende vor. Sie wollen Konsequenzen ziehen.
Lebensgefährlicher Angriff Verdacht auf rechtsextreme Tat in Stuttgart – Staatsschutzzentrum übernimmt Ermittlungen
Er überlebte nur knapp: Ein 44-Jähriger wurde im April von zwei Männern angegriffen, mindestens einer der beiden soll aus der rechtsextremen Szene stammen. Sie sprachen das Opfer offenbar als angebliches Antifa-Mitglied an.
Rechtsextremist NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben ist frei
Der wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen verurteilte Rechtsextremist Ralf Wohlleben hat seine Freiheitsstrafe abgesessen. Er ist »unter Führungsaufsicht« aus der Haft entlassen worden.
Statistisches Bundesamt: Deutsche Industrie füllt Auftragsbücher so stark wie nie
Die deutsche Wirtschaft hat so viele offene Bestellungen wie noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015. Besonders legten die Aufträge in der Elektro- und Fahrzeugindustrie zu. Trotzdem könnten Jobs weiter gefährdet sein.
Gerichtsurteil: Auswärtiges Amt muss Baerbock-SMS offenlegen
Das Auswärtige Amt muss Kurznachrichten der früheren Außenministerin Annalena Baerbock herausgeben. Das Verwaltungsgericht Berlin gab einer Klage auf Informationszugang statt.
Klage von Eigentümern: Bundesfinanzhof weist Klage gegen das Grundsteuermodell von Baden-Württemberg ab
Verstößt die neue Grundsteuer gegen die Verfassung? Für das Berechnungsmodell in Baden-Württemberg hat das oberste Finanzgericht entschieden: nein. Dennoch geht der Reigen der Klagen weiter.
USA
Geschenk aus den USA: Donald Trump und Syriens Übergangspräsident können sich offenbar gut riechen
Der einstige nordsyrische Rebellenführer Ahmed al-Sharaa scheint Gefallen am Geruch von »Victory«, dem Parfüm des US-Präsidenten, zu finden. Auf X bedankte er sich herzlich für den Nachschub aus dem Weißen Haus.
Angebliche Verwicklung in Vorfall 1996:USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes an
Die USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro an. Das US-Justizministerium macht ihn für den Abschuss von zwei Zivilflugzeugen vor 30 Jahren verantwortlich. Es gab vier Tote.
US-Migrationspolitik: USA schieben erstmals Menschen aus Westafrika nach Sierra Leone ab
Die USA bezahlen Sierra Leone für die Aufnahme von Migranten. Nun ist der erste Abschiebungsflug in dem westafrikanischen Staat gelandet.
Goldenes Handy für Patrioten: US-Flagge auf Trump-Smartphone fehlen zwei Streifen
Das T1, ein 499 Dollar teures Handy mit Trump-Branding, wurde monatelang verschoben. Manche Vorbesteller bangten, ob sie das Gerät jemals erhalten. Jetzt hat es ein US-Sender getestet.
USA: Der Senat hat mehrheitlich dafür gestimmt, sich mit einer Resolution zu den Befugnissen des Präsidenten im Irankrieg zu befassen.
Das israelische Militär setzt seine Angriffe auf den Süden des Libanon unvermindert fort. Bei Angriffen zu Beginn der Woche auf ein Haus gab es viele Tote und Verletzte.
Streit um Verteidigungsausgaben US-Regierung will Kampfbrigaden in Europa kürzen
Washington senkt die Zahl der Kampfbrigaden in Europa von vier auf drei. Zusätzlich verzögert sich eine Entsendung von US-Truppen nach Polen. Derweil reist Außenminister Marco Rubio nach Schweden – mit einer klaren Mission.
Mit Stimmen von vier Republikanern: US-Senat votiert dafür, Trumps Befugnisse im Irankrieg einzuschränken
Erstmals hat der US-Senat für eine Resolution gestimmt, die Donald Trump zur Beendigung des Irankriegs zwingen soll. Es gibt zwar noch große Hürden. Aber schon jetzt ist es eine seltene Zurechtweisung des Präsidenten.
Nahostkonflikt
Demütigende Aufnahmen: Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir sorgt mit Video von Gazaaktivisten für Empörung
Das Video zeigt Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte, sie knien und sind gefesselt: Für die Aufnahmen hat Israels Polizeiminister international heftige Kritik geerntet.
Krieg im Gazastreifen: Italien kritisiert Israels Vorgehen gegen Gaza-Hilfsflotten-Aktivisten
Israels Polizeiminister hat ein Video veröffentlicht, in dem er Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte verspottet. Das sei »absolut inakzeptabel«, teilt Italiens Regierung mit.
Q. meint: Dass Israel selbst internationale Hilfsflotten inzwischen vollständig stoppt, zeigt, wie dramatisch und festgefahren die Lage rund um Gaza inzwischen geworden ist. Natürlich verweist die israelische Regierung auf Sicherheitsinteressen und die Kontrolle möglicher Waffenlieferungen. Gleichzeitig wächst jedoch weltweit die Kritik an den humanitären Folgen der Blockade und am Ausmaß des Leids der Zivilbevölkerung.
Gerade hier geraten fundamentale Prinzipien des Völkerrechts und der Menschenrechte zunehmend unter Druck. Wenn humanitäre Hilfe behindert, der Zugang zu Nahrung, Medikamenten und Versorgung massiv eingeschränkt oder zivile Notlagen politisch instrumentalisiert werden, entsteht international der Eindruck kollektiver Bestrafung — mit entsprechend gravierenden Folgen für Israels Ansehen weltweit.
Besonders gefährlich ist dabei die fortschreitende Eskalation auf allen Seiten: Terror, Gegenterror, Blockaden, Vergeltung und militärische Gewalt treiben die Region immer tiefer in eine Spirale gegenseitiger Entmenschlichung. Eine nachhaltige Lösung wird nur möglich sein, wenn humanitäres Völkerrecht konsequent geachtet und der Schutz von Zivilisten wieder Vorrang erhält — unabhängig von politischen oder militärischen Interessen.
Knesset: Israelisches Parlament stimmt für seine Auflösung
110 Abgeordnete der Knesset stimmten für die Auflösung des Parlaments. Drei Lesungen stehen noch aus, dann könnte es vorgezogene Neuwahlen geben.
Trotz Waffenruhe: Israel tötet mindestens 19 Menschen im Libanon
Das israelische Militär setzt seine Angriffe auf den Süden des Libanon unvermindert fort. Bei Angriffen zu Beginn der Woche auf ein Haus gab es viele Tote und Verletzte.
Ukraine-Krieg und Russland
Treffen in Peking Xi und Putin wollen militärische Kooperation stärken
Russlands Machthaber Wladimir Putin ist zu Besuch in Peking. Dort gaben beide Länder eine gemeinsame Erklärung ab: über militärische Zusammenarbeit und die Kriege in Iran und der Ukraine – samt einer Propagandafloskel.
Q. meint: Die immer engere militärische Kooperation zwischen China und Russland gehört zu den gefährlichsten geopolitischen Entwicklungen unserer Zeit. Wenn zwei autoritär geführte Atommächte ihre Militärmanöver, Luft- und Seepatrouillen sowie ihre strategische Zusammenarbeit weiter ausbauen, betrifft das längst nicht mehr nur die Ukraine oder Taiwan — sondern die Stabilität der gesamten internationalen Ordnung.
Besonders alarmierend ist dabei, dass beide Regime zunehmend gemeinsam gegen demokratische Prinzipien, Menschenrechte und den Einfluss westlicher Demokratien auftreten. Während Russland seit Jahren versucht, Grenzen mit Gewalt zu verschieben, verfolgt China immer offensiver seine Machtansprüche gegenüber Taiwan und im indo-pazifischen Raum. Gleichzeitig präsentieren sich beide Staaten als Gegenmodell zu liberalen Demokratien.
Wer diese Entwicklung unterschätzt, könnte denselben Fehler begehen wie viele Demokratien in den 1930er-Jahren: autoritäre Machtpolitik zu lange als regionales Problem zu betrachten. Tatsächlich entsteht hier zunehmend eine globale Achse autoritärer Systeme, die internationale Regeln, Pressefreiheit und demokratische Institutionen offen infrage stellt. Umso wichtiger wäre es, dass demokratische Staaten endlich entschlossener zusammenarbeiten — statt sich weiter durch Populismus, nationale Egoismen und kurzfristige Interessen spalten zu lassen.
Russlands Krieg: Tote und Verletzte in der Ukraine – Angriff auf russische Ölraffinerie
Russland und die Ukraine haben sich in der Nacht erneut mit Drohnen attackiert. In Odessa fiel in Zehntausenden Haushalten der Strom aus. In Russland leidet die Ölindustrie.
Russlands Krieg gegen die Ukraine Litauische Staatsspitze offenbar in Sicherheit gebracht
In den baltischen Luftraum sind zuletzt mehrfach fehlgeleitete Drohnen eingedrungen. In Vilnius gab es nun erneut Alarm. Einwohner sollten sich vorsorglich schützen.
Treffen der Autokraten: Xi und Putin bekräftigen strategische Partnerschaft
Erst Donald Trump, jetzt Wladimir Putin: Chinas Staatspräsident Xi Jinping bekommt derzeit viel Besuch. Beim Gipfel der Alleinherrscher soll es vor allem um Rohstoffe gehen.
Medienberichte über Geheimdienst-Dokumente: China soll russische Soldaten ausgebildet haben, die dann im Ukrainekrieg kämpften
Peking behauptet, im Ukrainekrieg neutral zu sein. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge erhält Russland aus China offenbar weitreichende militärische Unterstützung.
„Toxische Kredite” über Limit: Russlands Bankenkrise spitzt sich zu – Russen horten Bargeld
Russlands Bankensektor steckt in der Krise. Ein Kreml-Trick konnte einen Banken-Run bislang verhindern. Aber jetzt ziehen die Russen ihr Geld ab. Lars-Eric Nievelstein
Russland rekrutiert Kenianer: Mutter beschreibt, wie Putin ihren David in den Krieg lockte
Hunderte Kenianer nahmen gefälschte Angebote für Jobs in Russland an und landeten schließlich an der Front in der Ukraine. FOCUS online hat mit einer Mutter gesprochen, deren Sohn nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Der erste Teil der Reportag
Wissenswertes
Sniper-Tötungen in Sarajevo: Österreich nimmt Ermittlungen gegen »Wochenend-Scharfschützen« im Bosnienkrieg auf
Erst Italien und Bosnien-Herzegowina, nun Österreich: In Wien ermitteln die Behörden gegen zwei Verdächtige, die im Bosnienkrieg vor 30 Jahren Geld gezahlt haben sollen, um Jagd auf Zivilisten zu machen.
Schlagzeilenmix
Machtverhältnisse zwischen Xi und Putin: China spielt global „eine ganz andere Rolle“ als Russland
Xi und Putin haben in Peking ihre strategische Beziehung demonstriert. Doch das Verhältnis ist längst von einem Ungleichgewicht geprägt, erklärt China-Expertin Eva Seiwert.
Mutmaßlicher Marsalek-Komplize Ex-Verfassungsschützer in Österreich wegen Spionage verurteilt
Er soll Informationen über geflohene Russen gesammelt haben: In Wien ist ein früherer Verfassungsschützer zu einer Haftstrafe verurteilt worden. In dem Prozess ging es auch um Verbindungen zu Ex-Wirecard-Manager Marsalek.
Streit über Verteilung von Rekordgewinnen: Warum Samsung ein historischer Generalstreik droht
Der Elektronikkonzern Samsung erzielt Rekordgewinne, die Gewerkschaften kalkulieren schon mal einen durchschnittlichen Jahresbonus von rund 350.000 Euro für Mitarbeitende in der Halbleiter-Abteilung. Doch es gibt Streit.
Auswirkungen der Energiekrise: Boom bei E-Autos
Wegen der gestiegenen Treibstoffpreise und Fördermaßnahmen der Politik werden weltweit immer mehr E-Autos verkauft. Auch in Deutschland gibt es Rekorde. Vor allem Hersteller in China profitieren. Von Alexandra Föderl-Schmid, Paris
Polizeieinsatz: Razzia bei Nestlé-Tochter Perrier in Frankreich
Der Lebensmittelkonzern Nestlé steht wegen illegal aufbereitetem Mineralwasser in der Kritik. Nun sind französische Beamte zu einem Labor und einer Abfüllanlage der Konzernmarke Perrier ausgerückt.
Trump setzte vorher Frist: EU-Einigung: USA bekommen Zollvorteile – unter Vorbehalt
Die EU einigt sich auf die Umsetzung des umstrittenen US-Zolldeals. Eine Klausel soll sicherstellen, dass auch die USA ihre Verpflichtungen umsetzen.
19. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Studie zu Aerosolen So viel schneller erwärmt sich die Erde, wenn die Luft sauberer wird
Die Luftverschmutzung durch Aerosole geht zurück – und verstärkt damit die Erderwärmung. Also wieder mehr ausstoßen? Forschende warnen vor diesem Schluss.
Q. meint: Der aktuelle Forschungsstand macht die Lage noch dramatischer, als viele ohnehin schon ahnen: Jahrzehntelang haben Schadstoffe und Aerosole einen Teil der menschengemachten Erwärmung künstlich überdeckt. Wenn die Luft nun sauberer wird — was gesundheitlich absolut notwendig ist — tritt die tatsächliche Wucht der Erderwärmung umso deutlicher zutage. Genau das beobachten Klimaforscher inzwischen mit wachsender Sorge.
Das bedeutet vor allem eines: Die Menschheit verliert ihre letzten Zeitreserven. Der Klimawandel ist kein fernes Zukunftsproblem mehr, sondern ein sich beschleunigender Prozess mit globalen Kettenreaktionen. Wer jetzt noch auf Verzögerung, fossile Illusionen oder parteipolitische Taktik setzt, handelt nicht verantwortungsvoll, sondern gefährlich.
Damit wird immer sichtbarer, dass wir tatsächlich vor einer elementaren Zeitenwende stehen. Die bisherigen politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Mechanismen reichen offensichtlich nicht mehr aus, um mit den globalen Risiken umzugehen. Notwendig wäre längst eine weltweite Kraftanstrengung vergleichbar mit historischen Zivilisationsumbrüchen — getragen von Wissenschaft, Bildung, internationaler Kooperation und der Bereitschaft, kurzfristige Interessen endlich dem langfristigen Überleben unterzuordnen.
Die eigentliche Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob sich die Welt grundlegend verändern wird — sondern ob die Menschheit noch rechtzeitig lernt, bewusst und gemeinsam auf diese Veränderungen zu reagieren. ► Klimawandel ► Zeitenwende
Die saubere Luft als Brandbeschleuniger
Ein Essay von Volker Zorn | INGLOP | 19.05.2026
Bundesregierung 2025
„Nicht ernstzunehmend“: Wegen Heizungsgesetz schießen Unions-Politiker gegeneinander
Tschüss „Gebäudeenergiegesetz”, willkommen „Gebäudemodernisierungsgesetz”. Bald soll es soweit sein. Doch nun gibt es verfassungsrechtliche Zweifel, auch aus einer unionsnahen Gruppe.
Q. meint: Der Streit um das Heizungsgesetz zeigt längst, dass die gesellschaftliche Spaltung tiefer reicht als eine bloße Debatte über Wärmepumpen oder einzelne Gesetze. Im Kern geht es um die Frage, ob Politik den Ernst der Klimakrise tatsächlich anerkennt — oder weiterhin versucht, notwendige Veränderungen aufzuschieben.
Besonders brisant: Selbst innerhalb der Union wachsen die Zweifel, ob eine Aufweichung des Gebäudeenergiegesetzes mit Artikel 20a des Grundgesetzes vereinbar ist, der den Staat zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verpflichtet. Kritiker warnen bereits vor neuen Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht.
Damit wird sichtbar, wie tief der Konflikt inzwischen reicht: zwischen kurzfristigen politischen Interessen, fossilen Beharrungskräften und der verfassungsrechtlichen Pflicht zum Klimaschutz. Genau darum ging es auch in meinem Essay „Klimaschutz zwischen Verantwortung und Blockade“. Denn die eigentliche Auseinandersetzung verläuft längst nicht mehr nur zwischen einzelnen Parteien, sondern zwischen grundlegend unterschiedlichen Vorstellungen von Zukunft, Verantwortung und politischer Realität.
Essay vom 18.05.2026 zur Vertiefung des Zusammenhangs:
Klimaschutz zwischen Verantwortung und Blockade (PDF)
Krieg in Nahost Merz fordert von Iran Rückkehr zum Verhandlungstisch
Friedrich Merz drängt Teheran zu einer Fortsetzung der Gespräche über ein Ende des Kriegs. Das Land dürfe die Welt nicht länger als Geisel nehmen. Teheran warf dem Kanzler zuletzt »Heuchelei« vor.
Deutschland
Gesellschaft: Die Abkehr von Palantir hat begonnen
Die Datenanalyse-Programme des US-Unternehmens Palantir galten lange als konkurrenzlos. Doch nun wächst in deutschen Sicherheitsbehörden der Widerstand gegen die US-Software – selbst in Nordrhein-Westfalen, wo sie bereits im Einsatz ist. Von Martin Murphy , Pamela Kaethner
Angelika Niebler: Deutsche EU-Parlamentarier haben mit die meisten Nebenjobs
Ein Vollzeitjob als EU-Abgeordnete – und dazu 18 weitere Jobs: Der Fall Angelika Niebler rückt die lukrativen Nebeneinkünfte von EU-Parlamentariern in den Vordergrund. Von Gökay Gürsoy
Schulungen für Parteikader: Mit Akademie-Netzwerk bereitet AfD die Machtübernahme vor
Weil eine Machtübernahme der AfD zumindest in manchen Bundesländern realistischer wird, rüstet sich die Partei für mögliche Regierungsarbeit. Mehrere Akademien sollen Mitgliedern das notwendige Handwerkszeug vermitteln.
Q. meint: Wenn selbst Polizeigewerkschaften und Innenminister inzwischen offen vor den Folgen einer AfD-Regierungsbeteiligung warnen, sollte niemand mehr so tun, als handle es sich nur um gewöhnliche parteipolitische Auseinandersetzungen. Die Warnungen betreffen inzwischen ausdrücklich die Sicherheitsarchitektur des Staates, den Umgang mit Geheimdienstinformationen und das Vertrauen zwischen Behörden.Gerade hier drängen sich historische Parallelen zur Weimarer Republik auf. Auch damals unterschätzten konservative und wirtschaftliche Eliten die Gefahr autoritärer Kräfte — in der Illusion, man könne sie „einbinden“, kontrollieren oder politisch nutzen. Die Folgen sind bekannt. Natürlich wiederholt sich Geschichte nie eins zu eins. Aber wenn demokratische Institutionen ausgehöhlt, Medien diskreditiert, Minderheiten systematisch angegriffen und staatliche Apparate politisiert werden, sollten spätestens in Deutschland alle Alarmglocken schrillen.
Besonders brisant ist dabei, dass die Warnungen inzwischen nicht mehr nur von politischen Gegnern kommen, sondern aus dem sicherheitspolitischen Umfeld selbst — und teilweise bereits aus den eigenen Reihen der AfD. In Sachsen-Anhalt eskalieren seit Monaten interne Machtkämpfe, Vorwürfe von Vetternwirtschaft und gegenseitige Anschuldigungen. Selbst AfD-Abgeordnete warnen inzwischen vor autoritären Strukturen und einem rücksichtslosen Zugriff auf den Staatsapparat.
Gerade das erinnert fatal an die Endphase der Weimarer Republik: demokratische Institutionen werden systematisch delegitimiert, staatliche Strukturen als Beute betrachtet und politische Gegner zu Feindbildern erklärt. Auch damals glaubten viele Konservative, man könne radikale Kräfte kontrollieren oder für eigene Zwecke nutzen. Stattdessen wurden am Ende Rechtsstaat und Demokratie selbst beschädigt.
Wenn heute Innenminister, Polizeigewerkschaften und Sicherheitspolitiker offen vor einer Gefährdung der Sicherheitsarchitektur warnen, sollte das niemand mehr als gewöhnliche Parteipolitik abtun. Demokratien zerbrechen selten über Nacht — sie erodieren schrittweise, während viele noch glauben, alles werde schon nicht so schlimm kommen.
Fördermittelaffäre in Berlin Joe Chialo sagt vorerst nicht vor Untersuchungsausschuss aus
Ende Mai sollte Berlins Ex-Kultursenator Joe Chialo vom Untersuchungsausschuss zur Fördergeldaffäre befragt werden. Daraus wird erst mal nichts, weil die Einladung offenbar zu spät bei ihm ankam. Die Vorsitzende übt scharfe Kritik.
Umfrage unter Tausenden Azubis Azubis halten KI oft für bessere Wissensvermittler als ihre Berufsschullehrer
Fast drei Viertel der Azubis finden, dass künstliche Intelligenz ihnen Inhalte verständlicher erkläre als ihre Berufsschullehrer. Auch Ausbilder schneiden nicht gut ab. Sich selbst stellen die Azubis ein gutes Zeugnis aus. Von Markus Sutera
Drogerie-Chef Raoul Roßmann will Björn Höcke nicht in seiner Firma haben
Nicht zum ersten Mal hat sich Raoul Roßmann öffentlich gegen die AfD ausgesprochen. In einem Interview hat er auch darüber gesprochen, warum ihm der Chef der Konkurrenz von dm leidtat.
Ehrung in Straßburg: Angela Merkel mit Europäischem Verdienstorden ausgezeichnet
Erstmals ist der Europäische Verdienstorden vergeben worden: Preisträgerin Angela Merkel nutzte die Gelegenheit für einen Appell an die EU-Abgeordneten.
Mehr als 5000 Straftaten Attacken auf Parteimitglieder nehmen deutlich zu
Beleidigungen, Volksverhetzung, Angriffe: Attacken auf Mitglieder politischer Parteien haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Besonders häufig betroffen waren 2025 Vertreter der AfD.
USA
US-Praesident: US-Justizministerium untersagt Prüfung von Trumps Steuererklärung
Nie wieder soll die Steuerbehörde IRS Trumps Steuererklärungen, die seiner Söhne oder seiner Organisation prüfen dürfen. Im Gegenzug ließ Trump seine Klage fallen.
Vorwahlen zu den Midterms Trump versucht, kritischen Abgeordneten aus dem Amt zu drängen
Thomas Massie ist Abgeordneter der Republikaner. Trotzdem hat er es gewagt, Präsident Trump zu widersprechen: beim Irankrieg, Hilfen für Israel und den Epstein-Akten. Nun bekommt er die Folgen zu spüren.
Pressefreiheit in den USA: »New York Times« verklagt das Pentagon erneut wegen Medienrichtlinien
Im US-Verteidigungsministerium gilt seit einigen Monaten eine strikte Begleitpflicht für Medienschaffende. Die »New York Times« sieht darin einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Q. meint: Es ist ein zunehmend groteskes Schauspiel: Ausgerechnet jene Trump-Regierung, die Europa 2025 in München angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit vorwarf, geht inzwischen selbst massiv gegen unabhängige Medien vor. Während JD Vance damals Europa „Zensur“ und Angst vor abweichenden Meinungen unterstellte, verklagt die New York Times heute erneut das Pentagon wegen restriktiver Medienregeln und Behinderungen journalistischer Arbeit.
Der Widerspruch könnte kaum größer sein. Wer Meinungs- und Pressefreiheit ernst meint, darf kritische Medien nicht durch Zugangsbeschränkungen, Einschüchterung oder politische Kontrolle unter Druck setzen. Genau darin zeigen sich autoritäre Tendenzen oft zuerst.
Besonders absurd wirkt dabei, dass Vance in München erklärte, die größte Gefahr für Europa komme „von innen“ — während Teile der Trump-Bewegung inzwischen selbst immer offener gegen unabhängige Medien, Gerichte, Universitäten und kritische Institutionen mobilisieren. Der Vorwurf, Europa entferne sich von demokratischen Grundwerten, fällt damit zunehmend auf die USA selbst zurück.
Korruptionsvorwürfe USA lassen Verfahren gegen indischen Milliardär fallen – er hat wohl Investitionen versprochen
Gautam Adani gilt als der reichste Mann Asiens. 2024 hatten US-Staatsanwälte ihn wegen mutmaßlichen Betrugs angeklagt. Nun will die Trump-Regierung das Verfahren unter dubiosen Umständen einstellen.
Streit über Sicherheitspolitik USA setzen Zusammenarbeit mit Kanada im Verteidigungsrat aus
Seit 1940 stimmen sich die USA und Kanada über Verteidigungsfragen ab. Nun wirft Washington dem Verbündeten Versäumnisse vor – und schränkt die Militärkooperation ein.
»Sehr positive Entwicklung« bei Gesprächen Trump will für Dienstag geplanten Angriff auf Iran gestoppt haben
Die USA hatten offenbar vor, Iran erneut anzugreifen. Präsident Trump erklärt die Operation nun für aufgeschoben – und stellt bei den Gesprächen mit Teheran eine Einigung in Aussicht. Unter einer Bedingung. Der Überblick.
Nahostkonflikt
Global Sumud Flotilla: Israel fängt restliche Boote von Gaza-Hilfsflotte ab
Das israelische Militär hat alle übrigen Schiffe der Global Sumud Flotilla an ihrer Weiterfahrt gehindert. Ursprünglich waren 57 Boote auf dem Weg nach Gaza.
Ukraine-Krieg und Russland
Große Militärübung: Russland und Belarus trainieren Atomwaffeneinsatz
Das russische Verteidigungsministerium hat eine Militärübung seiner Atomstreitkräfte angekündigt. Zehntausende Soldaten sollen daran teilnehmen. Auch in Belarus wird der Einsatz mit Atomwaffen geprobt.
Q. meint: Russland und Belarus inszenieren Atomwaffenübungen unter dem Vorwand angeblicher westlicher Bedrohung. Offiziell heißt es zwar, die Manöver richteten sich gegen niemanden. Politisch stehen sie jedoch im Kontext eines Angriffskrieges, russischer Nukleardrohungen und der Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus.
Von einer realen Nato-Angriffsdrohung gegen Russland oder Belarus gibt es keinen belastbaren Nachweis. Belegt ist vielmehr der Versuch des Kremls, den Westen einzuschüchtern und die eigene Aggression propagandistisch als Verteidigung umzudeuten.
Die eigentliche Gefahr für Putins Machtapparat sind nicht Nato-Panzer, sondern Demokratie, Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Transparenz. Autoritäre Systeme fürchten offene Gesellschaften, weil sie den Menschen zeigen, dass Macht kontrollierbar ist — und dass Korruption, Propaganda und Unterdrückung nicht alternativlos sind.
Luftraumverletzung: Nato-Kampfjets schießen Drohne über Estland ab
Nato-Kampfjets haben eine Drohne über Estland vom Himmel geholt. Das Flugobjekt kam möglicherweise aus der Ukraine und sollte Ziele in Russland treffen. Nun laufen Ermittlungen.
Schlagzeilenmix
Immer die gleiche Platte: Warum torpediert das EU-Parlament Betrugsermittlungen gegen CSU-Frau Niebler?
Huch, »Amiga-Affäre«? Was gibt es denn für einen Skandal im früheren VEB Deutsche Schallplatten Berlin, dessen von Ernst Busch gegründetes Plattenlabel einst Amiga hieß und das zum DDR-Ministerium für Kultur gehörte? Das dachte ich, als ich davon las.
Q. meint: Wenn Ermittlungen wegen möglicher Veruntreuung von EU-Geldern gegen eine einflussreiche CSU-Europaabgeordnete gestoppt werden, weil das Europaparlament ihre Immunität nicht aufheben will, entsteht zwangsläufig ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Dabei geht es ausdrücklich noch nicht um eine Verurteilung, sondern zunächst nur um die Frage, ob unabhängige Ermittlungen überhaupt stattfinden dürfen. Genau deshalb wirkt die Entscheidung politisch so brisant.
Besonders problematisch ist die Außenwirkung: Die EU fordert von anderen Staaten regelmäßig Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und konsequente Korruptionsbekämpfung. Wenn zugleich bei prominenten Politikern der Eindruck entsteht, parteipolitische Netzwerke könnten Aufklärung behindern, beschädigt das Vertrauen in demokratische Institutionen massiv.
Gerade in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit und zunehmender Angriffe auf demokratische Systeme wäre daher maximale Transparenz notwendig gewesen. Denn Demokratie lebt nicht von Sonderrechten für Eliten, sondern von nachvollziehbarer und überprüfbarer Verantwortung — unabhängig von Parteibuch und Einfluss.
Elon Musk und OpenAI: ChatGPT ist zum Geldverdienen da
Elon Musk scheitert vor Gericht mit einer Klage gegen OpenAI. Doch das Verfahren hat verdeutlicht: Das Gerede von der Weltrettung ist Fassade – auf beiden Seiten. Eine Analyse von Jakob von Lindern
»Mit Stolz in Europa produziert«: Stellantis plant elektrischen Kleinstwagen für etwa 15.000 Euro
Die EU wünscht eine neue Autokategorie: klein, umweltfreundlich, bezahlbar – und vor allem europäisch. Beim Mutterkonzern von Opel und Fiat wird das Vorhaben nun konkret.
Erhöhung des Spritpreises: Mehr als 700 Festnahmen bei Protesten in Kenia
Vier Tote, mehr als 30 Verletzte: Die Erhöhung der Spritpreise hat in Kenia eine schwere Krise ausgelöst. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Nun will die Regierung auf Verhandlungen setzen.
Einflussreiche CSU-Abgeordnete EU-Parlament blockiert Betrugsermittlungen gegen Angelika Niebler
Sie soll Assistenten für private Zwecke eingesetzt haben: Ermittler wollten gegen die CSU-Vize und Europaabgeordnete Angelika Niebler vorgehen. Ihre Parlamentskollegen haben das nun verhindert.
Putin reist nach China: Ein Besuch unter Freunden
Russlands Präsident Putin wird zu einem zweitägigen Staatsbesuch in China erwartet. Beim Treffen mit Staatspräsident Xi dürfte erneut die „grenzenlose Freundschaft“ bekräftigt werden. Beide Seiten brauchen einander. Von Maximilian Seib, ARD-Studio Peking
Q. meint: Das Treffen zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping zeigt erneut, wie eng autoritäre Machtmodelle inzwischen zusammenrücken. Beide Staaten stehen international wegen eingeschränkter Pressefreiheit, massiver Informationskontrolle, Überwachung, Repression gegen Oppositionelle und Einschränkungen unabhängiger Zivilgesellschaft in der Kritik. Russland verschärfte dies seit dem Angriff auf die Ukraine nochmals drastisch durch Zensurgesetze und die Verfolgung regimekritischer Stimmen. Auch China kontrolliert Medien und Internet systematisch und geht hart gegen Dissens vor.
Besonders irritierend wirkt dabei, dass Teile der Trump-Bewegung zunehmend Narrative bedienen, die demokratische Institutionen selbst zum Problem erklären. JD Vance erklärte 2025 auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die größte Gefahr für Europa komme „von innen“ — nicht primär von Russland oder China. Gemeint waren angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der Umgang europäischer Demokratien mit Desinformation und Extremismus.
Gleichzeitig verschärfen sich in den USA selbst die Konflikte um Medien, Universitäten, Gerichte und unabhängige Institutionen. Dazu gehören Angriffe auf etablierte Medien als angebliche „Volksfeinde“, politischer Druck auf Hochschulen, Versuche der Einflussnahme auf Justiz und Verwaltung sowie die systematische Delegitimierung politischer Gegner. Solche Entwicklungen bedeuten nicht, dass die USA mit autoritären Staaten wie Russland oder China gleichzusetzen wären. Die Vereinigten Staaten verfügen weiterhin über freie Wahlen, unabhängige Gerichte, starke Medien und eine aktive Zivilgesellschaft.
Dennoch zeigen sich Parallelen im politischen Stil: Polarisierung, Personalisierung von Macht, die Darstellung kritischer Medien als Feinde und die Behauptung, allein die eigene Bewegung vertrete den „wahren Volkswillen“. Genau darin sehen viele Demokratieforscher eine Gefahr für liberale Demokratien.
Die eigentliche Herausforderung besteht daher womöglich weniger in einer direkten Allianz autoritärer Staaten allein, sondern darin, dass autoritäre Denkweisen weltweit an Anschlussfähigkeit gewinnen — auch innerhalb demokratischer Gesellschaften selbst.
Empörung über Punktevergabe TV-Chef Moldaus tritt nach Protesten gegen ESC-Juryvote zurück
Das ESC-Publikumsvote in Moldau gewannen Rumänien und die Ukraine. Die offizielle Jury des Landes entschied anders, was für Empörung in den sozialen Medien sorgte – und den TV-Chef nun sein Amt gekostet hat.
Wissenswertes
Künstliche Intelligenz Google zeigt smarte Brillen und Shopping-Agenten
KI soll automatisch Rechnungen prüfen, Meetings protokollieren und einkaufen gehen. Auf der Konferenz I/O stellt Google seine Zukunftspläne vor und wird ganz nebenbei zum Digital-Optiker.
18. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Anwendung der Todesstrafe Amnesty sieht weltweit massiven Anstieg von Hinrichtungen
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen durchgeführt worden wie seit Jahrzehnten nicht. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer.
Q. meint: Die Todesstrafe war historisch eines der wirkmächtigsten Instrumente zur Einschüchterung und Ausschaltung von Opposition. Nicht zufällig spielte sie über Jahrhunderte auch bei religiöser und politischer Machtausübung eine zentrale Rolle — etwa während der Hexenverfolgungen oder der Inquisition, die eng mit der damaligen Machtstruktur der Kirche verbunden waren. Wer Angst erzeugt, kontrolliert Menschen leichter. Gerade deshalb sollte jede politische Entwicklung kritisch betrachtet werden, die verstärkt auf Härte, Abschreckung und autoritäre Reflexe setzt, während soziale Ursachen gesellschaftlicher Krisen ausgeblendet werden.
Bundesregierung 2025
Wirtschaftsministerin polarisiert: Katherina Reiche: Lobby-Ministerin oder Hoffnungsträgerin?
Von den einen als „Stimme der Sozialen Marktwirtschaft“ gelobt, von den anderen als Lobby-Ministerin verschrien. An Katherina Reiche scheiden sich die Geister. Warum eigentlich? Von Johannes Lieber
Klimaschutz zwischen Verantwortung und Blockad
Ein Essay von Volker Zorn vom 18.05.26: Warum das Klimaschutzgesetz zum politischen Wendepunkt wurde — und Karlsruhe heute jede Bundesregierung unter Druck setzen kann ► Klimawandel ► Politik
Klimawandel: Expertenrat bewertet Klimaschutzprogramm der Regierung als ungenügend
Deutschland wird seine Klimaziele nicht einhalten können. Zu dieser Einschätzung kommt der Expertenrat für Klimafragen nach Prüfung des jährlichen Emissionsberichts.
Q. meint: Der neue Prüfbericht macht erneut sichtbar, wie dramatisch die Lage inzwischen geworden ist — und wie verantwortungslos große Teile der Union die Energiewende seit Jahrzehnten ausgebremst haben. Unter der Richtlinienkompetenz von Friedrich Merz setzt insbesondere Katherina Reiche wieder auf jene Denkweise, die Deutschland bereits unter Angela Merkel und ihrem Wirtschaftsminister Peter Altmaier wertvolle Jahre gekostet hat: Verzögerung, Verwässerung und der politische Schutz fossiler Strukturen. Gerade unter Merkel wurde der Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder abgebremst, Deckel eingeführt und bürokratische Hürden aufgebaut — obwohl die wissenschaftlichen Warnungen längst eindeutig waren.
Dabei reichen die politischen Versäumnisse noch weiter zurück. Spätestens seit der schwarz-gelben Wende unter Helmut Kohl ab 1982 wurden zentrale Weichen zugunsten fossiler und atomarer Interessen gestellt. Die Folgen dieser jahrzehntelangen Blockadepolitik zeigen sich heute in Form von Klimakrise, technologischen Rückständen und gefährlichen Energieabhängigkeiten.
Umso bedeutender war die Jahrhundertreform der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder und vor allem die visionäre Arbeit von Hermann Scheer. Mit dem EEG von 2000 wurde erstmals weltweit ein Mechanismus geschaffen, der den massiven Ausbau erneuerbarer Energien überhaupt ermöglichte. Deutschland wurde dadurch zeitweise zum internationalen Vorbild der Energiewende.
Dass ausgerechnet jene politischen Kräfte, die diesen Umbau über Jahrzehnte behinderten oder massiv verlangsamten, nun erneut bremsen und relativieren, wirkt angesichts der eskalierenden Klimakrise historisch kurzsichtig und zunehmend verantwortungslos.
TV-Kritik: Caren Miosga : „Das Land erwartet einen Ruck nach vorne“
Bei Miosga beschwört Markus Söder den Reformwillen der Bundesregierung: Bis Sommer soll ein großes Paket stehen. Doch die genauen Inhalte bleiben vage. Stattdessen geht es um Koalitionsinterna – und um seinen Bart.
Q. meint: Markus Söder spricht gern von „Reformen“, „Leistung“ und einem „Ruck nach vorne“. Gemeint ist dabei jedoch meist das bekannte neoliberale Muster: Sozialausgaben begrenzen, Unternehmenssteuern senken, Regulierung abbauen und den Markt zum zentralen Lösungsmodell erklären — ergänzt um sozialpolitische Maßnahmen wie die Mütterrente, die traditionelle CSU-Wählergruppen ansprechen. Gleichzeitig werden milliardenschwere Subventionen, klimaschädliche Strukturen oder Prestigeprojekte kaum hinterfragt. Dass besonders gern beim Sozialstaat gespart werden soll, während Vermögens- und Machtkonzentration selten ernsthaft thematisiert werden, zeigt die Schlagseite dieses Denkens deutlich. Zukunftsfähige Politik braucht mehr als wirtschaftsliberale Reflexe aus den 1990er Jahren.
Debatte über Abgeordnetenbezüge: Große Mehrheit gegen Diätenerhöhung im Bundestag
Die geplante Erhöhung von Abgeordnetenbezügen stößt in der Bevölkerung auf deutliche Ablehnung. Laut einer Umfrage sprechen sich 85 Prozent der Befragten für einen Verzicht aus. Auch im Bundestag ist der Zuspruch dafür groß.
Flugpreise: Luftverkehrsbranche fordert mehr als nur die Senkung der Ticketsteuer
Zum 1. Juli soll die Ticketsteuer im Luftverkehr sinken. Der Branche genügt dieser Schritt bei Weitem nicht.
Deutschland
Regierungsübernahme der AfD: Die Zeit der Warnungen ist vorbei
Mehrere Innenminister warnen vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Die Gefahren sind schon lange bekannt. Es braucht schlaue Strategien für dieses Szenario.
Ein Kommentar von Martín Steinhagen
Landtagswahl 2026: Polizeigewerkschaften warnen vor AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
Ähnlich wie mehrere Innenminister warnen die Polizeigewerkschaften vor einer möglichen AfD-Regierung. Diese hätte Einfluss auf die »Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates«.
Q. meint: Wenn selbst Polizeigewerkschaften und Innenminister inzwischen offen vor den Folgen einer AfD-Regierungsbeteiligung warnen, sollte niemand mehr so tun, als handle es sich nur um gewöhnliche parteipolitische Auseinandersetzungen. Die Warnungen betreffen inzwischen ausdrücklich die Sicherheitsarchitektur des Staates, den Umgang mit Geheimdienstinformationen und das Vertrauen zwischen Behörden.Gerade hier drängen sich historische Parallelen zur Weimarer Republik auf. Auch damals unterschätzten konservative und wirtschaftliche Eliten die Gefahr autoritärer Kräfte — in der Illusion, man könne sie „einbinden“, kontrollieren oder politisch nutzen. Die Folgen sind bekannt. Natürlich wiederholt sich Geschichte nie eins zu eins. Aber wenn demokratische Institutionen ausgehöhlt, Medien diskreditiert, Minderheiten systematisch angegriffen und staatliche Apparate politisiert werden, sollten spätestens in Deutschland alle Alarmglocken schrillen.
Besonders brisant ist dabei, dass die Warnungen inzwischen nicht mehr nur von politischen Gegnern kommen, sondern aus dem sicherheitspolitischen Umfeld selbst — und teilweise bereits aus den eigenen Reihen der AfD. In Sachsen-Anhalt eskalieren seit Monaten interne Machtkämpfe, Vorwürfe von Vetternwirtschaft und gegenseitige Anschuldigungen. Selbst AfD-Abgeordnete warnen inzwischen vor autoritären Strukturen und einem rücksichtslosen Zugriff auf den Staatsapparat.
Gerade das erinnert fatal an die Endphase der Weimarer Republik: demokratische Institutionen werden systematisch delegitimiert, staatliche Strukturen als Beute betrachtet und politische Gegner zu Feindbildern erklärt. Auch damals glaubten viele Konservative, man könne radikale Kräfte kontrollieren oder für eigene Zwecke nutzen. Stattdessen wurden am Ende Rechtsstaat und Demokratie selbst beschädigt.
Wenn heute Innenminister, Polizeigewerkschaften und Sicherheitspolitiker offen vor einer Gefährdung der Sicherheitsarchitektur warnen, sollte das niemand mehr als gewöhnliche Parteipolitik abtun. Demokratien zerbrechen selten über Nacht — sie erodieren schrittweise, während viele noch glauben, alles werde schon nicht so schlimm kommen.
Digitalkonferenz re:publica: Merkel ruft Parteien auf, sich nicht »indirekt über AfD« zu definieren
Altkanzlerin Angela Merkel rät den demokratischen Parteien, sich auf eigene Stärken zu besinnen. Wer nicht wolle, dass die AfD stark werde, solle »etwas dagegen tun«.
Energie: Deutschland führt erstmals seit Jahren mehr Strom aus als es einführt
Strom war 2026 in Deutschland bisher günstiger für Versorger als im Ausland. Die Stromexporte waren größer als der Import von ausländischem Strom.
Q. meint: Dass Deutschland nun wieder Strom-Nettoexporteur ist, widerlegt zumindest teilweise jene Untergangserzählungen, mit denen die Energiewende jahrelang schlechtgeredet wurde. Dabei wird oft verdrängt, dass die entscheidenden Grundlagen bereits unter der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder gelegt wurden — insbesondere mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2000 und dem damaligen Atomausstieg. Erst diese politische Weichenstellung ermöglichte den massiven Ausbau von Wind- und Solarenergie in Deutschland.
Besonders Politiker wie Hermann Scheer (SPD) erkannten früh, dass die Energiewende nicht nur eine ökologische, sondern auch eine geopolitische und ökonomische Jahrhundertaufgabe werden würde. Heute zeigt sich immer deutlicher, wie strategisch diese Entscheidung war — gerade angesichts fossiler Abhängigkeiten, Klimakrise und globaler Energiekrisen. Umso bemerkenswerter ist, wie massiv Teile von CDU/CSU, FDP, Energiekonzernen und wirtschaftsliberalen Lobbystrukturen die Energiewende über Jahre ausgebremst, verteuert oder diskreditiert haben.
Natürlich bleiben Probleme: Netzausbau, Speichertechnologien, Strompreise, Industrieumbau, Versorgungssicherheit.
Doch die grundlegende Richtung war historisch richtig. Die eigentliche Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob die Energiewende notwendig war — sondern warum so viele politische und wirtschaftliche Kräfte ihre Umsetzung über Jahre behindert haben.
AfD-Geschäftsführer: Der Mann, der sich nicht erinnert
Hans-Holger Malcomeß leitet die Bundeszentrale der AfD und weiß, wo 278 Kilogramm Gold lagern – ansonsten hat er erstaunliche Gedächtnislücken. Vor seiner AfD-Karriere handelte der Dresdner mit Edelmetallen. Sein damaliger Partner: Ein Mann mit Verbindungen zu einem Waffenhändler. Davon, sagt Malcomeß, habe er nichts gewusst.
Q. meint: Der Wert investigativer Recherchen liegt nicht nur darin, Straftaten nachzuweisen. Oft geht es zunächst darum, personelle Netzwerke, wirtschaftliche Verflechtungen und politische Näheverhältnisse sichtbar zu machen, die sonst im Dunkeln bleiben würden. Genau deshalb ist der CORRECTIV-Artikel relevant. Wenn Goldhandel, Parteifinanzen, Firmengeflechte und politische Funktionen zusammentreffen, entsteht ein berechtigtes öffentliches Interesse. Demokratie lebt auch von Transparenz — besonders dort, wo Macht und Geld ineinandergreifen.
Wohnungsbau: Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen steigt deutlich
Im ersten Quartal von 2026 wurden 14 Prozent mehr neue Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Fachleute sorgen sich allerdings, wie lange der Aufschwung anhält.
Neue Realität„Ein wenig alt“: China bewertet deutsche VW-Werke
Früher erklärten deutsche Ingenieure den Chinesen die Welt. Heute rettet chinesisches Know-how von Solar bis Auto unsere Industrie. Ein dramatischer Rollentausch.
USA
Gewaltsame Abschieberazzien ICE-Beamter wegen Schüssen in Minnesota angeklagt
Nach den Schüssen bei Abschiebeaktionen in Minnesota ringen die US-Regierung und der Bundesstaat um die Aufklärung der Ereignisse. Jetzt können Staatsanwälte in Minnesota einen Erfolg vermelden.
KI-Unternehmen von Sam Altman: Elon Musk scheitert mit Klage gegen OpenAI
Leider verjährt: Elon Musk kann ChatGPT-Entwickler Sam Altman nicht verklagen, entschied eine Jury in den USA. Musk wollte die Spitze des KI-Unternehmens OpenAI entmachten, dabei war er früher einer ihrer wichtigsten Geldgeber.
Veröffentlichung seiner Unterlagen: Trump zieht Milliardenklage gegen Steuerbehörde zurück
Der US-Präsident zieht seine Zehn-Milliarden-Dollar-Klage gegen die IRS überraschend zurück. Parallel reifen offenbar Pläne für einen milliardenschweren Fonds zugunsten seiner verurteilten und begnadigten Anhänger.
Konflikt um Arktisinsel Trump schickt Sondergesandten nach Grönland – um »Freunde zu finden«
Trumps US-Sondergesandter Jeff Landry gibt sich beim Besuch in Grönland als freundlicher Brückenbauer: Er wolle »zuhören und lernen«. Nicht alle kaufen ihm das ab.
Q. meint: Die Vorgänge um Grönland zeigen, wie eng außenpolitischer Machtanspruch und die Ideologie der Make America Great Again inzwischen miteinander verwoben sind. Trumps Lager verkauft geopolitische Expansion zunehmend als patriotische Stärkeprojektionspolitik: America first — notfalls auf Kosten internationaler Regeln und der Souveränität anderer. Der Besuch des Sondergesandten wirkt daher weniger wie normale Diplomatie als wie Teil einer politischen Strategie, die Druck, Einflussnahme und mediale Inszenierung miteinander verbindet. Gerade die MAGA-Bewegung lebt von solchen symbolischen Machtgesten, die Stärke demonstrieren und nationale Besitzansprüche emotional aufladen sollen. Dass selbst Grönland inzwischen in diesen geopolitischen Sog gerät, zeigt, wie weit sich Teile der US-Politik bereits von traditionellen westlichen Bündnisprinzipien entfernt haben.
US-Präsident als James Bond Weißes Haus postet Bild von Agent 00Trump
Donald Trump als Jedi, Donald Trump als Jesus, und nun als berühmtester Geheimagent der Welt: Die US-Regierung hat ihren Präsidenten in den sozialen Medien wieder einmal in besonderer Rolle gezeigt.
Q. meint: Geht es noch alberner? Wenn das Weiße Haus den amtierenden Präsidenten inzwischen als „Agent 00Trump“ inszeniert und Trump-nahe Kreise ihn teils sogar mit quasi-religiösen Bildern überhöhen — bis hin zu Papst- oder Erlösermotiven — hat das praktisch nichts mehr mit seriöser politischer Kommunikation zu tun. Das erinnert zunehmend an Propaganda auf niedrigstem Niveau: zugeschnitten auf eine Bewegung, die Politik über Personenkult, Emotionen und mediale Dauerinszenierung betreibt. Genau darin liegt auch ein Kern der MAGA-Bewegung: Nicht rationale Debatte, sondern permanente Show, Polarisierung und die Inszenierung eines starken Führers. Dass offizielle Regierungsstellen dabei immer stärker wie Social-Media-Fanaccounts wirken, zeigt, wie sehr politische Kultur und demokratische Ernsthaftigkeit bereits beschädigt wurden.

Nahostkonflikt
Marineeinsatz im Mittelmeer: Israel geht erneut gegen Gaza-Hilfsflotte vor
Bereits im April wurde die »Global Sumud Flotilla« nahe Kreta gestoppt. Nun hält Israel die Gaza-Hilfsflotte erneut auf. Das Eingreifen der Marine in internationalem Gewässer ist völkerrechtlich umstritten.
Q. meint: Wer Hilfsschiffe in internationalen Gewässern stoppt, Aktivisten festsetzt und selbst humanitäre Lieferungen zunehmend als Bedrohung behandelt, beschädigt nicht nur das eigene internationale Ansehen, sondern auch grundlegende humanitäre Prinzipien. Israels Regierung beruft sich auf Sicherheit — blendet dabei aber immer stärker die verheerenden Folgen der jahrelangen Blockade und des Krieges für die Zivilbevölkerung in Gaza aus. Kritik daran ist kein Antisemitismus, sondern notwendig. Gerade Staaten, die für sich demokratische und rechtsstaatliche Werte beanspruchen, müssen sich an diesen Maßstäben messen lassen.
Krieg in Nahost: Ölpreis steigt nach Angriff auf Kraftwerk in Emiraten, Drohnen über Saudi-Arabien abgefangen
Die Drohnenattacke auf ein AKW in den Emiraten verlief zwar glimpflich, trotzdem reagieren die Märkte besorgt auf die Ereignisse des Wochenendes. Und: Unter anderem im Libanon gab es tödliche Angriffe. Der Überblick.
Ukraine-Krieg und Russland
Putins Angriffskrieg: Ukraine meldet mehrere Verletzte durch russische Angriffe
Die Ukraine hat am Wochenende einen der wohl heftigsten Angriffe seit Kriegsbeginn auf Russland gestartet. In der Hauptstadtregion meldeten russische Behörden Tote. Moskau reagierte mit Angriffen auf Odessa und Dnipro.
Schlagzeilenmix
Medienbericht: Iranischer Regisseur Panahi kämpft gegen Haftstrafe
Filmemacher Jafar Panahi wurde in Iran verurteilt. Der Vorwurf: »Propaganda gegen das System«. Nun ist er mitten im Krieg zurückgekehrt nach Iran – und wehrt sich.
Verdacht auf Veruntreuung staatlicher Gelder: Geschredderte Dokumente entdeckt – Magyar kündigt Anzeige gegen frühere Orbán-Regierung an
In Ungarn sind in einem früheren Ministerium säckeweise geschredderte Dokumente gefunden worden. Der Ministerpräsident sieht darin mögliche Beweise für die Korruption der Vorgängerregierung.
Verdacht auf Veruntreuung staatlicher Gelder Geschredderte Dokumente entdeckt – Magyar kündigt Anzeige gegen frühere Orbán-Regierung an
In Ungarn sind in einem früheren Ministerium säckeweise geschredderte Dokumente gefunden worden. Der Ministerpräsident sieht darin mögliche Beweise für die Korruption der Vorgängerregierung.
Nordkorea: Kim Jong-un will Grenze zu Südkorea verstärken
Nordkoreanischen Staatsmedien zufolge lässt Machthaber Kim Jong-un an der Grenze zu Südkorea aufrüsten. Diese solle »eine uneinnehmbare Festung« werden, heißt es.
Seltene-Erden-Förderer: Australien zwingt chinafreundliche Aktionäre zum Verkauf von Anteilen
Die Regierung von Australien versucht, den Einfluss Chinas auf den Handel mit seltenen Erden zurückzudrängen. Zu spüren bekamen das nun Aktionäre eines Bergbauunternehmens.
Wissenswertes
Quantentechnologie: Der perfekte Schlüssel
Quantenkommunikation soll Nachrichten völlig abhörsicher machen. China ist dabei sehr weit. Aber in München zeigt sich: Europa könnte noch mitspielen.
Von Philip-Johann Moser
Kapitalismus
Risiko steigt: Stagflation frisst Rendite – und Anleger müssen umdenken
Hohe Preise, schwaches Wachstum, nervöse Börsen: Eine neue Phase der Stagflation könnte Anleger hart treffen. Welche Anlagen jetzt helfen und welche riskant werden.
Q. meint: Wenn selbst große Finanzmedien inzwischen offen über Stagflation, Nervosität an den Märkten und den Schutz vor Kaufkraftverlust sprechen, wird sichtbar, wie fragil das globale Finanzsystem geworden ist. Jahrzehntelang wurde ein gigantisches Finanzcasino aufgebaut — getragen von Schulden, billigen Zentralbankgeldern, Spekulation und permanentem Wachstumszwang. Gerät dieses Geflecht ins Stocken, geraten nicht nur einzelne Börsen unter Druck, sondern das gesamte globale System. Stagflation könnte daher weit mehr sein als ein vorübergehendes Börsenproblem: möglicherweise ein Hinweis auf einen historischen Kipppunkt eines überdehnten Finanzmodells. → Kapitalismus – Neoliberalismus
Schwachstellen im Finanzsystem: KI-Unternehmen Anthropic informiert offenbar Bankenaufsicht über neue Risiken
Mit seinem nächsten KI-Modell sorgt Anthropic bereits seit Wochen für Schlagzeilen. Nun soll das US-Unternehmen wohl die Bankenaufsicht über die Möglichkeiten und Risiken seiner Software briefen.
Q. meint: Wenn selbst Bankenaufsicht, Geheimdienste und Finanzministerien inzwischen vor neuen KI-Risiken warnen, zeigt das, wie instabil und verwundbar das globale System geworden ist. Jahrzehntelang entstand ein hochkomplexes Finanz- und Datennetzwerk, das auf maximaler Vernetzung, Beschleunigung und Abhängigkeit basiert. Nun trifft dieses globale „Casino“ auf KI-Systeme, die Sicherheitslücken schneller finden können als Menschen sie schließen. Damit wächst nicht nur die Gefahr von Cyberangriffen, sondern auch das Risiko systemischer Schockwellen. Das globale Finanz- und Informationsgeflecht wirkt zunehmend überdehnt und bewegt sich immer schneller auf einen möglichen historischen Kipppunkt zu — mit Folgen, deren Ausmaß heute kaum noch seriös abschätzbar ist.
17. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Ebola: Wie gefährlich ist der Ebola-Ausbruch?
336 Verdachtsfälle, 88 Tote: In der DR Kongo und Uganda wurde Ebola bestätigt. Die WHO ruft eine internationale Gesundheitsnotlage aus. Was wir über den Ausbruch wissen.
Weltgesundheitsorganisation zu Fällen in Afrika: Internationaler Alarm wegen Ebola-Ausbruchs ausgerufen
Immer mehr Ebola-Fälle werden aus dem Kongo gemeldet, darunter eine tückische Untervariante. Besonders problematisch: Der Ausbruch tobt in einer belebten Grenzregion. Nun schreitet die Weltgesundheitsorganisation ein.
Bundesregierung 2025
Abgeordnetengehälter: Spahn spricht sich für Verzicht auf Diätenerhöhung aus
Unionsfraktionschef Jens Spahn unterstützt eine mögliche Nullrunde bei den Bundestagsdiäten. Auch SPD, Grüne und Linke hatten dies bereits gefordert.
Rente, Gesundheit, Sozialstaat Ver.di-Chef kritisiert Merz für fehlende Gesprächsangebote
Bei den anstehenden Reformen arbeite Bundeskanzler Friedrich Merz kaum mit den Gewerkschaften zusammen, kritisiert Ver.di-Chef Frank Werneke. Zudem stellte er klar, welchen Maßnahmen er auf keinen Fall zustimmen würde.
meinung•Energiewende: Reiches Pläne müssten eigentlich »Investitionsbremsegesetz« heißen
Katherina Reiches Politik folgt einem Muster: Verunsicherung erzeugen, Investitionen blockieren, Deutschlands Klima- und Wachstumsziele torpedieren. Die Gasbranche jubelt, das Kartellamt ist alarmiert.
Q. meint: Die Union einschließlich der CSU lädt eine historische Schuld auf sich, wenn sie ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte die Energiewende ausbremst. Während sich Klimakrise, Ressourcenkriege und geopolitische Abhängigkeiten zuspitzen, setzt Katherina Reiche wieder verstärkt auf Gas, schwächt den Ausbau erneuerbarer Energien und stellt sogar Klimaziele infrage. Das ist keine „Technologieoffenheit“, sondern ein gefährlicher Rückschritt.
Besonders brisant: Selbst Vorwürfe enger Verflechtungen mit der fossilen Lobby stehen inzwischen im Raum. Kritiker werfen Reiche vor, den Bedarf an Gaskraftwerken künstlich hochzurechnen, dezentrale Speichertechnologien zu benachteiligen und private Solarinitiativen auszubremsen. Sogar das Bundeskartellamt äußerte Bedenken gegen geplante Regelungen zugunsten großer Gaskraftwerksstrukturen.
Die eigentliche Tragweite reicht jedoch weit über Parteipolitik hinaus. Wer heute die Energiewende verzögert, gefährdet nicht nur Klimaziele, sondern auch Europas zukünftige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und politische Stabilität. Die fossile Abhängigkeit hat Europa bereits massiv erpressbar gemacht – finanziell wie geopolitisch. Trotzdem hält die Union an einem Kurs fest, der zentrale Zukunftstechnologien bremst und alte Machtstrukturen schützt.
Dabei war Deutschland mit der Energiewende einst weltweiter Vorreiter – maßgeblich vorangetrieben von der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder sowie dem SPD-Politiker Hermann Scheer, der früh erkannte, dass erneuerbare Energien weit mehr sind als Klimapolitik: nämlich eine Frage von Frieden, Unabhängigkeit, technologischer Zukunft und globaler Verantwortung. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde international zum Vorbild und galt als Beginn einer historischen Transformation.
Wenn ausgerechnet CDU und CSU nun diese Entwicklung ausbremsen, fossile Strukturen stabilisieren und den Ausbau erneuerbarer Energien relativieren, ist das weit mehr als gewöhnlicher Parteienstreit. Es bedeutet, eine überlebensnotwendige Modernisierung zu sabotieren, obwohl die Gefahren des Klimawandels, geopolitischer Abhängigkeiten und Ressourcenkrisen längst bekannt sind. Die historische Verantwortung dafür würde dann nicht nur einzelne Politiker treffen, sondern eine politische Linie, die trotz besseren Wissens am fossilen Zeitalter festhält.
Später könnte dieses Verhalten ähnlich bewertet werden wie andere große politische Fehlentscheidungen der Geschichte: als fahrlässiges Festhalten am Vergangenen – in einem Moment, in dem entschlossenes Handeln dringend notwendig gewesen wäre.
Änderung im Scheidungsrecht Justizministerin Hubig will bei häuslicher Gewalt Trennungsjahr aufweichen
Im Fall von häuslicher Gewalt drängt Justizministerin Hubig auf eine Lockerung beim Trennungsjahr von Paaren. Im Sexualstrafrecht zeigt sie sich offen für die »Nur Ja heißt Ja«-Regelung. Eine Kolumne von Christian Stöcker
Deutschland
Unicef-Studie: Deutschland schneidet bei Kindeswohl unterdurchschnittlich ab
Das Wohlbefinden von Kindern in Deutschland ist im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. Laut einer Studie wachsen Kinder in den Niederlanden am besten auf.
Q. meint: Die UNICEF-Studie ist keine Randnotiz, sondern ein Alarmsignal. Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Erde – und landet beim Kinderwohl dennoch nur im unteren Mittelfeld. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Während Millionen Kinder in beengten Wohnungen leben, Bildungsnachteile erben oder auf gesellschaftliche Teilhabe verzichten müssen, explodieren gleichzeitig die Vermögen an der Spitze.
Oxfam zeigt, dass das Vermögen deutscher Milliardäre allein 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig lebt etwa jedes fünfte Kind bzw. ein großer Teil der Bevölkerung in Armut oder Armutsnähe. Der gesellschaftliche Sprengstoff liegt offen zutage: Kinderarmut wird verwaltet, während über eine wirksame Vermögens- oder Reichensteuer seit Jahren reflexhaft gejammert wird, als stünde der Untergang des Abendlandes bevor.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um „soziale Gerechtigkeit“, sondern um den Zustand der Demokratie selbst. Wer Milliardenvermögen schützt, aber Schulen verfallen lässt, Kitas unterfinanziert und Familien zunehmend unter Druck setzt, produziert eine Gesellschaft der Abstiegsängste. Genau dort gedeihen Wut, Radikalisierung und Demokratieverdrossenheit. Dass Deutschland sich diesen Widerspruch noch immer leistet, obwohl der Reichtum im Land historisch konzentriert ist, gehört zu den größten politischen Bankrotterklärungen unserer Zeit.
Unternehmen und Rechtspopulisten Bahlsen-Chef grenzt sich von AfD ab
Mit 29 Prozent kommt die AfD auf einen Umfrage-Höchstwert. Der Chef des Keksherstellers Bahlsen kritisiert die Partei und fordert ein klares Bekenntnis von Unternehmen zur Demokratie.
Q. meint: Dass sich ausgerechnet der Chef eines traditionsreichen Familienunternehmens wie Bahlsen klar gegen Rechtspopulismus positioniert, ist ein wichtiges Signal – politisch wie wirtschaftlich. Alexander Kühnen spricht eine Realität aus, die viele Wirtschaftsvertreter lieber verdrängen: Eine moderne Volkswirtschaft funktioniert nicht mit nationalistischer Abschottung, Fremdenfeindlichkeit und „Remigrations“-Fantasien. Deutschland ist auf Fachkräfte, internationale Zusammenarbeit und stabile demokratische Verhältnisse angewiesen.
Bemerkenswert ist dabei vor allem der Kontrast zu Teilen der Wirtschaftselite, die aus kurzfristigen Interessen heraus immer wieder mit rechten Kräften liebäugeln oder deren Agenda verharmlosen. Die Geschichte zeigt jedoch, wohin das führen kann. Gerade Unternehmen wie Bahlsen wissen, wie eng Wirtschaft und Politik miteinander verflochten sein können – bis hinein in die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.
Kühnen erinnert daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Wer heute schweigt, weil er sich steuerliche Vorteile, Deregulierung oder billigeren Populismus erhofft, könnte morgen feststellen, dass gesellschaftliche Spaltung, autoritäre Tendenzen und internationale Isolation auch wirtschaftlich verheerend sind. Haltung ist deshalb kein PR-Gag, sondern eine Frage der Verantwortung. Gerade jetzt.
USA
Nach Bericht über Drohnenkäufe Kuba betont Recht auf Selbstverteidigung gegen möglichen US-Angriff
Laut einem Bericht des US-Portals »Axios« hat Kuba 300 Militärdrohnen erworben. Der Inselstaat spricht vom Recht auf Selbstverteidigung und bezeichnet die USA als »Aggressor«.
all Jeffrey Epstein: Weitere mutmaßliche Epstein-Opfer melden sich bei Pariser Justiz
Nach Veröffentlichung der Epstein-Akten ermittelt auch die Pariser Staatsanwaltschaft zu Missbrauchsvorwürfen. Rund 20 mutmaßliche Opfer meldeten sich bei der Behörde.
Moskaus Kriegskasse: USA lassen Ausnahme von Sanktionen auf russisches Öl auslaufen
Die Blockade der Straße von Hormus hat die Ölpreise stark steigen lassen. Als Reaktion darauf hat Washington die Sanktionen auf russisches Öl gelockert. Damit ist nun bis auf Weiteres Schluss.
Finanzierung des Prunkbaus Trumps Ballsaal droht eine Blockade im US-Senat
Es ist das Lieblingsprojekt des US-Präsidenten: Donald Trump schwärmt gern auch ungefragt von seinem geplanten Ballsaal. Doch jetzt funkt der Senat dazwischen, die Finanzierung gerät in Gefahr.
Nahostkonflikt
Festgefahrene Verhandlungen: Trump droht Iran erneut mit Zerstörung
»Für Iran tickt die Uhr«: US-Präsident Donald Trump richtet martialische Worte an das Regime in Teheran. Wenn sich die Führung nicht bewege, werde »nichts mehr übrig bleiben«. Israel bereitet sich bereits auf eine Eskalation vor.
UN-Atombehörde warnt Drohnenangriff löst Feuer an Kernkraftwerk in Emiraten aus
Bei einem Drohnenangriff auf ein emiratisches Atomkraftwerk ist ein Stromgenerator in Brand geraten. Erhöhte Strahlenwerte wurden nicht gemessen, doch die internationale Atombehörde reagierte besorgt.
Q. meint: Der Vorfall in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt einmal mehr den fundamentalen Irrsinn der Atomkraft – besonders in Zeiten militärischer Eskalation. Schon ein Drohnenangriff auf einen Generator außerhalb des eigentlichen Sicherheitsbereichs reicht aus, um weltweit Alarm auszulösen. Die Internationale Atomenergiebehörde reagierte entsprechend besorgt.
Wer ernsthaft glaubt, Atomkraftwerke seien in einer Welt zunehmender Kriege, Terrorgefahr, Cyberangriffe und Drohnentechnologie dauerhaft sicher zu betreiben, verdrängt die Realität. Moderne Konflikte machen längst keinen Halt mehr vor kritischer Infrastruktur. Was heute „nur“ ein Brand an einem Nebensystem ist, kann morgen eine Katastrophe mit globalen Folgen sein.
Atomkraft bedeutet nicht nur ungelösten Atommüll über Jahrtausende hinweg, sondern auch die permanente Gefahr, dass geopolitische Krisen in nukleare Risiken umschlagen. Genau deshalb wirkt die Rückkehr zur Atomkraft wie ein energiepolitischer Rückschritt – und nicht wie eine Lösung für die Zukunft.
Ukraine-Krieg und Russland
Putins Angriffskrieg: Russland meldet Abwehr von mehr als 500 ukrainischen Drohnen
Die Ukraine wehrt sich mit Drohnen gegen den Aggressor. In der Nacht gab es nach russischen Angaben offenbar einen besonders großen Gegenangriff – in Moskau sollen dabei drei Menschen getötet worden sein.
Q. meint: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Russland überzieht die Ukraine seit Jahren mit Raketen, Drohnen und Terror gegen Infrastruktur und Zivilbevölkerung. Städte wie Mariupol, Bachmut oder Teile Kiews wurden verwüstet, Wohnhäuser, Kraftwerke und Krankenhäuser gezielt getroffen. Allein in den vergangenen Tagen meldete die Ukraine erneut massive russische Angriffe mit Hunderten Drohnen und Raketen.
Nun erreicht der Krieg zunehmend auch russisches Territorium. Dass Moskau jetzt über Hunderte ukrainische Drohnen klagt, ist die direkte Folge eines Angriffskrieges, den der Kreml selbst begonnen hat. Wer einen brutalen Abnutzungskrieg entfesselt und dabei permanent eskaliert, darf sich nicht wundern, wenn die Gegenseite Mittel findet, den Krieg zurückzutragen.
Besonders perfide wirkt dabei die russische Täter-Opfer-Umkehr. Während russische Staatsmedien nun jede Explosion auf eigenem Boden skandalisieren, blendet der Kreml systematisch aus, dass Russland seit 2022 Tod, Flucht und Verwüstung millionenfach in die Ukraine getragen hat. Ohne den russischen Überfall gäbe es diesen Drohnenkrieg überhaupt nicht.
Schlagzeilenmix
Regionalwahlen in Andalusien Konservative in Spanien verlieren absolute Mehrheit
Die konservative Volkspartei PP hat bei den Regionalwahlen in Andalusien ihre absolute Mehrheit eingebüßt. Zum Regieren braucht sie die rechtspopulistische Vox, die stärker abgeschnitten hat.
Hoffnung auf Annäherung: Erstmals seit acht Jahren – Sportlerinnen aus Nordkorea in Südkorea gelandet
Es geht um den Einzug ins Finale der asiatischen Champions League: Deshalb reisten die Fußballerinnen des nordkoreanischen Clubs Naegohyang Women’s FC nach Südkorea. Viel Kontakt zwischen den Sportlerinnen soll es aber nicht geben.
Spannungen mit den USA: Kuba veröffentlicht Handbuch für Kriegsfall – und erntet Kritik im Netz
Auf Kuba wächst die Sorge vor einem möglichen Angriff der USA? Die Regierung in Havanna bereitet das Volk mit einem Leitfaden vor. Manche Tipps kommen allerdings gar nicht gut an.
Wissenswertes
16. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Forschungsschiff: Polarstern Klimaforscher unter Druck
Dürren und Hochwasser nehmen zu, gleichzeitig steigt der Druck auf Klimaforscher. Das merkt auch die Besatzung des Forschungsschiffs Polarstern, das nach 183 Tagen in der Antarktis wieder in Bremerhaven ist. Von Dominic Hebestreit, ARD-Hauptstadtstudio
Q. meint: Die Berichte der „Polarstern“-Forscher machen deutlich, wie dramatisch die Lage inzwischen ist: Klimawandel und Extremwetter beschleunigen sich weiter, während gleichzeitig der politische und gesellschaftliche Druck auf Wissenschaftler wächst. Statt die Warnungen ernst zu nehmen, werden Forscher zunehmend attackiert, relativiert oder als „Alarmisten“ diffamiert.
Dabei geht es längst nicht mehr um abstrakte Zukunftsszenarien, sondern um reale Risiken für Ernährung, Infrastruktur, Wirtschaft und globale Stabilität. Genau deshalb ist die Energiewende keine ideologische Spielerei, sondern eine Überlebensfrage moderner Gesellschaften.
Besonders verantwortungslos wirkt deshalb das Verhalten jener politischen und wirtschaftlichen Kräfte, die seit Jahren bremsen, verzögern oder gezielt Zweifel säen. Teile der fossilen Lobby, rechtskonservative Klimapolitiker und wirtschaftsliberale Blockierer behandeln Klimaschutz bis heute vor allem als Kostenproblem – obwohl die Kosten der Untätigkeit längst ungleich größer werden. Wer weiter auf Öl, Gas und kurzfristige Profite setzt, verschärft nicht nur die Klimakrise, sondern verspielt zunehmend auch die technologische und wirtschaftliche Zukunft Europas.
Warnsignal der Meere: Hitze-Periode in Europa droht: „El Niño” ist im Anmarsch
Im Pazifik könnte sich bis Ende 2026 ein ungewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis entwickeln. Experten erwarten dadurch mehr Extremwetter und neue Temper
Q. meint: Die Warnungen vor einem möglichen „Super-El Niño“ zeigen erneut, wie gefährlich die Kombination aus natürlichem Klimaphänomen und menschengemachter Erderwärmung inzwischen geworden ist. Steigende Meerestemperaturen, Hitzewellen, Dürren, Starkregen und explodierende Lebensmittelpreise könnten sich weltweit weiter verschärfen – auch in Europa. Wissenschaftler rechnen bereits mit neuen Temperaturrekorden und deutlich mehr Extremwetter.
Entscheidend ist dabei: El Niño allein ist nicht das eigentliche Problem. Das Phänomen wirkt heute wie ein Brandbeschleuniger auf ein Klimasystem, das durch fossile Energien bereits massiv destabilisiert wurde. Genau deshalb wird die Energiewende immer dringlicher. Jeder weitere Aufschub erhöht Risiken, Kosten und gesellschaftliche Spannungen. Selbst Studien warnen inzwischen davor, dass Klimafolgen Konflikte, Migration und globale Instabilität verschärfen können.
Umso verantwortungsloser wirkt die Politik jener Kräfte, die weiterhin bremsen, relativieren oder kurzfristige Wirtschaftsinteressen über langfristige Stabilität stellen. Während Forscher immer eindringlicher warnen, diskutieren Teile der Politik noch immer so, als könne man mit etwas mehr Gas, Öl und „Technologieoffenheit“ die Realität wegverhandeln. Genau diese Verzögerungspolitik könnte sich als eine der teuersten Fehlentscheidungen unserer Zeit erweisen.
Bundesregierung 2025
Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche: Söder kritisiert Vatikan für Umgang mit Missbrauchsskandal
Die katholische Kirche hätte sich stärker für die Aufklärung der Vorwürfe sexueller Gewalt durch Geistliche einsetzen müssen, sagt der bayerische Ministerpräsident. Auch den Vatikan kritisierte Markus Söder deutlich.
Q. meint: „Was erlaube Söder?“ möchte man fast fragen. Ausgerechnet Markus Söder entdeckt plötzlich deutliche Worte zum Missbrauchsskandal der katholischen Kirche und kritisiert den Vatikan für jahrelanges Wegsehen. Das Problem: Die CSU präsentierte sich jahrzehntelang als engster politischer Verbündeter eben jener kirchlichen Machtstrukturen, deren autoritäre Abschottung und moralische Selbstimmunisierung zur Vertuschung beitrugen.
Natürlich ist Kritik am Vatikan richtig und notwendig. Aber sie wirkt wenig glaubwürdig, wenn sie erst dann laut wird, nachdem der öffentliche Druck längst übermächtig geworden ist. Der Missbrauchsskandal erschütterte die Kirche nicht erst gestern, sondern spätestens seit 2010 massiv. Viele Betroffene werfen der Institution bis heute systematische Vertuschung vor.
Söders Worte zeigen vor allem eines: Der gesellschaftliche Wandel ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass selbst konservative Politiker Distanz markieren müssen. Doch echte Aufarbeitung bedeutet mehr als späte Empörung. Sie verlangt die ehrliche Frage, warum politische und kirchliche Eliten so lange voneinander profitierten – und warum Kritiker oft erst ernst genommen wurden, als das Schweigen endgültig nicht mehr haltbar war.
Pflege: CSU warnt bei Pflegereform vor Belastungen und »sozialer Kälte«
Die Gesundheitsministerin will mit der Pflegereform Geld sparen. Unionskollegen warnen vor einem »Kurs in soziale Kälte«, wenn Zuschüsse für Heimbewohner gekürzt würden.
Q. meint: Ausgerechnet die CSU warnt nun vor sozialen Härten in der Pflege – obwohl sie seit Jahrzehnten politische Konzepte blockiert, die große Vermögen und Erbschaften stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens heranziehen würden. Jetzt kritisiert Klaus Holetschek die Reformpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken als „nicht tragfähig“ und warnt vor steigenden Belastungen für Pflegebedürftige.
Dabei benennt die CSU durchaus reale Probleme: Milliarden an versicherungsfremden Leistungen werden auf Beitragszahler abgewälzt, während der Staat sich zunehmend aus der Verantwortung zieht. Doch genau diese Entwicklung wurde von Union und CSU politisch mit geprägt. Die Folge: Arbeitnehmer, Pflegebedürftige und Rentner sollen immer höhere Beiträge zahlen, während große Vermögen und Erbschaften weitgehend geschont bleiben.
Besonders brisant wirkt das angesichts milliardenschwerer Sondervermögen und steigender Rüstungsausgaben. Für Banken, Konzerne oder Aufrüstung scheint Geld mobilisierbar zu sein – bei Pflege und sozialer Absicherung dagegen angeblich nicht. Genau dieser Widerspruch untergräbt zunehmend die Glaubwürdigkeit der Politik.
Klimapolitik: Wer kämpft hier noch fürs Klima?
Klimapolitiker werden in Berlin zur aussterbenden Art. Klimaschutz könnte dennoch zum nächsten Streitpunkt der Koalition werden. Eine Analyse von Petra Pinzler
Q. meint: Petra Pinzler beschreibt zutreffend die Spannungen innerhalb der schwarz-roten Koalition, verkennt jedoch einen zentralen Widerspruch ihrer eigenen Analyse: Gerade die SPD gehört historisch und politisch zu den entscheidenden Triebkräften der Energiewende in Deutschland. Ohne die rot-grüne Regierungszeit unter Gerhard Schröder, flankiert von Hermann Scheer und großen Teilen der SPD, wäre der Ausbau erneuerbarer Energien kaum denkbar gewesen. Die aktuellen Konflikte verlaufen daher weniger innerhalb der SPD als vielmehr zwischen Teilen der Union – insbesondere Katherina Reiche – und jenen Kräften, die die Energiewende weiterhin als strategische Zukunftsaufgabe begreifen. Wer soziale Stabilität, industrielle Modernisierung und Klimaschutz zusammendenkt, landet zwangsläufig wieder bei dieser Grundfrage.
Unklare Signale und viel Bürokratie: So vermurkst ist Reiches Heizungsgesetz
Nach dem viel kritisierten Gebäudeenergiegesetz von Robert Habeck wollte Schwarz-Rot alles einfacher machen. Doch der neue Entwurf der Wirtschaftsministerin kann für Deutschland und für viele Verbraucher teuer werden. Eine Kolumne von Hermann-Josef Tenhagen
Q. meint: Der neue Heizungs-Entwurf von Katherina Reiche zeigt vor allem eines: Die Union versucht, sich ideologisch vom Kurs der Ampel abzusetzen – selbst dort, wo wirtschaftliche und klimapolitische Realität längst weiter ist. Statt Planungssicherheit zu schaffen, droht ein neues Regel-Wirrwarr. Kritiker sprechen bereits von einem „praxisfernen“ und „handwerklich schwachen“ Gesetz. Selbst Kommunen und Fachverbände warnen vor widersprüchlichen Förderanreizen und wachsender Unsicherheit.
Auffällig ist dabei die politische Stoßrichtung: Während die SPD trotz sozialer Konflikte grundsätzlich an Energiewende und Klimazielen festhält, setzt die Union unter Friedrich Merz und Reiche zunehmend auf „Technologieoffenheit“ – faktisch oft ein anderes Wort für längere Laufzeiten fossiler Strukturen. Reiche steht seit Monaten in der Kritik, weil ihre energiepolitischen Konzepte auffallend nahe an Interessen großer Gas- und Energiekonzerne liegen. Gleichzeitig geraten erneuerbare Energien, Wärmepumpen und dezentrale Lösungen unter Druck.
Der eigentliche Konflikt in der Koalition verläuft daher nicht zwischen „Klimaschutz“ und „Bürgern“, sondern zwischen zwei grundverschiedenen politischen Leitbildern: Die SPD sieht die Energiewende als industrielle und soziale Zukunftsfrage. Die Union behandelt sie zunehmend als Kostenproblem und ideologisches Korrekturprojekt gegen den Kurs von Robert Habeck. Genau darin liegt die eigentliche Brisanz dieses Gesetzes.
Umstrittene Entlastung: SPD-Fraktionschef Miersch will Tankrabatt nicht längerfristig fortsetzen
Fachleute attestierten dem Tankrabatt erst kürzlich, er werde inzwischen »weitgehend« weitergegeben. SPD-Fraktionschef Miersch sieht dennoch keine Zukunft für die umstrittene Maßnahme – und fordert eine Alternative.
Deutschland
Staatsdienst: Bund der Steuerzahler will Anzahl der Beamten um die Hälfte reduzieren
Der Steuerzahlerbund fordert, jede zweite Beamtenstelle einzusparen. Beamte seien zwar anfangs günstiger als Angestellte, später steige jedoch die Versorgungslast.
Q. meint: Der „Bund der Steuerzahler“ präsentiert sich gern als neutrale Stimme der Vernunft. Tatsächlich vertritt der Verein jedoch seit Jahrzehnten vor allem ein wirtschaftsliberales Weltbild: weniger Staat, weniger öffentliche Ausgaben, weniger soziale Leistungen – dafür mehr Entlastungen für Vermögende und Unternehmen. Kritiker ordnen den Verband deshalb ausdrücklich als Lobbyorganisation ein. Selbst Politikwissenschaftler sprechen von „neoliberal-populistischen“ Argumentationsmustern.
Auffällig ist dabei die Einseitigkeit vieler Kampagnen: Beamte, Sozialausgaben oder Klimainvestitionen geraten regelmäßig ins Visier, während über Steuerprivilegien für große Vermögen, internationale Steuervermeidung oder milliardenschwere Subventionen für Konzerne deutlich seltener gesprochen wird. Genau darin zeigt sich die politische Schlagseite des Vereins.
Wenn der Bund der Steuerzahler nun fordert, die Zahl der Beamten zu senken, ist das vom Grundsatz her zunächst nicht illegitim. Natürlich muss der Staat effizient arbeiten und Strukturen regelmäßig überprüfen. Problematisch wird es jedoch, wenn daraus eine pauschale Sparideologie entsteht, bei der der Staat fast nur noch als Kostenfaktor erscheint – und nicht als Grundlage funktionierender Infrastruktur, Bildung, Sicherheit oder sozialer Stabilität. Gerade in Zeiten von Klimakrise, Digitalisierung und gesellschaftlicher Spaltung wirkt diese einseitige Fixierung auf Kürzungen zunehmend aus der Zeit gefallen.
Wirtschaftsdaten: Umsätze der Dax-Konzerne sinken, aber Gewinne steigen
Die 40 Dax-Unternehmen melden mehr Gewinn im ersten Quartal. Ein Beratungsunternehmen sieht dennoch Gefahren für die Industrie: Das Geschäftsmodell Deutschlands funktioniere nicht mehr.
Q. meint: Die neuesten DAX-Zahlen zeigen die ganze Schieflage des heutigen Wirtschaftssystems: Die Umsätze vieler Konzerne sinken, die Gewinne steigen trotzdem. Möglich wird das vor allem durch Stellenabbau, Rationalisierung, Preisdruck, Aktienrückkäufe und steigende Renditen für Investoren. Während Beschäftigte unter Inflation, Wohnungsnot und wachsender Unsicherheit leiden, werden Aktionäre weiter bedient.
Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung der Finanzbranche. Banken und Versicherungen erzielen Rekordgewinne, obwohl die Gesamtwirtschaft schwächelt. Gleichzeitig sinkt bei vielen Konzernen die Zahl der Beschäftigten. Genau darin zeigt sich die immer größere Schere zwischen Arm und Reich: Produktivitätsgewinne und Vermögen konzentrieren sich zunehmend oben, während soziale Risiken nach unten weitergereicht werden.
Das eigentliche Problem ist strukturell: In einem System, in dem Quartalszahlen und Aktionärsrenditen oberste Priorität haben, geraten soziale Verantwortung, langfristige Stabilität und gesellschaftlicher Zusammenhalt zwangsläufig unter Druck. Gewinne werden privatisiert, Belastungen sozialisiert. Der Mensch wird zum Kostenfaktor, nicht zum Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns.
Dass gleichzeitig Milliardenvermögen wachsen, während Tafeln überlastet sind und viele Menschen trotz Arbeit kaum über die Runden kommen, ist kein „Marktgesetz“, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Wer soziale Spaltung ernsthaft bekämpfen will, muss deshalb auch über Vermögensverteilung, Steuerpolitik und die Macht großer Konzerne reden – und nicht nur über „Wettbewerbsfähigkeit“.
Autoindustrie: Mercedes-Benz offen für Einstieg in Rüstungsproduktion
Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen, sagt Mercedes-Chef Ola Källenius in einem Interview. Der Autokonzern wäre grundsätzlich bereit, zu liefern.
USA
Wahlkreiskarte in Virginia: Demokraten scheitern mit Eilantrag zu Wahlkreiszuschnitt in Virginia
Vor den US-Zwischenwahlen versuchen beide Parteien die Wahlkreise zu ihren Gunsten zuzuschneiden. Die Demokraten werden in Virginia vom Obersten Gericht gestoppt.
Q. meint: Der Streit um die Wahlkreise in Virginia zeigt, wie tief die Demokratie in den USA inzwischen beschädigt ist. Republikaner wie Demokraten versuchen zunehmend, Wahlkreise so zuzuschneiden, dass Macht gesichert statt politisch errungen wird. Das eigentliche Problem heißt Gerrymandering – Wahlen werden nicht mehr allein durch Überzeugung gewonnen, sondern durch mathematisch optimierte Wahlkarten.
Besonders brisant: Der Supreme Court verschafft den Republikanern dabei immer häufiger strukturelle Vorteile, indem er den Schutz von Minderheitenwahlrechten schwächt und parteipolitische Zuschnitte faktisch toleriert. Gleichzeitig verlieren unabhängige Wahlkommissionen an Bedeutung.
Die Folge ist gefährlich: Wenn Bürger zunehmend den Eindruck gewinnen, dass Wahlergebnisse bereits vor der Wahl am Reißbrett vorbereitet werden, erodiert das Vertrauen in demokratische Institutionen selbst. Demokratie lebt von fairen Regeln — nicht von strategisch gezogenen Linien auf Landkarten.
Geopolitischer Konflikt:Trump zu Waffenverkauf an Taiwan: „Guter Trumpf“ gegen China
Trump erwägt einen Rüstungshandel mit Taiwan und sieht ihn als Druckmittel gegen China. Peking warnt, eine „falsche Handhabung“ könne die Beziehung zwischen USA und China gefährden.
Q. meint: Die Taiwan-Frage entwickelt sich zunehmend zu einem brandgefährlichen geopolitischen Spiel zwischen den USA und China. Wenn Donald Trump Waffenlieferungen offen als „Verhandlungsmasse“ gegenüber Peking bezeichnet, wird deutlich, wie explosiv die Lage inzwischen geworden ist. Taiwan ist für China keine Randfrage, sondern eine rote Linie – militärisch, politisch und nationalistisch.
Gerade darin liegt die Gefahr: Aufrüstung, Machtdemonstrationen und strategische Drohgebärden schaukeln sich gegenseitig hoch. China erhöht den militärischen Druck auf Taiwan, die USA reagieren mit Waffenpaketen und Abschreckung, während Trump gleichzeitig versucht, daraus geopolitisches Kapital zu schlagen.
Die Welt erlebt damit eine gefährliche Zuspitzung zwischen zwei atomar bewaffneten Großmächten. Ein Fehler, eine Fehleinschätzung oder innenpolitische Eskalation könnten genügen, um aus einem Machtpoker einen globalen Krisenherd mit unabsehbaren Folgen zu machen.
USA: Trump plant Entschädigungsfonds für Kapitolstürmer
Der US-Präsident strebt laut Berichten einen Milliardenfonds für Verbündete an, gegen die die US-Justiz ermittelte. Demokraten sprechen von »wahnwitziger Korruption«.
Q. meint: Trump präsentiert sich gerne als „Stimme des kleinen Mannes“, doch seine Politik zeigt zunehmend das Gegenteil: Steuererleichterungen für Vermögende, Angriffe auf Sozialprogramme, massive Machtverschiebungen zugunsten des Präsidenten und milliardenschwere Entschädigungsforderungen zugunsten politischer Verbündeter. Gleichzeitig wächst der Einfluss ultrakonservativer Netzwerke wie der Heritage Foundation, die mit „Project 2025“ bzw. dessen Nachfolgeprojekten längst an einer tiefgreifenden Umgestaltung des amerikanischen Staates arbeiten.
Dabei geht es nicht nur um klassische konservative Politik, sondern um einen fundamentalen Umbau demokratischer Institutionen: stärkere Kontrolle über Behörden, Schwächung unabhängiger Institutionen, Einschränkungen von Wahlrechten und die Konzentration von Macht im Weißen Haus. Selbst republikanische Hardliner sprechen inzwischen offen davon, „Trumpismus zu institutionalisieren“.
Besonders gefährlich ist die Mischung aus Nationalismus, Kulturkampf und autoritärem Staatsverständnis. Trump liefert die mediale Mobilisierung, die Republikanische Partei den politischen Unterbau und die Heritage Foundation die ideologische Blaupause. Genau darin liegt die eigentliche Brisanz: Aus kurzfristigem Populismus entsteht Schritt für Schritt ein langfristiges Machtprojekt der amerikanischen Rechten.
Nahostkonflikt
Nahostkonflikt: Libanon meldet israelischen Angriff trotz Verlängerung der Waffenruhe
Der Libanon wirft Israel einen tödlichen Angriff auf ein Zivilschutzzentrum vor. Kurz zuvor hatten Israel und die Hisbollah laut USA ihre Waffenruhe verlängert.
Q. meint: Der erneute israelische Angriff kurz nach der Verlängerung der Waffenruhe wirft erneut schwere Fragen nach Verhältnismäßigkeit, Völkerrecht und dem Schutz der Zivilbevölkerung auf. Israel verweist auf Sicherheitsinteressen und den Kampf gegen die Hisbollah. Doch wenn trotz diplomatischer Vereinbarungen weiter bombardiert wird und dabei immer wieder Wohngebiete, Infrastruktur oder Zivilisten betroffen sind, wächst international der Verdacht, dass Grenzen des humanitären Völkerrechts überschritten werden könnten.
Gerade darin liegt eine unbequeme Parallele zu Putins Vorgehen in der Ukraine: Militärische Gewalt wird mit „Sicherheit“ und „Selbstverteidigung“ begründet, während zugleich Tatsachen geschaffen werden, die weiteres Leid und neue Eskalationen erzeugen. Die historischen Hintergründe sind unterschiedlich – das Muster aus Vergeltung, Dominanzpolitik und wachsender Missachtung ziviler Folgen weist jedoch bedenkliche Gemeinsamkeiten auf.
Besonders gefährlich ist dabei die unterschiedlioche politische Bewertung von Teilen des Westens. Während russische Angriffe sofort und zurecht als mögliche Kriegsverbrechen untersucht werden, reagieren viele Regierungen bei Israels Vorgehen deutlich zurückhaltender. Genau diese unterschiedlichen Maßstäbe beschädigen zunehmend die Glaubwürdigkeit westlicher Außenpolitik und des internationalen Rechts insgesamt.
Ukraine-Krieg und Russland
Separatistengebiet in Moldau Kreml: erleichtert Ausgabe russischer Pässe an Bürger in Transnistrien
Die Einwohner im von Moldau abtrünnigen Transnistrien sollen schneller die russische Staatsbürgerschaft bekommen können. Der ukrainischen Präsidenten vermutet einen Versuch Russlands, neue Soldaten zu rekrutieren.
Russlands größter Luftangriff: Neue Taktik von Moskau
Beim bislang größten Luftangriff im Krieg gegen die Ukraine sterben allein in Kiew 24 Menschen. Russland setzt auf eine neue Taktik und greift auch im Westen des Landes an.
Q. meint: Putins Russland führt längst keinen „präzisen Militäreinsatz“ mehr, sondern einen brutalen Zermürbungs- und Terrorkrieg gegen die ukrainische Bevölkerung. Die massiven Luftangriffe auf Kiew mit Dutzenden Toten, zerstörten Wohnhäusern und Angriffen auf zivile Infrastruktur zeigen erneut ein Muster, das sich seit Beginn des Krieges durchzieht: Zivilisten werden bewusst in Angst und Schrecken versetzt.
Besonders perfide ist die neue russische Taktik aus Drohnenschwärmen, Raketenwellen und Angriffen auf Städte weit entfernt von der Front. Selbst Kinderkliniken, Wohngebäude und Energieversorgung gerieten bereits ins Visier russischer Angriffe. Internationale Organisationen und die UN stuften einzelne Attacken deshalb ausdrücklich als mögliche Kriegsverbrechen ein.
Putin versucht, die Ukraine militärisch, psychologisch und gesellschaftlich zu brechen. Dahinter steckt nicht nur geopolitisches Kalkül, sondern eine Politik der Einschüchterung durch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Wer Wohnhäuser bombardiert, Stromversorgung zerstört und ganze Städte terrorisiert, führt keinen Verteidigungskrieg – sondern attackiert gezielt die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens.
Eingefrorene russische Vermögen: Finanzdienstleister Euroclear in Russland zu Milliardenzahlung verurteilt
Ein Großteil der eingefrorenen russischen Gelder in der EU liegt beim Finanzdienstleister Euroclear. Ein Moskauer Gericht hat den belgischen Konzern nun zu einer hohen Schadensersatzzahlung verurteilt.
Schlagzeilenmix
Mehrere Verletzte in Modena: Auto rast in Italien in Menschenmenge
Ein etwa 30-jähriger Mann hat mehrere Menschen in der norditalienischen Stadt Modena mit einem Auto überfahren. Die Hintergründe sind noch unklar, aber alles deutet auf eine absichtliche Tat hin.
Regierungskrise in London Ex-Minister Streeting will britischen Premier Starmer ablösen
Der Druck auf Keir Starmer wird größer. Nun verkündet Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting, gegen den Premierminister anzutreten.
meinung •Die Lage: Inside Austria Wie sich Ex-ORF-Chef Weißmann als Opfer inszeniert
Roland Weißmann trat als ORF-Chef zurück, nachdem er eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben soll. Er selbst sagt, die Beziehung sei einvernehmlich gewesen. SPIEGEL-Recherchen wecken Zweifel an dieser Darstellung. meinung •Die Lage: Inside Austria Wie sich Ex-ORF-Chef Weißmann als Opfer inszeniert. Von Oliver Das Gupta, Salzburg
Wissenswertes
Elementarteilchen: Ein Schuss aus der Laserkanone – und die Drohne stürzt zu Boden
Drohnenabwehr in Deutschland, Geheimnisse aus dem Mittelalter-Klo und rätselhafte Hinterlassenschaften des ersten Atombombentests: Die Lese-Empfehlungen der Woche aus der Wissenschaftsredaktion des SPIEGEL. Von Marco Evers
15. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Umweltverschmutzung: Weiße Klumpen an Stränden von Nordseeinseln angespült
Stammen sie von Tankern? Auf Norderney, Borkum und Juist sind offenbar Paraffinklumpen angespült worden. Die Reinigungsarbeiten sind im Gang, eine Gefahr für Strandbesucher soll nicht bestehen.
Bundesregierung 2025
Beziehungen zwischen USA und Deutschland: Friedrich Merz telefoniert mit Donald Trump
Zuletzt war die Beziehung von US-Präsident Trump und Kanzler Merz angespannt. Jetzt haben die beiden laut Friedrich Merz ein »gutes Telefonat« geführt.
Konzerte und Sportveranstaltungen: Justizministerin Hubig will gegen überhöhte Ticketpreise vorgehen
Konzertkarten sind schon im regulären Verkauf meist kostspielig. Wer auf dem Zweitmarkt kauft, zahlt oft noch mehr. Bundesjustizministerin Hubig kündigt nun Regulierung gegen »horrende Preise« an.
Kanzler stellt sich Fragen junger Leute:Störer, Einsichten und eine Warnung: Merz auf Katholikentag
Kanzler Merz hat sich in Würzburg den Fragen junger Menschen gestellt. Er räumt Fehler bei seiner Kommunikation ein, ruft zu mehr Engagement auf und äußert sich zu Trumps Amerika.
Folgen des Irankriegs Bundesregierung erwartet »deutlichen Dämpfer« für Konjunktur
Die Hormus-Blockade dürfte im Frühjahr die Konjunktur in Deutschland zurückwerfen, warnt die Regierung. Dieser wiederum wirft der Handwerkspräsident Fehler vor – er spricht von »Pfusch«.
Deutschland
FDP-Vorsitz: Einziger Kubicki-Gegenkandidat Höne zieht Kandidatur zurück
Bisher wollten Wolfgang Kubicki und Henning Höne beide FDP-Vorsitzende werden. Jetzt lässt Höne Kubicki den Vortritt und will dessen Stellvertreter werden.
»An Relevanz verloren«: Verfassungsschutz stoppt systematische Beobachtung von Scientology
Seit 1997 wird Scientology in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Nun ändert das Bundesamt seine Vorgehensweise. Von Fall zu Fall werde es aber weiter zur Organisation aktiv werden.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD will im Falle eines Wahlsiegs etliche Beamtenposten neu besetzen
Die AfD in Sachsen-Anhalt plant offenbar einen Umbau des Beamtenapparats, sollte sie an die Macht kommen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund droht mit »Maßnahmen«, sollte versucht werden, die Arbeit der Partei »aktiv zu blockieren«.
Stärkster Rückgang seit vier Jahren: Ifo-Institut meldet deutlich schlechtere Stimmung im Wohnungsbau
Die Unternehmen im Wohnungsbau schauen laut einer Ifo-Umfrage deutlich skeptischer auf die kommenden Monate. Dabei geht es auch um Sorgen vor Engpässen bei wichtigen Materialien.
USA
Angriffe auf jüdische und amerikanische Einrichtungen: US-Behörden klagen mutmaßlichen Drahtzieher proiranischer Anschläge in Europa an
Monatelang wurden Synagogen, jüdische Einrichtungen und US-Unternehmen in Europa attackiert. Immer wieder führte die Spur zu einer neuen proiranischen Gruppe. Nun steht ein Verdächtiger in den USA vor Gericht.
Neue Vereinbarung: Saudi-Arabien sponsert die Fußball-WM in Nordamerika
In acht Jahren trägt Saudi-Arabien selbst die WM aus, Einfluss nimmt das Land aber schon jetzt: Über seinen Staatsfonds wird der Golfstaat Sponsor der anstehenden WM. Ein anderes Projekt dagegen steht vor dem Aus.
Daten von US-Behörde: Trump investierte Millionen Dollar in Apple-Papiere
Apple-Chef Tim Cook begleitet Donald Trump auf seiner Chinareise. Daten zeigen, dass der US-Präsident zuletzt Millionen in den Techkonzern investierte – und mit Papieren weiterer Firmen handelte.
Fragiler Karibikstaat: Kämpfe zwischen Gangs auf Haiti – Uno berichtet von mindestens 78 Toten
Auf Haiti eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden. Seit dem vergangenen Wochenende gab es laut Uno Dutzende Tote. Die NGO Ärzte ohne Grenzen musste eine ihrer Kliniken zeitweise schließen.
Entscheidung des Supreme Court: Versand von Abtreibungspillen in USA vorerst weiter möglich
In den USA wird seit Jahrzehnten über Abtreibungen gestritten, oft auch vor Gericht. Zuletzt hatte eine Instanz den Postversand eines wichtigen Medikaments verboten. Das oberste US-Gericht entschied nun: Der Versand bleibt erlaubt – jedoch nur befristet.
Küste vor Kolumbien: US-Küstenwache stoppt drei Boote mit tonnenweise Kokain
Wiederholt hatten die USA zuletzt Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler angegriffen und dabei Menschen getötet. Nun meldet die US-Küstenwache den Fund von fast drei Tonnen Kokain. Die Besatzungen der Boote kamen offenbar glimpflich davon.
Nahostkonflikt
Gazastreifen: Hamas-Militärchef Haddad offenbar bei Luftangriff getötet
Die Terrororganisation Hamas hat den Tod ihres Kommandeurs Izz al-Din al-Haddad bestätigt. Haddad soll maßgeblich am Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sein.
Kritik an Iran, Israel und USA Iranischer Regisseur Farhadi verurteilt Tod von Zivilisten
Beim Filmfestival in Cannes hat Asghar Farhadi sich deutlich gegen die Niederschlagung der Proteste in Iran positioniert. Auch für das Vorgehen der USA und Israel im Irankrieg fand er deutliche Worte.
Verhandlungen in Washington: Waffenruhe im Libanon laut USA um 45 Tage verlängert
Das US-Außenministerium hat eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah verkündet. Seit Mitte April wird diese immer wieder gebrochen. Anfang Juni sollen weitere Gespräche folgen.
Itamar Ben-Gvir: Islamische Staaten werfen israelischem Minister Provokation vor
Der rechtsextreme israelische Minister Ben-Gvir hat vor der Al-Aksa-Moschee in Ostjerusalem eine Israelflagge gehisst. Ein Verband islamischer Staaten kritisiert das.
Gewalt im Westjordanland: Israelische Siedler stecken offenbar Moschee nahe Ramallah in Brand
Am sogenannten Nakba-Tag sollen israelische Siedler mehrere palästinensische Dörfer attackiert haben, das Militär hat mutmaßlich einen Jugendlichen getötet. Teile der israelischen Regierung befeuern den Konflikt.
Mutmaßliche Vergeltungsschläge Saudi-Arabien und Emirate sollen Iran angegriffen haben
Mehrfach wurden Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Ziel iranischer Angriffe, teils mit erheblichen Schäden. Nun berichten mehrere Medien von Gegenschlägen. Abgestimmt waren die Attacken offenbar nicht.
Ukraine-Krieg und Russland
Russland und die Nato: Wenn Putin nur noch die Eskalation bleibt
Ein russischer Angriff auf Europa wird wahrscheinlicher. Aber nicht, weil Wladimir Putin Grund hätte, sich überlegen zu fühlen. Im Gegenteil: Ihm gehen die Optionen aus. Ein Gastbeitrag von Hanna Notte
Ukrainekrieg: Drohne attackiert Uno-Konvoi mit Hilfsgütern
Russland hat die Ukraine in den vergangenen zwei Tagen mit mehr als 1500 Drohnen angegriffen. Allein in Kyjiw wurden 24 Menschen getötet. Außerdem attackierte eine Drohne einen Uno-Hilfskonvoi.
Opferzahl weiter gestiegen: Ukraine meldet 24 Tote nach russischem Großangriff auf Kyjiw
Nach dem Ende der kurzen Waffenruhe hatte Russland die ukrainische Hauptstadt mit Raketen und Drohnen attackiert. Nun werden immer mehr Opfer geborgen – darunter auch drei tote Kinder. Präsident Selenskyj fordert neue Sanktionen gegen Moskau.
Übergabe an Grenze: zu Belarus Ukraine und Russland tauschen jeweils 205 Gefangene aus
Moskau und Kyjiw hatten sich zuletzt auf den Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen verständigt, doch danach passierte erst mal: nichts. Nun ist der erste Schritt offenbar gemacht.
Schlagzeilen
Gipfeltreffen von Trump und Xi: »Man hat fast vergessen, dass es sich um Systemrivalen handelt«
Beim Gipfeltreffen von Chinas Machthaber Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump ging es mehr um warme Worte als um Inhalte. SPIEGEL-Korrespondentin Maria Stöhr schildert ihre Eindrücke aus Peking. Von Luana Partimo und Maria Stöhr
Trump trifft Xi: »Taiwan steht auf der Speisekarte«
US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi haben beim Staatsbesuch offensichtlich unterschiedliche Ziele verfolgt. Während Trump gern über die Öffnung der Straße von Hormus gesprochen hätte, wollte Xi lieber über Taiwan debattieren. Von Cornelius Dieckmann und Juan Moreno
Unterdrückung der Opposition: Ehemaliger türkischer Bürgermeister zu mehr als 46 Jahren Haft verurteilt
Wegen Korruption, Geldwäsche und der Leitung einer kriminellen Organisation ist ein ehemaliger Bürgermeister aus Antalya zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. Viele weitere CHP-Bürgermeister sitzen in U-Haft.
»Sunday Times«-Reichenliste Die Beckhams gehören nun zu Großbritanniens Milliardären
Ex-Fußballprofi und Ex-Spice Girl: David und Victoria Beckham sind auch ein knallhartes Geschäftspaar – das offenbar binnen eines Jahres sein Vermögen verdoppelt hat. Das katapultiert sie in neue britische Sphären.
Machtkampf in der Labour-Partei: Ex-Gesundheitsminister Streeting unterstützt Kandidatur des Starmer-Rivalen Andy Burnham
Manchesters Bürgermeister Andy Burnham braucht ein Unterhaus-Mandat, will er Labour-Chef und Premier Keir Starmer herausfordern. Unterstützung dafür erhält er nun vom jüngst zurückgetretenen Minister Wes Streeting.
Keine belastbaren Ergebnisse bekannt: So lief Trumps China-Besuch bei Xi
Freundliche Bilder, große Worte, doch belastbare Ergebnisse blieb der Gipfel von Peking bisher schuldig. Beide Länder betonten dabei ganz unterschiedliche Botschaften.
OK, America? / Donald Trump in China: Strenger Xi, bedürftiger Trump
Donald Trump nennt Xi Jinping Freund, der wiederum warnt die USA hinsichtlich Taiwan. Im US-Podcast analysieren wir den Gipfel und das künftige US-chinesische Verhältnis. Von Klaus Brinkbäumer und Rieke Havertz
Kuba: Die Öl- und Dieselvorräte der Karibikinsel sind aufgebraucht, das Stromnetz ist kollabiert.
Die US-Blockade stürzt die Insel in die Krise. Öl- und Dieselvorräte sind aufgebraucht, das Stromnetz kollabiert. Der US-Geheimdienst ist zu Gesprächen nach Kuba gereist.
Wissenswertes
Gute Tat in Stuttgart: Obdachloser »Schwalbe« spendete 200 Euro für alleinerziehende Mütter. Nun sind schon Tausende Euro zusammengekommen
»Schwalbe« aus Stuttgart rührte Ende vergangenen Jahres mit seiner Großzügigkeit Menschen in ganz Deutschland. Nun entsteht aus der Initiative heraus ein Stiftungsfonds für wohnungslose Frauen.
Fund in Thailand: Hallo, ich bin Südostasiens größter Dinosaurier
Der Nagatitan soll schwerer gewesen sein als vier ausgewachsene Elefantenbullen zusammen. Ein Dinosaurier-Fund in Thailand gibt Einblicke in das Leben eines Giganten.
14. Mai 2026
Klimawandel, Menschenrechte und Umwelt
Neue Studie Trumps Entwicklungshilfe-Kahlschlag hat Gewalt in Afrika befeuert
Nach dem abrupten Ende der US-Entwicklungshilfe hat die Gewalt in mehreren afrikanischen Ländern deutlich zugenommen. Das belegt eine neue Studie. Die Folgen könnten kaum rückgängig zu machen sein.
Auswertung von Temperaturdaten: Weltmeere steuern auf neuen Wärmerekord zu
Die Ozeane heizen sich weiter auf. Die aktuellen Temperaturen liegen bereits gleichauf mit den Rekorden des Jahres 2024. Für Experten ist klar: Die Werte damals waren kein Ausreißer. Die Erwärmung geht stetig weiter.
Bundesregierung 2025
Rede beim Karlspreis: Merz fordert »grundlegende Modernisierung« des EU-Haushalts
Friedrich Merz sieht Europa auf dem Weg zu »einer Macht, die den Stürmen dieser neuen Zeit trotzt«. Beim Karlspreis plädierte der Kanzler für eine zu diesem Bild passende Neugestaltung des EU-Haushalts.
Deutscher Reformvorschlag: Aufgeweichtes Verbrenner-Aus bremst Antriebswende
Union und SPD drängen in Brüssel auf weitere Ausnahmen beim Verbrenner-Aus. Eine Studie warnt vor den Folgen: E-Autos würden sich langsamer durchsetzen, Ölimporte und CO₂-Emissionen zunehmen. Von Benedikt Müller-Arnold
Mindestens fünf Jahre Haft: Bundesregierung beschließt Strafverschärfung bei Vergewaltigung mit K.-o.-Tropfen
Der heimliche Einsatz von Betäubungsmitteln soll künftig auf einer Stufe mit Waffengewalt stehen. Die Regierung wolle eine harte Antwort geben, sagt die Justizministerin, auf »sexuelle Gewalt in einer besonders schlimmen Form«.
Regierung Merz unter Druck: Wirtschaft drängt – Altkanzlerin Merkel verteidigt Schwarz-Rot
Angela Merkel nimmt Schwarz-Rot gegen den Vorwurf der Zerstrittenheit in Schutz: Dass bei komplexen Themen nur gleiche Meinungen herrschten, sei »schier ausgeschlossen«. Die Wirtschaft mahnt derweil mehr Tempo an.
Gremium fordert Überarbeitung: Praxisfern, schwach: Normenkontrollrat rügt Heizungsgesetz
Das von Schwarz-Rot beschlossene neue Heizungsgesetz stößt beim Normenkontrollrat auf scharfe Kritik. Es sei eines der praxisfernsten Vorhaben, die dem Gremium vorgelegt wurden.
Deutschland
Hoffnung auf Rückenwind aus Rom:Papst Leo beim Katholikentag präsent, aber nicht dabei
Anders als bisher gab es keine Grußbotschaft des Papstes zum Auftakt des Katholikentags. Daraus aber einen Streit zwischen Rom und der deutschen Kirche abzuleiten, greift zu kurz.
AfD: Menschenrechtsinstitut nennt AfD Gefahr für Menschen mit Behinderung
Die Abwertung von Menschen mit Behinderung sei »manifester Bestandteil« des Gedankenguts der AfD. Das Institut für Menschenrechte warnt vor der Gefahr durch die Partei. Von David Rech
Reduzierung „betrifft Deutschland“:Polen dementiert Berichte über US-Truppenstopp
Berichten zufolge stoppen die USA die Entsendung von 4.000 Soldaten nach Polen. Die Regierung in Warschau dementiert die Berichte. Deutschland sei von dem Truppenstopp betroffen.
Debatte über Reformen: Grünenpolitiker fordert höhere Steuersätze für Vielverdiener
Entlastung für viele, aber wie? Während die Koalition über eine Einkommensteuerreform zankt, wirft Grünen-Haushaltspolitiker Andreas Audretsch einen Vorschlag mit konkreten Zahlen in die Debatte.
Sächsischer Landtag: AfD und BSW verhelfen Grünenantrag zur Mehrheit
Ausgerechnet die Grünen haben im Dresdner Landtag eine Mehrheit mithilfe von AfD und BSW erzielt – ungewollt, wie die Partei betont. Die AfD jubelt.
USA
Einwanderungspolitik US-Grenzschutzchef Banks überraschend zurückgetreten
Die US-Einwanderungsbehörde erlebt einen weiteren Personalwechsel. Nach der Entlassung von Heimatschutzministerin Noem verlässt nun Grenzschutzchef Banks seinen Posten.
Trotz Spannungen zwischen beiden Ländern CIA-Chef Ratcliffe überraschend zu Gesprächen in Kuba
Eine Delegation aus den USA hat sich mit Vertretern des kubanischen Innenministeriums getroffen. Dabei ging es offenbar vor allem um gemeinsame Strafverfolgung – nicht um das US-Embargo gegen die Insel.<
Elon Musk gegen OpenAI: Wenn Sam Altman von Wohltätigkeit spricht
Nächste Runde im Prozess Elon Musk gegen OpenAI. Trump soll mit China über KI sprechen. Und Google will Smartphones mit KI selbstständiger machen. Der KI-Newsletter Von Pauline Schinkels
Verfahren wegen Twitter-Übernahme: Richterin zweifelt an Musks Billig-Einigung mit der Börsenaufsicht
Nur 1,5 Millionen Dollar Strafe sollte Elon Musks Fondsgesellschaft für mögliche Tricksereien bei der Twitter-Übernahme 2022 zahlen. Doch eine Richterin sieht »Unregelmäßigkeiten« und will den Deal so nicht absegnen.
Nadelstich gegen Venezuela: Marco Rubio verspottet Nicolás Maduro – mit einem Foto im Trainingsanzug
Ist das ein Zeichen politischer Stärke oder nur noch Trollerei? Online geht ein Foto des US-Außenministers viral. Er trägt darauf einen Trainingsanzug, der durch eine US-Entführungsaktion weltbekannt wurde.
Protzbau an der Gold Coast: »Zu toxisch« – Pläne für Trump Tower in Australien beerdigt
Die Gold Coast im australischen Queensland ist bekannt für leicht trashigen Glitzer. Da hätte ein Trump Tower prima reingepasst, dachte ein Baulöwe. Die Reaktion vor Ort war allerdings eindeutig.
Nahostkonflikt
Krieg in Iran: US-Admiral dementiert Berichte über iranische Raketenstellungen
Wie erfolgreich waren die US-Angriffe in Iran? Mehrere Berichte legten kürzlich nahe: kaum. Ein Admiral des US-Militärs widerspricht nun. Es müsse mehr als nur die Anzahl an Raketen berücksichtigt werden.
Trotz Blockade: Iran erlaubt chinesischen Schiffen, Straße von Hormus zu durchfahren
Lange kam kaum ein Schiff durch die Straße von Hormus. Jetzt macht Iran offenbar Ausnahmen für seinen engen Partner China.
Angebliche Reise im März: Netanyahu will heimlich die Emirate besucht haben – dort will man davon nichts wissen
Mitten im Irankrieg ist Benjamin Netanyahu in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist. So schildert es zumindest Israels Premier. In Abu Dhabi allerdings weist man Berichte über das angeblich geheime Treffen zurück.
Ukraine-Krieg und Russland
Attacken mit Drohnen und Raketen: Russland überzieht Ukraine mit einem der längsten Luftangriffe seit Kriegsbeginn
Allein am Mittwoch soll Russland 800 Drohnen auf die Ukraine gefeuert haben, es gab offenbar mehrere Todesopfer. Auch am frühen Donnerstag dauern die Attacken auf Kyjiw und weitere Städte an.
Schlagzeilenmix
In Deutschland geheiratet Rathaus in Warschau erkennt erstmals gleichgeschlechtliche Ehe an
Der polnische Staat muss gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen, die in anderen EU-Ländern geschlossen wurden. Nun hat das Warschauer Rathaus zum ersten Mal einem schwulen Paar eine Heiratsurkunde ausgestellt.
Jahresbericht des Roten Kreuzes: Kolumbien erlebt schlimmste Gewalt seit Jahren
Theoretisch herrscht in Kolumbien seit 2016 Frieden. Faktisch befinden sich verschiedene Guerillagruppen weiterhin im Konflikt miteinander und der Regierung. Und die Gewalt nimmt zu.
US-Präsident in China: Trump und Xi – alte neue Freunde
Jubelnde Blumenkinder, viele warme Worte, und von hohen Zöllen ist keine Rede mehr: Beim gemeinsamen Gipfel in China zelebrieren Xi Jinping und Donald Trump ihre »Freundschaft«.
Regierungskrise in London: Gesundheitsminister Streeting tritt zurück, um Premier Starmer herauszufordern
Die Regierungskrise in London eskaliert: Gesundheitsminister Streeting verlässt das Kabinett – aus Protest gegen Premier Starmer. Auch Ex-Vizepremierministerin Rayner will um den Vorsitz der Labour Party kämpfen.
Experte zu Treffen zwischen Trump und Xi: Taiwan will „kein zweites Hongkong werden“
Künftige US-Waffenverkäufe an Taiwan drohen laut China-Experte Andreas Fulda zur Verhandlungsmasse zwischen China und den USA zu werden. Donald Trump sei ein „Unsicherheitsfaktor“.
Papst stellt sich gegen Krieg: »Man darf Aufrüstung nicht ›Verteidigung‹ nennen«
Vor Studierenden hat Papst Leo XIV. eine »Vergiftung der Zukunft« durch Kriege angeprangert. Dadurch könnte auch sein Streit mit US-Präsident Trump erneut eskalieren.
Ärger nach Drohnenabsturz: Lettische Ministerpräsidentin tritt zurück
Erst musste der Verteidigungsminister gehen, jetzt auch Regierungschefin Evika Siliņa. Auslöser war ein Streit über mangelnde Flugabwehr gegen verirrte Drohnen aus der Ukraine.
13. Mai 2026
Bundesregierung 2025
13.05.26: Langes Treffen im Kanzleramt: Koalition verständigt sich auf »Arbeitsprozess«. Und will den CO₂-Preis stabil halten
Erst wochenlanger Streit, jetzt haben Union und SPD immerhin einen Fahrplan für die geplanten Reformen vereinbart. Und zwar in »guter, vertrauensvoller Atmosphäre«. Viele Details geben die Koalitionäre jedoch nicht preis.
13.05.26: Ampel-Altlast: Kabinett beschließt neues Heizungsgesetz
Die Bundesregierung hat nach monatelangen Debatten eine erneute Reform des Heizungsgesetzes auf den Weg gebracht. Der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen soll laut dem Kabinettsbeschluss weiterhin möglich sein.
13.05.26: Brief von Unionsfraktionschef an Abgeordnete: Union und SPD wollen vor Sommerpause über Reformen entscheiden
Beim Koalitionsausschuss haben Union und SPD einen »Arbeitsprozess« für die geplanten Reformen vereinbart. Entscheidend wird laut Union das letzte Treffen vor der Sommerpause. Die Entlastungsprämie? Ist vom Tisch.
13.05.26: Rente: Bundesbankpräsident will Rentenalter an höhere Lebenserwartung koppeln
Die Rentenpläne der Bundesregierung reichen nicht aus, sagt Joachim Nagel. Der Ökonom hält es für »nahezu unausweichlich«, dass Deutsche deutlich später in Rente gehen.
13.05.26: Einführung von Wochenarbeitszeit: »Das ist eine Frechheit« – Juso-Chef wettert gegen Abkehr vom Achtstundentag
Schwarz-Rot will die tägliche Höchstarbeitszeit kippen, zum Ärger von Juso-Chef Türmer. Er sieht in der geplanten Wochenarbeitszeit einen sozialpolitischen Rückschritt. Kanzler Merz verschärfe die Erschöpfung im Land.
13.05.26: Koalitionsausschuss: Koalition will in »Arbeitsprozess« kommende Reformen angehen
Konkrete Ergebnisse sind aus dem Koalitionsausschuss noch nicht bekannt. Die schwarz-rote Koalition vereinbarte lediglich einen »Arbeitsprozess« für schnelle Reformen.
13.05.26: Koalitionsausschuss: Grüne, Linke und BSW kritisieren Ergebnisse des Koalitionsausschusses
Bei den Ergebnissen des Koalitionsausschusses handele es sich um ein Trauerspiel, sagt Britta Haßelmann. Grüne und Linke fordern schnelle und konkrete Entlastungen
13.05.26: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD verkürzt laut Umfrage Rückstand auf die AfD – CDU rutscht hinter Linke
Lange schien es, als würde die AfD auch in Mecklenburg-Vorpommern der Konkurrenz enteilen. In einer neuen Erhebung von Infratest kann nun jedoch auch die SPD Zuwächse verzeichnen. Anders ist der Trend für CDU und BSW.
Deutschland
13.05.26: Kindernachrichtensendung „logo“ ZDF löscht Beitrag nach »Fehler«
Erst im Februar musste das ZDF nach Kritik einen Nachrichtenbeitrag nachträglich stoppen. Nun zieht der Sender ein Video für Kinder zurück – zuvor hatte es Kritik von Christen daran gegeben.
13.05.26: Warnung von VDA-Chefin Müller: In der deutschen Autoindustrie könnten Zehntausende Stellen zusätzlich wegfallen
Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit noch mehr Stellenabbau bis 2035. Branchenpräsidentin Hildegard Müller spricht von einer anhaltenden Standortkrise: »Die Bedingungen verschlechtern sich zusehends.«
13.05.26: Investition in E-Autoproduktion: Tesla stockt Personal für Batteriezellfertigung in Brandenburg auf
US-Elektroautobauer Tesla plant mit mehr Leuten in Grünheide und will wohl knapp 250 Millionen Dollar investieren. Ab 2027 sollen in dem Werk Batteriezellen und Elektroautos an einem Standort produziert werden.
13.05.26: Entscheidung in Baden-Württemberg: Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten gewählt
Baden-Württemberg hat einen neuen Regierungschef: Der Landtag hat Grünenpolitiker Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten bestimmt. Die AfD scheitert mit einem taktischen Manöver.
13.05.26: Springer-Verlag: Ulf Poschardt gibt Posten als »Welt«-Herausgeber ab
Bislang galt er als einer der mächtigsten Männer im Hause Springer. Nun teilt der Verlag mit: Ulf Poschardt gibt seinen Posten als Herausgeber nach nur einem Jahr wieder auf – und wird Autor, Podcaster und »Creator«.
13.05.26: Organisierte Kriminalität: Berliner Polizei sucht mit Großrazzia nach Schusswaffen
Berlin hat zuletzt vermehrt Schusswaffendelikte registriert. Die Polizei will diese Entwicklung stoppen, unter anderem mit umfangreichen Durchsuchungen. Seit dem Morgen sind Hunderte Beamte im Einsatz.
USA
13.05.26: Statement des US-Präsidenten Donald Trump beleidigt Journalistinnen
Vor seiner Reise nach China geriet der US-Präsident mit der Presse aneinander und wurde ausfällig. Auslöser waren Nachfragen zu seinem Ballsaal-Projekt am Weißen Haus und seiner Iranpolitik.
13:05:26: Trumps Kandidat US-Senat bestätigt Warsh als neuen Chef der Fed
Nach mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Platz beendet Deutschlands Rekordschiedsrichterin Riem Hussein ihre Karriere. Am letzten Spieltag der Frauen-Bundesliga steht die 44-Jährige zum 156. und letzten Mal im Oberhaus an der Pfeife.
13.05.26: Reise nach Peking Trump verspricht China »noch höheres Level« mithilfe von US-Unternehmen
Donald Trump will Chinas Staatschef Xi Jinping bei seinem Besuch als »Allererstes« bitten, das Land für amerikanische Unternehmen zu »öffnen«. Begleitet wird der US-Präsident auf seiner Reise von den namhaftesten Konzernchefs.
13.05.26: Trumps Verteidigungsminister Hegseth verteidigt horrende Kriegskosten – und bestreitet Engpässe bei der Munition
Die USA geben Abermilliarden für den Irankrieg aus. Vor dem US-Senat erklärte Pentagonchef Pete Hegseth, warum er zukünftig noch viel mehr Geld benötigt. Berichte über leere Waffenlager wies er barsch zurück.
13.05.26: Druck von Republikanern Chef der US-Gesundheitsbehörde FDA tritt zurück
Der Chef der Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA stemmte sich etwa gegen fruchtige E-Zigaretten – und lag auch sonst mit der Trump-Regierung oft im Clinch. Nun hat der US-Präsident den Rücktritt von Marty Makary verkündet.
13.05.26: Streit über Importabgaben US-Gericht lässt Trumps Zehn-Prozent-Zoll vorerst bestehen
Seit einer Niederlage vor dem Supreme Court erhebt Donald Trump globale Zölle von zehn Prozent. Ein Handelsgericht erklärte auch die für rechtswidrig, vor einem Berufungsgericht bekam der US-Präsident nun aber Recht – vorerst.
13.05.26: Neuer Zuschnitt von Wahlkreisen: Republikaner in South Carolina widersetzen sich Trumps Druck
Die Ansage von Donald Trump war sehr klar: Er will Wahlkreise in South Carolina so geändert haben, dass ein prominenter Demokrat seinen Sitz verliert. Doch diesen Gefallen taten ihm seine Parteikollegen nicht.
Nahostkonflikt
13:05.26: Neuwahlen in Israel Netanyahu-Koalition bringt Auflösung der Knesset auf den Weg
Die Regierungskoalition in Israel treibt vorgezogene Neuwahlen voran: Ein Gesetzentwurf zur Auflösung der Knesset liegt vor. Die Opposition bereitet sich bereits auf einen Wahlkampf gegen Premier Netanyahu vor.
13.05.26: Irankrieg: Der Iran soll weiter über einen Großteil seiner Raketen und Abschussrampen verfügen.
Ukraine-Krieg und Russland
13.05.26: Drohnen und Raketen Russland startet offenbar massive Luftangriffe auf Ukraine
Russland hat in der Nacht offenbar weit mehr als 100 Drohnen in die Ukraine geschickt. Laut Kyjiws Geheimdienst drohen nun Raketenangriffe.
Schlagzeilenmix
13.05.26: Staatsbesuch: US-Präsident Donald Trump ist zu seinem zweitägigen Besuch in China eingetroffen.
Nach seiner Ankunft in Peking will Donald Trump den chinesischen Machthaber Xi Jinping treffen. Trump begleiten unter anderem sein Sohn Eric Trump und Elon Musk.
13.05.26: Regierungskrise in Großbritannien Gesundheitsminister Streeting sucht offenbar Konfrontation mit Premier Starmer
Mitten im Überlebenskampf seiner Regierung will der britische Gesundheitsminister Streeting Berichten zufolge Premier Starmer herausfordern. Er soll bereits seinen Rücktritt vorbereiten, um für den Parteivorsitz zu kandidieren.
13.05.26: Chaos in Manila Ex-Polizeichef verschanzt sich im philippinischen Senat – Schüsse im Gebäude
Im Senatsgebäude von Manila sind Schüsse gefallen. Senator Ronald Dela Rosa versucht dort seit Tagen, einer Festnahme zu entgehen. Dafür wendet er sich auch an das Militär.
13.05.26: Europäische Union: Die EU ist doch mehr als eine Bürokratie
Kalt und technokratisch? Von wegen! Europa löst wieder Gefühle aus. Das zeigen der Umgang mit der EU-Fahne in Ungarn – und eine Ordensverleihung an Angela Merkel.
13.05.26: Pläne der EU-Kommission: Zugreisen quer durch die EU sollen einfacher werden
Ein einziges Ticket für die ganze Fahrt, Entschädigung bei verpasstem Anschluss: Die EU-Kommission will Zugfahren durch die Europäische Union komfortabler gestalten. Die Bahnunternehmen kritisieren die Pläne.